Ungewohntes Setting für alle
Was hier erzählt wird, wollen Tausende hören: Formate wie True Crime oder Wissenspodcasts haben in den letzten Jahren eine große Anhängerschaft aufgebaut. Normalerweise hören die Fans ihre heißgeliebten Podcasts aber eher alleine und nicht in der Gruppe.
Jetzt kommen sie beim SWR Podcastfestival in Mannheim zusammen, um gemeinsam die Hosts live zu erleben. Ein gewisser Promi-Faktor sei da schon dabei, sagt Organisator Thomas Simon:
Das erleben wir jedes Jahr, dass wirklich diese Menschen gebannt vor der Bühne sitzen und ihren Stars, so muss man es im Grunde sagen, ihren Hosts der Podcasts zuhören und an den Lippen kleben.
„Ein bisschen Angst“
Für die Hosts ist so ein Auftritt alles andere als Alltag, sagt Christian Weiss von „Psychologie to Go“:
Vor Publikum aufzutreten ist für uns ausgesprochen spannend und, um ehrlich zu sein, auch so ein bisschen angstbesetzt.
Schließlich müssen sie ihre Inhalte hier am Stück und fehlerfrei präsentieren, statt im vertrauten Tonstudio zu sitzen und das Aufgenommene später noch so zurechtschneiden zu können, dass alles passt.
Direktes Feedback und keine Effekthascherei
Außerdem, so Joachim Telgenbüsche von „Was bisher geschah“ bekomme man die Reaktionen der Hörer:innen so eben direkt mit: Ob und wo gelacht wird etwa, oder – „im schlimmsten Fall, dass sie aufstehen und gehen. Das ist uns noch nicht passiert zum Glück.“ Dafür sei die Erfahrung umso lohnender.
Mit dabei ist selbstverständlich auch DAS Podcast-Genre schlechthin: True Crime. Dabei betont Host Holger Schmidt, dass es ihnen dabei nicht um Effekthascherei geht: „Wir unterlassen die ganzen Spekulationen und unheilvollen Schilderungen und andere Dinge, die andere Podcasts machen.“
Viele Ideen stammen von Hörern
Für ihn macht auch die Location seines Auftritts, die Alte Feuerwache, viel von der Stimmung aus. Dort könne man sehr gut und intensiv diskutieren und sich den Fragen unseres Publikums stellen.
Schließlich sind es gerade die Hörerinnen und Hörer, von denen Podcasts leben. Schmidt erzählt, dass viele der Podcast-Folgen durch Ideen der Community zustandekommen, die ihnen Fälle zuschicken: „Zum Beispiel, weil sie an den jeweiligen Verfahren beteiligt waren. Oder weil der entsprechende Fall in ihrer Nachbarschaft spielt.“
Geduldsprobe für die Fans
Auch für das Publikum ist die Situation eine neue, gibt Joachim Telgenbüsche von „Was bisher geschah“ zu bedenken. Statt Podcasts wie sonst beim Bügeln, Autofahren oder Sport zu hören, müssten sie sich jetzt eben hinsetzen und in ihrem Fall zweimal 45 Minuten mit einer kleinen Pause stillsitzen und zuhören.
Damit das gelingt, bereiten die Hosts besonders spannende Folgen vorzubereiten. Was genau geplant ist, bleibt natürlich geheim. Aber: Die ein oder anderen Hosts nutzen die Live-Situation aus, um ein ganz besonderes Podcast-Erlebnis zu erschaffen: Interaktiv und mehrdimensionaler.