In der Verwaltungsdirektion erfolgt die kaufmännische und finanzielle Steuerung des Südwestrundfunks. Neben den Bereichen Personal und Finanzen gehören dazu alle infrastrukturellen Themen sowie die Archivierung und Dokumentation von Sendungen und Produktionen des Südwestrundfunks sowie des Saarländischen Rundfunks. Diese Themengebiete verteilen sich auf vier standortübergreifende Hauptabteilungen: Finanzen, Personal und Rechtemanagement, Service und Gebäudemanagement sowie Information, Dokumentation und Archive.
Einführung von SAP und Umstellung der Umsysteme im SWR
Der SWR hat zum Jahreswechsel 2024/25 erfolgreich die neue ARD weite SAP-Plattform eingeführt. Hierzu gehören auch ein einheitliches Dienstreisesystem sowie eine neue Anwendung zur Beschaffung von Waren und Dienstleistungen. Alle beteiligten Mitarbeitenden wurden in ca. 150 neuen Prozessen in 60 Webinaren und 90 Sprechstunden-Terminen qualifiziert, Schulungsunterlagen zum Selbststudium stehen in der internen E-Learning Plattform zur Verfügung.
Seit Januar 2025 ist damit die größte Verwaltungsstrukturreform in der Geschichte der ARD realisiert: Alle neun ARD Landesrundfunkanstalten, die Deutsche Welle und das Deutschlandradio haben ihre Verwaltungsprozesse z. B. für Finanzen, Dienstreisen, Controlling und Beschaffung in einem einheitlichen SAP-System harmonisiert und standardisiert. Durch schlankere Strukturen und effiziente Arbeitsabläufe werden nicht nur signifikante Einsparungen erzielt, sondern auch die Grundlage für die Einführung gemeinsamer Shared Services geschaffen, die künftig Aufgaben wie die Dienstreiseabrechnung für alle Rundfunkanstalten zentral übernehmen könnten.
SWR4 Reform und personeller Umbau
2023 wurde entschieden, dass SWR4 Baden-Württemberg und SWR4 Rheinland-Pfalz enger zusammenrücken. Seitdem wird das Radioprogramm bis auf vier Stunden aus Stuttgart gesendet, jedoch für beide Bundesländer gemeinsam geplant und moderiert. Für die Primetime gibt es nach wie vor getrennte Frühsendungen aus Stuttgart und Mainz und den ganzen Tag über eigene Hauptnachrichten für jedes Bundesland. Die insgesamt 13 SWR Studios im Sendegebiet steuern die jeweiligen Regionalnachrichten zur halben Stunde bei.
Dass SWR4 nun in weiten Teilen als gemeinsames Programm für beide Bundesländer produziert wird, ergibt sich aus der angespannten finanziellen Situation. Der SWR muss sich schlanker aufstellen und Kosten einsparen. Gleichzeitig soll der Umbau wie alle vorangegangenen Programmreformen des Senders sozialverträglich erfolgen. Um jenen SWR4 Mitarbeitenden, deren Aufgabe perspektivisch entfällt, eine Beschäftigung an anderer Stelle im SWR zu ermöglichen, wurde gemeinsam mit der Personalvertretung ein neuartiger personeller Transformationsprozess entwickelt. Ziel war es, den rund 30 betroffenen Beschäftigten eine neue berufliche Perspektive im SWR zu bieten. Dazu wurde ein faires und transparentes Verfahren aufgesetzt: Mitarbeitende wurden bevorzugt auf andere freie Positionen im SWR vermittelt. Dazu erhielten sie Beschäftigungsangebote und zudem die Chance, sich für die neue Aufgabe zu qualifizieren.
Strategische Flächenentwicklung im SWR
Sich verändernde Arbeitsanforderungen und Rahmenbedingungen erfordern eine ständige Weiterentwicklung der Immobilienstrategie des SWR: Die Umsetzung des Desksharing-Faktors von 0,6 bei allen Neubauten und Umzügen führt teilweise zu Leerständen, wodurch Flächen entweder reduziert oder effizienter genutzt werden können. Veräußerte Gebäude und Flächen dienen der Teilfinanzierung erforderlicher Baumaßnahmen. Der SWR ersetzt sanierungsbedürftige Gebäude durch kleinere, moderne Bauten für multimediale Redaktionsarbeit. Ziel dabei sind geringere Unterhalts- und Energiekosten – wie sie die KEF auch in ihrem Immobiliengutachten im 24. Bericht fordert.
Verkauf Lager Saarstraße
Im Jahr 2024 trennte sich der SWR von einem Großteil seiner Requisiten in Baden-Baden, wodurch die dreistöckige Lagerhalle mit 10.000 Quadratmetern Fläche an der Saarstraße in Baden-Baden verkauft werden konnte. Mit den frei gewordenen Mitteln kann die digitale Transformation des SWR vorangetrieben werden.
Eröffnung Studio Mannheim-Ludwigshafen
Das neue Studio Mannheim-Ludwigshafen nahm am 29. April 2024 den Betrieb auf. Rund 90 Kolleginnen und Kollegen berichten für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz multimedial aus der Region. Der Neubau am Neckarufer ist zwar nur etwa halb so groß, bietet aber im Vergleich zum alten Studio multimediale Redaktions- und Produktionsflächen für alle Ausspielwege. Auch die Betriebskosten werden aufgrund der kompakteren und energieeffizienteren Bauweise nachhaltig sinken. Das bisherige Gebäude aus dem Jahr 1988, das teuer hätte saniert werden müssen, wurde verkauft und soll künftig vom Technoseum genutzt werden, das dort auch die historische Studiotechnik des SWR ausstellen will.
Eröffnung Studio Heilbronn
Seit dem 27. November 2024 berichtet das rund 40-köpfige Team des Studios Heilbronn aus den neuen Räumlichkeiten im Gewerbegebiet Schwabenhof. Die Kolleginnen und Kollegen sind zuständig für den Stadt- und Landkreis Heilbronn, den Hohenlohekreis, den Main-Tauber-Kreis und den Landkreis Schwäbisch-Hall. Das alte Studio in der Innenstadt war nach 51 Jahren nicht mehr zeitgemäß und eine Sanierung wäre teurer gewesen als der Neubau. Die neuen Räumlichkeiten bieten maximale Flexibilität für multimediale Audio- und Videoproduktionen. Das Gebäude wird über Solarstrom und Ökostrom mittels Wärmepumpe beheizt und gekühlt, sodass der Primärenergiebedarf rund 50 Prozent unter den gesetzlichen Vorgaben liegt.