Wir haben euch gefragt: ‚Gibt es in unserer Community auch Menschen, die von Armut betroffen sind?‘ Einige von euch haben uns geschrieben, aber die wenigstens wollten ihre Geschichte in der Öffentlichkeit erzählen.
Hana wollte uns ihre Geschichte erzählen, wenn auch anonymisiert. Sie schämt sich nicht für ihre Situation, will aber ihre Kinder davor schützen, zu sehr damit konfrontiert zu werden.
Hanas Geschichte
Hana ist alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Dass sie und ihre Kinder mit wenig auskommen müssen, zeigt sich auf den ersten Blick nicht.
„Armut muss man nicht sehen, nicht an der Kleidung, nicht am Haushalt, aber als Mutter schwingt das immer mit.“
Über die Jahre hat sich Hana Tricks und ein Netzwerk erarbeitet, mit deren Hilfe sie zumindest ihren Kindern das Gefühl geben kann, es fehle an nichts. „Ich habe tolle Freunde, die mich in vielem unterstützen. Die sagen dann: ‚Ich habe das Spielezimmer oder die Kleider ausgemistet, Hana möchtest du was davon?”
Ihre eigenen Bedürfnisse stellt sie seit siebeneinhalb Jahren hintenan. „Jede Frau weiß, glaube ich, wie es ist: ‚Oh schön, ich war beim Friseur. Oh schön, ich habe einen schönen neuen Pulli, in dem ich mich wohl fühle. Wenn das seit Jahren nicht gegeben ist, kann man sich nur schlecht fühlen.“
Was sie auch vermisst, ist ihre finanzielle Unabhängigkeit. Hana ist gelernte Friseurin, kann ihren Beruf aber mit den Kindern nicht ausüben.
„Der Lohn ist ein Witz. Selbst wenn ich 40 Stunden arbeiten würde, würde nichts hängenbleiben. Und ich wäre weiterhin auf staatliche Unterstützung angewiesen.“
Besonders frustet sie, das Gefühl, dass es Alleinerziehenden mit schlechter bezahlten Berufen so schwer gemacht wird, sich aus dieser Situation zu befreien. Die Fachhochschulreife nachzuholen, musste sie abbrechen, als sie merkte, dass sie mit dem BAföG-Satz als Familie nicht auskommen. Und in Bewerbungsgesprächen bekommt sie zu hören, der Job sei mit alleinerziehender Mutter nicht vereinbar.
Hana sieht deshalb vorerst nur eine Perspektive: „Dass ich dann durchstarten kann, wenn die Kinder ein bisschen älter sind.“
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