Wenn irgendjemand ruft, wenn etwas in der Teestube ist, dann bin ich natürlich da.
13 Jahre im Ehrenamt
Seit 2013 arbeitet Franz ehrenamtlich in der Teestube in Friedrichshafen: „Die Teestube ist ein Ort für Zuflucht. Ein Treffpunkt für Menschen, die es nicht so gut haben im Leben. Für einsame, alte, obdachlose Menschen. Menschen, die keine Heimat haben. Bei uns gibt es Kaffee für 20 ct, ein belegtes Brötchen für 30 ct. Tee, Saft und Wasser sind umsonst. Hier geht keiner hungrig oder durstig raus. Wir reden mit den Leuten. Die suchen bei uns Hilfe und wir geben die Hilfe.“
Ruhestand? Nicht für Franz
Nach 45 Jahren Arbeit entscheidet sich Franz dazu, sich ehrenamtlich zu engagieren: „Ich habe gesagt, das ist nichts für mich, wenn ich jetzt zu Hause rumsitze. Da kann man Menschen helfen, was ich schon immer gern gemacht habe.“ Als Franz noch gearbeitet hat, verbrachte er Zeit mit den Bewohnern eines Altersheims, brachte ihnen Salate oder ging mit ihnen spazieren. Durch Zufall kommt er zur Teestube: „Die erste Zeit war für mich nicht so einfach. Damals war es ziemlich stressig. Da hat man noch geraucht. Da sind viele gekommen mit Alkohol- und Drogenproblemen, und da ging es ziemlich heftig zu. Ich dachte, das mache ich nicht lang mit. Wie viele Arme es gibt und die Not, das kannte ich so nicht. Deswegen war das für mich ziemlich aufwühlend. Aber ich habe es durchgehalten, weil ich gesehen habe, dass die Teestube gebraucht wird und dass Menschen gebraucht werden, die diese Arbeit tun. Das hat mich motiviert und motiviert mich immer noch.“
Ehrenamt im Alter: Franz ist für andere da
Der 73-Jährige kommt mit den Gästen in der Teestube auch gerne ins Gespräch und bietet ein offenes Ohr an: „Ich habe gelernt, dass man die Menschen nicht im Vorfeld verurteilen kann. Jeder Mensch hat sein eigenes Schicksal und das muss man respektieren. Ich habe so viele Schicksale erfahren von Leuten und solche Menschen kann man ja nicht einfach verstoßen. In jedem Menschen sieht man was Gutes. Es macht mir Spaß, Menschen zu helfen. Das gibt mir Freude.“
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