Wir bringen den Kindern schon von klein auf bei, ihre Stimme zu nutzen: Die Stimme ist die Waffe Nummer eins. Nicht das Schlagen, nicht das Kicken, sondern die Stimme und die Haltung, Präsenz zeigen und mutig sein.
Vom Polizisten zum Ju-Jitsu-Meister
Als Kind muss Eugen selbst die Erfahrung machen, wehrlos zu sein. „Ich hatte damals einen Papa, der sehr viel Gewalt ausgeübt hat bei mir. Ich war ziemlich allein und ohnmächtig, weil Mama arbeiten musste, ich war dann auch im Heim. All diese Dinge haben dazu geführt, dass ich mich entschlossen habe, diesen Weg zu gehen.“ Mit 15 lernt Eugen Ju-Jitsu kennen und wird später Polizist. Bei der Bereitschaftspolizei trifft er einen Ju-Jitsu-Meister, der ihn für seinen weiteren Weg inspiriert. „Dieser Meister war praktisch mein Ziehvater und dem habe ich ganz viel zu verdanken, vor allem, dass ich drangeblieben bin.“
Vor 25 Jahren gründet Eugen seine eigene Kampfkunstschule, gibt ihr mit seinen ersten Schülern den japanischen Namen ‚Shimboku‘. „Das heißt auf Deutsch übersetzt ‚Besondere Freunde‘. Das ist uns wichtiger als immer bloß der sportliche Erfolg.“
Inklusion im Kampfsport
Dabei spielt für Eugen das Thema Inklusion eine wichtige Rolle. „Das machen wir jetzt seit über zehn Jahren. Angefangen hat es damals mit einem Mädchen mit Downsyndrom, dann sind immer mehr gekommen. Aus meiner Sicht wird es immer schlimmer, dass Menschen keine Geduld mehr haben. Und auch keine Zeit mehr haben, sich um Kinder zu kümmern, die halt eine Besonderheit haben.“
Unterstützt wird Eugen unter anderem von seinem Sohn Jona. Er ist 22 und schon auf der Matte, seit er vier ist. Wie es ist, mit dem Vater zusammen zu arbeiten? „Es gab schon schwierige Momente. Aber mit zunehmendem Alter wird man auch deutlich entspannter und kann mit mehr Wissen und Erfahrung auch deutlich chilliger an manche Sachen herangehen zwischen Vater und Sohn.“
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