Nacktfotos, Mobbing und ein Neuanfang: So aufwühlend war Celines Schulzeit

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Von Autor/in Katharina Feißt, Ulrike Pia Stegemann, Talisa Frenschkowski

Als ich die Nachricht bekommen habe, war bei mir der erste Gedanke: Ich kann nicht mehr zur Schule gehen – die wissen alle, wie ich [nackt] aussehe.

Celine hat als Teenie viel Spaß an Social Media und fühlt sich im Internet sicher: „Vor der Kamera bin ich auch viel selbstbewusster aufgetreten als in echt.“ Denn in der echten Welt leidet sie während ihrer Schulzeit unter Mobbing. Sowohl in der Kommentarspalte unter ihren Videos als auch im Klassenzimmer bekommt sie immer wieder abwertende Kommentare.

„Ich wurde wirklich ausgeschlossen: Es wurden Partys oder Lerngruppen veranstaltet, wo ich nicht dabei war. Im Sportunterricht wurde ich immer als Letzte gewählt“, erinnert sich Celine zurück. „Es war unglaublich schwer, weil ich meine Schulzeit einfach genießen wollte

Celine braucht einen Neustart

Stattdessen passiert in der Oberstufe etwas, das Celine sogar zwingt, die Schule zu verlassen: Obwohl ihre Mama sie über die Gefahren im Netz aufgeklärt hat, schickt die damals 16-Jährige einem Mitschüler auf sein Drängen hin Nacktfotos. Der zeigt die intimen Bilder in der Klasse herum. Celine sieht keinen anderen Ausweg, als die Schule zu wechseln, muss dadurch die elfte Klasse wiederholen. „Ich habe die Zeit genutzt, das Ganze zu verarbeiten und einen Neustart zu machen.“

Celine möchte anderen Betroffenen Mut machen

Über Instagram lernt Celine ihren jetzigen Freund kennen, der in Nordrhein-Westfalen lebt. Nach drei Jahren Fernbeziehung verlässt sie ihre Heimat in der Südpfalz und zieht zu ihm. Im Corona-Lockdown stößt sie dann auf den Verein „JUUUPORT“, der Jugendliche bei Cybermobbing und anderen Problemen im Internet berät. Celine lässt sich dort als Medienscout ausbilden und engagiert sich eine Zeit lang ehrenamtlich: „Ich habe quasi genau solchen Jugendlichen geholfen, die das Gleiche erlebt haben wie ich.“

Celine entscheidet sich, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen, um Betroffenen Mut zu machen: „Es hat schon ein bisschen Überwindung gebraucht. Aber im Endeffekt geht es ja darum, dass man einfach darüber spricht. Es ist eine Sache, die mir sehr am Herzen liegt.“

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