Man kann das nicht lesen oder fühlen. Man muss einfach das Klavier auf die Straße bringen und das alles sehen.
Mit zehn Jahren wollte Ivan Rockstar werden. Mit fünfzehn sieht er auf YouTube einen Mann auf der Straße Gitarre spielen. Genau das wollte er auch machen. In Tschechien sammelt er erste Erfahrungen „Ich hatte meine Gitarre dabei und ich habe gesagt, ich würde das gerne probieren. Ich würde gerne zur Straße gehen und einmal singen. Ich bin nicht ein toller Sänger damals stimmt. Aber ich habe es versucht und es hat Menschen gefallen. Und ich habe verstanden: Ich will so was.“
Ivan kommt aus der Ukraine, sein Heimatort liegt im Kriegsgebiet, nur wenige Kilometer von der Front entfernt. Seine Familie möchte ihren Heimatort nicht verlassen. Ivan ist seit ein paar Jahren in Deutschland, denn seine Freundin und heutige Frau hat einen Job in Gerolstein angefangen. Eine Fernbeziehung wollte das Paar nicht führen, daher entschied sich Ivan nachzukommen. „Seit dem ersten Tag bin ich in Trier verliebt.“ Er mag die Ruhe, die kleinen Straßen, die Architektur. Im Vergleich zu Köln ist es hier ganz anders.
Eine Gitarre hat Ivan nicht mehr dabei, dafür ein Klavier. In der Trierer Innenstadt spielt er alle zwei Wochen in der Fußgängerzone. In den ersten Tagen hat sich eine Runde von Menschen um ihn versammelt und das war für ihn ein unvergessliches Gefühl. „Musik vereint. Die Menschen stehen zusammen und du fühlst dich wie in einer Community. Sie sind alle wie vereint, sie kennen dieses Lied. Sie singen es oder hören einfach zu. Sie alle haben etwas Gemeinsames, was sie verbindet. Deshalb kann ich sagen, genau dieses Gefühl berührt mich.“
Manchmal kommen auch andere Musiker und dann wird zusammen musiziert. Seine Zuhörerinnen und Zuhörer kommen jede Woche und hören ihm zu. Dass er damit nicht viel Geld verdient und seine Frau die Hauptverdienerin ist, stört ihn nicht. Er hat auch schon als Mechatroniker gearbeitet, aber:
Mir reicht das, ich werde lieber Klavier spielen und weniger verdienen als etwas zu machen, was ich nicht mag.
Mehr Heimat
„Fußball mag ich nicht. Das ist komplett anders als bei anderen Jungs.“ Darum rettet Emil (13) in seiner Freizeit Raupen
Emil (13) aus Künzelsau und Juliana aus Schrozberg lernen sich über ihr gemeinsames Hobby kennen: Raupen retten und zu Schmetterlingen aufziehen.
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