ARD CrimeTime

Findet Felix! - Das gestohlene Baby

Dresden, 1984: Ein Baby wird aus einem Kinderwagen gestohlen, der KGB scheint involviert. Die ARD CrimeTime-Dokuserie „Findet Felix!" folgt der Suche, die bis ins heutige Russland reicht. Ab 17.12.2025 in der ARD Mediathek, am 7.1.2026, 1 Uhr, im SWR.

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Dresden, 1984: Ein fünf Monate altes Baby verschwindet plötzlich aus einem Kinderwagen vor dem „Centrum“-Warenhaus. Heute wäre Felix 41 Jahre alt – und vermutlich lebt er unter falschem Namen irgendwo in Russland. Die dreiteilige ARD CrimeTime-Dokumentation „Findet Felix! - Das gestohlene Baby“ rollt einen der rätselhaftesten Entführungsfälle der deutschen Nachkriegsgeschichte neu auf – und begleitet eine Familie, die die Suche nach ihrem Sohn seit über vier Jahrzehnten nicht aufgibt. Mit Hilfe von Cold-Case-Ermittler, DNA-Datenbanken, KI-Technologie und alten Stasi-Akten führt die Spur von Dresden über sowjetische Militärverwaltungen bis ins heutige Kaliningrad.

Immer wieder stoßen die Ermittler dabei auf Lücken, Widersprüche und erstaunlich gut geschützte Namen. Neue Hinweise, ein fragwürdiges Bernsteinbild und ein russischer Militärstaatsanwalt, der nach Jahren plötzlich wieder ermittelt, bringen Bewegung in einen Fall, der jahrzehntelang geschlossen wurde – und heute mehr Fragen als Antworten aufwirft.

Der Autor des Films, Peter Dörfler, bereitet den Fall in visuell und dramaturgisch einzigartiger Weise exklusiv für die ARD Mediathek auf. Peter Dörfler wurde 2025 mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Doku-Serie“ für die Serie „German Cocaine Cowboy“ ausgezeichnet.

Folge 1: Der leere Kinderwagen

Dresden, 1984: Ein Säugling verschwindet spurlos aus einem Kinderwagen vor dem „Centrum“-Warenhaus. Die Kriminalpolizei (Kripo) fahndet mit 50 Beamten – doch das Kind bleibt verschwunden. Erst als eine Woche später ein Findelkind in einem Hausflur auftaucht, kommt Bewegung in den Fall. DNA-Spuren und Ermittlungen ergeben: Beide Babys sind Teil desselben Verbrechens. Die Stasi wird eingeschaltet, Hinweise führen zur Sowjetarmee – doch Baby Felix bleib verschwunden. Jahrzehnte später rollen die Eltern den Fall selbst auf, mit Hilfe von KI, alten Akten und neuen Ermittlern. Ihre Frage: Was, wenn Felix nie gesucht wurde, weil man ihn nie finden wollte?

Folge 2: Spur nach Russland

Kaliningrad, 2016: Jahrzehnte nach Felix’ Verschwinden erhält Vater Eberhard einen rätselhaften Anruf aus Russland. Eine Spur führt ihn zu Jurij Senko – einem Mann, der einst für den Geheimdienst KGB gearbeitet hat und ungeahnte Details über den Fall preisgibt. In einer Garage überreicht Senko ein Bernsteinbild. Eine neue Spur? Die Ermittlungen führen zurück in die 1980er: zu einem sowjetischen Armee-Krankenhaus in Dresden, zu einer möglichen Verschwörung, einem gezielten Kindes-Austausch – und zu Verbindungen in den Machtapparat der damaligen Sowjetunion. Lebt Felix heute als erwachsener Mann unwissend unter anderem Namen in Russland?

Folge 3: Ganz nah dran

Moskau, 2006: Die Eltern von Felix treffen erstmals einen russischen Militärstaatsanwalt – angeblich mit Auftrag von Staatschef Wladimir Putin. Die versprochene Hilfe gerät ins Stocken. In Deutschland bleiben zentrale Ermittlungsakten unter Verschluss – aus Gründen der Geheimhaltung. Ein ehemaliger Ermittler vermutet: Der Täter könnte als Quelle, Spion oder gar Doppelagent gearbeitet haben. Während neue DNA-Spuren ausgewertet und alte Beweismittel erneut geprüft werden, steht am Ende eine unbequeme Frage: Ist der Fall Felix ein Familiendrama – oder längst ein Politikum?

ARD CrimeTime: Findet Felix! – Das gestohlene Baby

Ab 17. Dezember 2025 in der ARD Mediathek, am 7. Januar 2026, 1 Uhr, im SWR.

In der Charité wird ein mögliches Beweisstück untersucht – das Bernsteinbild tauchte erst 2016 auf.
In der Charité wird ein mögliches Beweisstück untersucht – das Bernsteinbild tauchte erst 2016 auf. © SWR/ Doclights/Mathias Schöningh Bild in Detailansicht öffnen
Oberstaatsanwalt Christian Avenarius
Der ehemalige Oberstaatsanwalt Christian Avenarius stellte das Rechtshilfeersuchen an die russischen Behörden – es brachte neue Bewegung in den Fall. © SWR/ Doclights/Mathias Schöningh Bild in Detailansicht öffnen
Nach Jahrzehnten der Suche sitzen Felix’ Eltern beim Cold-Case-Ermittler Holger Kunkel (r.)
Nach Jahrzehnten der Suche sitzen Felix’ Eltern beim Cold-Case-Ermittler Holger Kunkel (r.) – in der Hoffnung auf neue Erkenntnisse. © SWR/ Doclights/Mathias Schöningh Bild in Detailansicht öffnen
Fotos und Dokumente rund um die Entführung
Ermittlungsbeginn 1984: Fotos und Dokumente rund um die Entführung von Felix liegen im Polizeibüro von Kommissar Schuldt bereit. © SWR/ Doclights/Frederic Batier Bild in Detailansicht öffnen
Der damalige KGB-Mitarbeiter Juri Senko
Der damalige KGB-Mitarbeiter Juri Senko stößt in der Schreibstube auf einen Bericht zur Kindesentführung von Dresden. (Nachgestellte Szene) © SWR/ Doclights/Frederic Batier Bild in Detailansicht öffnen
Ein Kind vor der Schrift "Findet Felix!"
ARD CrimeTime: "Findet Felix! Das gestohlene Baby" - dreiteilige SWR Dokuserie in der ARD Mediathek und im SWR Bild in Detailansicht öffnen

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Sibylle Schreckenberger

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