Zu oft am Bildschirm? So lässt sich Online-Zeit begrenzen

Nach dem gerichtlichen Vergleich beim Facebook-Konzern Meta fragen sich viele: Wie gut lässt sich Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen mit Blick auf die tägliche Bildschirmzeit verbessern? Daniel Ott, Projektleiter beim Präventionsprogramm „freii“, erkläutert im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr, wie das Programm helfen und Medienkompetenz verbessern kann. Spoiler: Es beansprucht nur ein paar Minuten am Tag und gibt Impulse, die von Nutzern gut bewertet werden.

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Wie hoch würden Sie eigentlich Ihre persönliche Bildschirmzeit beziffern? Kleiner Hinweis: Bei Erwachsenen liegt sie in Deutschland bei durchschnittlich drei Stunden pro Tag. Das schwankt allerdings stark je nach Altersgruppe und je nachdem, wie die Daten dazu erhoben werden. Bildschirmzeit: Wie viel ist noch okay, wann wird es zuviel? Gerade unter Kindern und Jugendlichen ist das ein großes Thema. Und entsprechend auch bei Eltern, Großeltern und Betreuungspersonen. Das Präventionsprogramm freii - mit Doppel-i - richtet sich ganz speziell an Kinder und Jugendliche und will einem "zuviel" an Bildschirmzeit vorbeugen. Es geht darum, Medienkompetenz zu vermitteln. Mittlerweile läuft es seit einem halben Jahr. Etwa 30.000 Kinder, Jugendliche und Familien und mehr als 170 Schulklassen haben daran teilgenommen.

Zwischenbilanz nach einem halben Jahr: Viele positive Rückmeldungen

Daniel Ott ist Projektleiter von freii und stellvertretender Leiter der "Villa Schöpflin - Zentrum für Suchtprävention" in Lörrach. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr zieht er eine Bilanz: Was Kinder etwa gut akzeptieren, ist, dass die App von freii auch interaktiv ist, also Rückmeldungen möglich und erwünscht sind. Außerdem gibt es viele Videos - was weniger Lese-Arbeit bedeutet - und es gibt einen persönlichen Guide, der durch das Programm führt. Daniel Ott weist darauf hin, dass Eltern gezielt einbezogen werden: "Was bei Kindern sehr gut ankommt: Dass ihre Eltern ein Teil von freii sind, zurecht sagen Kinder: Nicht nur wir haben ein Medien-Problem, sondern auch unsere Eltern, also die Erwachsenen." Die gute Nachricht: Die App von freii packt nur wenige Minuten am Tag auf die Bildschirmzeit der teilnehmenden Personen oben drauf. Und sie gibt Impulse, das Endgerät auch mal ganz zur Seite zu legen.  

Lörrach

Suchtmittel Smartphone Lörracher App will Schüler vor Handysucht schützen

Jugendliche, die ohne Ende am Handy daddeln. Die soll die kostenlose App "freii" der Lörracher Schöpflin-Stiftung vor einer Onlinesucht schützen. Laut Studie funktioniert das auch.

SWR4 am Mittwoch SWR4

Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Simon Dörr
Simon Dörr sitzt im Sendestudio von SWR Aktuell.
Onlinefassung
Alfred Schmit
SWR Aktuell-Redakteur und -Moderator Alfred Schmit