Wir bereisen den Nordwesten des Subkontinentes mit einem besonderen Zug, dem Deccan Odyssey. Der nach der Dekkan-Hochebene benannte Luxuszug besteht aus 21 Waggons, in denen bis zu 88 Fahrgäste Platz finden. Wir haben uns für die „Indian Odyssey“ entschieden, eine achttägige Reise, die in Indiens Hauptstadt Neu-Dehli beginnt. In Old Dehli unternehmen wir eine Rikschafahrt zum Bangla Sahib Gurudwara, einem bedeutenden Heiligtum der Sikhs. Wir dürfen teilhaben an Langar, einem Gemeinschaftsessen, das helfen soll, die großen gesellschaftlichen Unterschiede in Indien zu überwinden.
Am späten Nachmittag steht der Deccan Odyssey am Bahnhof Dehli Safdarjung bereit. 58 Fahrgäste beziehen ihre Abteile. 46 Mitarbeiter im Zug sorgen in der nächsten Woche für einen 5-Sterne-Service im Luxuszug, der wie bei einer Kreuzfahrt hauptsächlich nachts unterwegs ist. Nach dem ersten 5-Gänge-Abendessen im Zug und einem Drink an der Bar ist Bettruhe. Am nächsten Morgen erreicht der Zug den berühmten Ranthambore Nationalpark mit seiner faszinierenden Tierwelt. Es handelt sich um das einstige Jagdrevier des Maharadschas von Jaipur. Auf einer Safari erleben wir unter anderem den Bengalischen Tiger in freier Wildbahn. Nach einer weiteren Nacht im Zug kommen wir am nächsten Morgen nach Agra. Am Horizont erscheint ein schneeweißes Monument – der majestätische Taj Mahal. Großmogul Shah Jahan ließ den Bau zum Gedenken an seine 1631 verstorbene Gattin Mumtaz Mahal errichten.
Am nächsten Tag besuchen wir Jaipur, die Hauptstadt Rajasthans. Der Palast von Amber, der ursprüngliche Herrschersitz der Maharajas, gehört hier zu den Hauptattraktionen. Erbaut zwischen 1586 und 1614 ist er ein typisches Beispiel für die hinduistische Baukunst. Elefanten halfen beim Bau. Auch heute werden die heiligen Tiere noch teilweise als Arbeitstiere eingesetzt. Besser geht es den Dickhäutern in Hathi Gaon. Es ist das erste Elefantendorf Indiens. Die Tiere leben hier gemeinsam mit den Familien ihrer Mahuts und werden wie Familienmitglieder behandelt. Nach einer weiteren ruckeligen Nacht im Deccan Odyssey erreichen wir Udaipur. Vor der Kulisse der Araveli-Berge spiegeln sich märchenhafte Paläste im Pichhola-See. Herausstechend, der Lake Palace. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Palast als Sommerresidenz des Maharadschas Maharana Jagat Singh II. auf einer Insel erbaut.
Im heutigen Luxushotel fanden 1982 die Dreharbeiten des 13. James-Bond-Filmes Octopussy statt, wodurch das Hotel weltberühmt wurde. Die letzte Station der Schienenkreuzfahrt im Deccan Odyssey ist Aurangabad. Hier listet die Unesco die 34 Höhlentempel von Ellora als Welterbe. Das einzigartige Kunstwerk mit seinen buddhistischen, hinduistischen und jainistischen Heiligtümern verkörpert den Geist der Toleranz, der für das altertümliche Indien charakteristisch war. Nach einer Woche geprägt von Luxus und Kultur endet unsere Schienenkreuzfahrt im Deccan Odyssey nach 3.000 Kilometern in Mumbai.
zur arte-Mediathek: Mit dem Luxuszug durch Indien
(ESD arte: 12.09.2025)