Der Alltag im Kinderhospiz: Christian (37) begleitet Familien durch schwere Zeiten

Mit dem Thema Tod wird Christian täglich konfrontiert. Er arbeitet im Kinderhospiz in Dudenhofen und begleitet Familien mit einem lebensverkürzt erkrankten Kind.

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Von Autor/in Anni Gebhard

Es berührt mich total und es macht mich sehr dankbar, dass ich diese Arbeit machen darf.

Wenn Kinder sterben müssen

Seit elf Jahren arbeitet Christian im Kinderhospiz eng mit Familien zusammen, deren Kinder lebensverkürzend erkrankt sind. „Ich arbeite mit den Eltern, mit den erkrankten Kindern, aber auch mit den Geschwisterkindern. Alle drei sind super wichtig, denn die Eltern, die erkrankten Kinder und die Geschwisterkinder haben ihre Themen.“  

Das Team im Kinderhospiz legt Wert auf die Bedürfnisse der ganzen Familie 

 In den Ferien sind die Familien häufig für Entlastungsaufenthalte im Hospiz. Hier geben die Pädagogen ihr Bestes, dem erkrankten Kind, den Eltern und den Geschwisterkindern gerecht zu werden. Dabei gehen sie auf viele Wünsche ein: „Das kann alles sein: Das kann sein, dass sie einfach mehr Zeit mit Mama und Papa verbringen wollen. Es kann aber auch sein, dass sie sagen: Wir wollen Zeit mit den Pädagogen verbringen und Ausflüge machen.“  

Vom Bänker zum Sozialpädagogen: Christians Weg zum Hospiz 

 Davor arbeitet Christian als Bankfachwirt: „Ich habe dann irgendwann beschlossen, dass das nicht mehr mein Bereich ist.“ Danach studiert er soziale Arbeit in Mannheim und verliebt sich in seinem Praxissemester in seinen jetzigen Beruf: „Ich bin dankbar für das, was mein Beruf mit mir gemacht hat und wie ich die Welt, das Leben und auch den Tod anders sehe und verstehe: Wenn man so Alltags Wehwehchen hat, wie die lange Schlange im Rewe: Come on. Was ist das für ein Problem? Es relativiert sich Einiges und das tut gut, weil es auch wirklich zeigt, was das Wichtige im Leben ist.“  
  

Tabuthema Sterben  

 Das Hospiz in Dudenhofen ist für Christian ein Ort, „wo Menschen zum Sterben hingehen können, aber auch um ganz viel Lebensqualität zu erfahren“. Er findet, dass das Thema Sterben, besonders bei Kindern und Jugendlichen, in der Gesellschaft ein Tabuthema darstellt: „Deswegen kann ich nur jedem empfehlen, ein Kinderhospiz bei einem Tag der offenen Tür anzuschauen, um zu spüren, wie viel Lebensfreude allein die Räumlichkeiten und das Personal ausstrahlen, das hier arbeitet. Und dann kriegt man, denke ich, ein Gefühl für unsere Arbeit.“ 

Die ehrenamtliche Sterbebegleiterin Katharina steht vor einem See. Sie trägt ihre Haare offen und hat einen schwarzen Mantel an, unter dem sie einen schwarz-weißen Rollkragenpullover trägt.

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