Nach der Geburt ihrer ersten Tochter: Jenny (29) hat eine Wochenbettdepression

Als Jennys erste Tochter auf der Welt ist, findet sie sich nicht in ihrer Mutterrolle ein. Jenny erzählt, was ihr bei ihrer Wochenbettdepression geholfen hat.

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Von Autor/in Aline Krönung, Jessica Sinn, Corinna Jähn

Ich habe mein Kind geliebt. Ich hatte eine Beziehung zu ihr. Deswegen kam ich auch nicht so auf die Idee, dass es eine Wochenbettdepression sein könnte.

Als Mama nicht glücklich? 

Jenny fühlt sich nach der Geburt ihrer ersten Tochter Ella im Jahr 2021 überfordert. Darüber sprechen kann sie erst einmal nicht. „Dass ich mich verloren fühle, dass ich mich überfordert fühle. Ich muss sagen: Ich wollte das auch gar nicht so teilen, weil ich mir dachte: Es muss funktionieren. Es funktioniert bei anderen auch”, erinnert sie sich. 

Jenny sucht sich Hilfe 

Doch Jennys Mann Sascha (36) merkt, dass etwas nicht stimmt. Die beiden sprechen miteinander und Jenny gesteht sich ein, sie braucht Hilfe: „Dieser Schritt jemanden zu finden, der einem zuhört, der mit einem redet, war unglaublich schwer. Im Endeffekt habe ich zwei Wochen gebraucht, um bei einem Psychologen anzurufen. Was rückblickend auch ein Warnhinweis ist, dass eine Depression vorhanden war, weil ich diesen Sprung einfach nicht geschafft habe.”  

Diagnose: Wochenbettdepression 

Die Suche nach einem Therapieplatz dauert. Jenny ruft mehrere Praxen an, schreibt E-Mails. Nach drei Monaten meldet sich eine Therapeutin bei ihr. Sie diagnostiziert bei Jenny eine mittelschwere bis schwere Wochenbettdepression. Bei ihr macht sie später eine Verhaltenstherapie. „Allein diese Tatsache, dem Ganzen einen Namen geben zu können und zu wissen: Du bist nicht verrückt, irgendwas stimmt nicht mit dir. Es gibt etwas und man kann dagegen vorgehen. Das hat mir super geholfen”, erzählt Jenny. 

Sich Hilfe suchen bedeutet Stärke 

Heute weiß Jenny, es ist nicht schlimm, nach Hilfe zu fragen: „Es ist mitunter das Krasseste, was in meinem Leben passiert ist, von dem eigenständigen Menschen hin zu einer Mutter zu werden, die Verantwortung trägt für ein Menschenleben. Und ich finde es viel stärker, sich da Hilfe zu suchen, als sich allein durchzukämpfen.”  

World Maternal Mental Health Day am 06.05.2026 

Heute ist der Internationale Tag der psychischen Gesundheit von Müttern. Der Tag soll mehr Bewusstsein für seelische Erkrankungen bei Müttern während der Schwangerschaft und nach der Geburt schaffen.  

Falls du dich depressiv fühlen solltest, hole dir bitte umgehend Hilfe. Du bist nicht allein. Du kannst dich rund um die Uhr anonym bei der Telefonseelsorge unter der 1110111 oder 1110222 melden oder auch online bei telefonseelsorge.de  

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