„Ich habe ja bis heute noch nicht auf einem Pferd gesessen.“ (Kai, wurde mit 34 Jahren Hufschmied)
Kai hat sein Glück gefunden. Doch sein ungewöhnlicher Werdegang begann an einer ganz anderen Stelle: Als Heizungsbauer und studierter Ingenieur. Nach mehr als 16 Jahren in der familieneigenen Heizungsfirma verspürte er den Drang, sein berufliches Leben zu verändern: „Über die Jahre hat sich mehr und mehr rauskristallisiert, dass das nicht meine Erfüllung ist.“ So traute er sich schließlich, sich seinen Traum als Hufschmied zu erfüllen.
Damals völlig fachfremd, musste Kai ganz von vorne anfangen, um sein neues Kapitel als Hufschmied zu schreiben. Er begann mit einem Praktikum und absolvierte anschließend eine Ausbildung. Die Reaktionen aus seinem Umfeld waren gemischt. Heute ist er stolzer Besitzer einer eigenen Schmiede und arbeitet in einer alten Werkstatt, die lange Zeit leer stand.
Die Arbeit als Hufschmied erfordert viel Feingefühl, erklärt Kai. Ein Hufeisen ist für ein Pferd so wichtig wie ein Schuh für einen Menschen. Es muss individuell angepasst werden, um eventuelle Fehlstellungen auszugleichen und sicherzustellen, dass die Sehnen und Gelenke der Tiere nicht übermäßig belastet werden.
Die Welt des Hufschmieds ist anstrengend, laut, schmutzig und heiß. „Ich sage immer: ‚Das ist Hochleistungssport.‘ Ich mache auch keinen Sport, deswegen mache ich ja auch die Arbeit.“ Und diese erfüllt Kai mit Glück. Er hat seine Leidenschaft gefunden, doch eine Herausforderung hat er noch vor sich: Denn Kai hat noch nie selbst auf einem Pferd gesessen. Das möchte er bald ändern.
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