Ich mache das ja nicht, um in der Öffentlichkeit zu sein. Ich mache es, weil ich es gern mache.
Eigentlich hat Gastwirt Hansi (67) seinen Kochlöffel an den Nagel gehängt. Doch als für den mittwochs stattfindenden Mittagstisch der Senioren und Seniorinnen vom Förderverein St. Fridolin ein neuer Koch gesucht wird, sagt Hansi gleich zu. Und so steht der Gastronom jetzt wieder einmal in der Woche am Herd und kocht gemeinsam mit seiner Frau Anja und anderen Ehrenamtlichen. „Das passt total gut, dass wir hier alle unterstützen können und es erfüllt ihn, macht ihn froh und mich auch“, erklärt Anja. Und „der Mann sitzt nicht nur zu Hause“, ergänzt Hansi schmunzelnd.
Mit dem Ehrenamt will Hansi etwas zurückgeben, auch weil er im Berufsleben keine Zeit für ein ehrenamtliches Engagement hatte
So hat Hansi in seiner Rente eine sinnvolle Aufgabe, bei der er etwas zurückgeben kann: „Ich habe mein ganzes Leben viel gearbeitet. Ich will noch was tun, auch mit 67. Es macht Spaß, noch was zu leisten. Ich habe in meinem Berufsleben nicht viel Zeit gehabt, im Ehrenamt etwas zu tun. Und wenn ich die Herrschaften sehe, die gegessen haben und die mir gratulieren zu meinem Essen, ist das natürlich unheimlich schön. Ich habe ein schönes Leben und hier kann ich noch mal was zurückgeben.“
Wiedersehen mit ehemaligen Stammgästen beim Seniorentreff
Bevor er in Rente gegangen ist, hat Hansi drei Wirtschaften in Lörrach geführt. Und jetzt bei seinem Ehrenamt trifft er viele ehemalige Gäste wieder, so wie seinen Stammkuchen Paul (92): „Das finde ich ganz toll, dass er, nachdem er den ‚Wilden Mann‘ aufgegeben hat, sich hier beim Förderverein engagiert. Er ist der Fachmann.“
Die Senioren und Seniorinnen sind sehr zufrieden mit dem neuen Koch und freuen sich auf jeden Mittwoch
Der Mittwoch im Gemeindehaus macht zufrieden: Hansi, seine Frau und natürlich auch die Senioren und Seniorinnen. Nach dem Essen haben alle ein Lächeln im Gesicht: „Es ist ein schöner Moment. Man hat es geschafft. Umso mehr bin ich natürlich froh, wenn alle zufrieden sind, dass ich nicht die Teller hinterhergeworfen kriege. Da bin ich immer ganz zufrieden. Dass wir mittwochs kochen, ist einfach nur schön.“
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