An der Hard in Blankenborn

Ein Film von Stefanie Fink

Blankenborn liegt, von Wäldern umgeben, malerisch in einem Tal. Dass die 150-Einwohner-Gemeinde seit 1971 als Stadtteil von Bad Bergzabern gilt, ist geografisch nur schwer nachvollziehbar. Zum einen trennen etliche Kilometer die Südpfalzmetropole von ihrem nordwestlichen Ausläufer. Und dann hat Blankenborn so rein gar nichts urbanes.

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Hier ist die Welt zu Ende, mag mancher denken, der in den Ort hineinfährt und auf der anderen Seite nicht wieder herausfindet. 65 Häuser, eine Kirche, eine Gaststätte mit ein paar Fremdenzimmern, das ist alles. Ein Dorf - denn das ist Blankenborn trotz Eingemeindung gefühlt immer noch - als Sackgasse. Und damit nicht genug: die meisten Straßen enden auch im nichts oder, besser gesagt, in der Natur. "An der Hard" ist da keine Ausnahme. Die steil ansteigende kleine Straße mit nur neun Häusern bietet ihren Anwohnern alle Vor- und Nachteile einer typischen Sackgasse. Die Woche über kaum Verkehr, so dass die Kinder auf der Straße spielen können. Am Wochenende verirren sich dann aber gerne die Touristen, mühsame Wendemanöver inklusive.

"An der Hard" leben Ur-Blankenborner und Zugezogene nach einhelliger Aussage gut miteinander, und fast alle haben oder hatten auch im Leben so ihre persönlichen Sackgassen. Der Arzt im Ruhestand vom unteren Ende der Straße wollte seinerzeit mitsamt Familie unbedingt raus aus der Stadt und fand in einem kleinen Bauernhäuschen den idealen Zufluchtsort. Sein Nachbar hatte sich beruflich festgefahren und ist heute statt Profimusiker Förderlehrer. Und der Familienvater von gegenüber sitzt sogar wirklich ein bisschen fest in der Sackgasse. Er wollte immer raus aus Blankenborn und hat dann doch das Haus der Großeltern übernommen, damit es nicht in fremde Hände kommt. Es gibt schlimmere Schicksale, sagt er inzwischen. Und da geben ihm die anderen Sackgassen-Bewohner von Herzen recht.

Erstmals publiziert am
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Autor/in
SWR