Vintage und Glanz im Fachwerk

In Ulrikes Fachwerkhaus funkeln, glitzern und scheinen viele Dinge: Ihr Einrichtungskonzept beschreibt sie selbst als „Wimmelbild“ aus diversen leuchtenden und historischen Vintage-Stücken.

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Von Autor/in Julia Weber

Schon als Kind konnte Ulrike an keinem glitzernden Stein vorbeigehen und das sieht man auch heute in ihrem Fachwerk-Haus deutlich. Da finden sich Steine aus dem Wald, die funkeln, neben Kristallgläsern und Vintage-Lampen, die leuchten, und 60er-Jahre-Handtaschen, die glitzern.

Viel Licht trotz kleiner Fenster

Ihr altes Fachwerk-Bauernhaus ist etwas dunkel und die Fenster sind klein. Um dem entgegenzuwirken, arbeitet sie mit Spiegeln, die das einfallende Tageslicht reflektieren und so Räume heller erscheinen lassen. Antike Spiegelschränke im Wohnzimmer und im Obergeschoss wirken wie ein zusätzliches Fenster.

Lichtspiel mit Glaskristallen und Spiegeln

Auch reflektierendes Licht fasziniert sie: Wenn um 16 Uhr das Sonnenlicht auf ihre 60er-Jahre-Lampe mit geschliffenen Glaskristallen trifft und kleine Regenbögen an die Wand wirft, setzt sie sich mit einem Kaffee aufs Sofa und genießt das Lichtspiel. Wenn sie irgendwo einen Regenbogen am Himmel sieht, muss sie direkt ein Foto machen – dafür hält sie auch sogar manchmal auf der Autobahn an.

Ulrike liebt den Vintage-Look mit alten Möbeln

Als gelernte Goldschmiedin repariert sie auch Schmuckstücke für ältere Kundschaft, die ihr dann im Gegenzug ein ausrangiertes Möbelstück vermacht. Dinge, die eine Geschichte haben, sind für sie mehr wert als ein teures, neu gekauftes Möbel. Außerdem findet sie antike und gebrauchte Möbel oft viel wertiger, mit besserer Qualität und Handarbeit.

Traum vom Leben auf dem Land

Ulrike ist in Brühl bei Köln aufgewachsen, hatte sich aber immer nach einem Leben auf dem Land gesehnt. Schon in ihrer Kindheit hat sie die Ferien bei der Tante im Grünen verbracht. Das hat sie nie wieder losgelassen. Ihr war klar: Sie will mal auf dem Land leben.

Mehr Platz für Projekte

Als Goldschmiedin hatte sie außerdem den Wunsch, eine Immobilie zu finden, in der sie auch Goldschmiedekurse anbieten kann. Nach längerer Suche findet sie in der Eifel ein 1.040 Quadratmeter großes Grundstück mit Scheune und kleinem Bauernhaus. Ihr gefällt es auf Anhieb und nach der ersten Besichtigung mit einem befreundeten Gutachter ist klar: Das alte Fachwerkhaus ist ihr Traumhaus.

Aufwendiger Umbau von Fachwerkhaus und Scheune

Für 95.000 Euro kauft sie 2017 den Hof. Doch es steht ihr eine aufwendige Sanierung bevor. Ulrike steckt 245.000 Euro in die Sanierung: Das Fachwerkhaus muss gedämmt werden, die Decke angehoben, der Dachstuhl geöffnet und feuchte Balken ausgetauscht werden. Und für die Scheune wird ein neuer Kredit fällig. Der Umbau der Scheune wird auf zusätzliche 150.000 Euro geschätzt.

Ulrike fühlt sich angekommen

Ulrike wird immer wieder gefragt, weshalb sie sich allein als Frau so einen Hof kauft. Auch bei der Bank ist es nicht selbstverständlich, als selbstständige, alleinstehende Frau einen Kredit zu bekommen. Aber sie genießt das entschleunigte Leben, ist mittlerweile gut in der Dorfgemeinschaft angekommen und hat den Schritt nie bereut.

Ulrikes funkelndes Zuhause: ein Ort zum Leben und kreativ sein – das hat sie sich immer gewünscht.

Bacharach

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Autor/in
Julia Weber
Ein Film von
Lukas Remmel (Kamera), Lennart Haneklaus (Kamera), Jonas Pardeyke (Ton) und Stephan Krakau (Schnitt).