Upskirting-Videos auf der Wiesn: So funktioniert das Geschäft mit den Teufelsrad-Clips

Dass Menschen Frauen heimlich unter den Rock filmen, passiert offenbar immer wieder auf Volksfesten: Zum Beispiel auf dem Oktoberfest in München, auf dem Teufelsrad. Wer sind die Täter?

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Das Teufelsrad ist eine rotierende Holzscheibe von mehreren Metern Durchmesser. Deren Zweck ist es, dass Menschen, die darauf sitzen, durch die Fliehkraft möglichst spektakulär herunterfliegen. Die Täter nutzen den Moment, um Upskirting-Videos zu machen und diese ins Netz zu stellen.

Röcke fliegen auf dem Teufelsrad nach oben

Auf den Videos sieht man meistens das gleiche, sagt Katharina Brunner vom Bayerischen Rundfunk im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich. "Da sind Frauen, die auf einem Haufen auf dieser Scheibe sitzen. Die fängt sich an zu drehen. Im Laufe der kommenden Sekunden oder Minuten rutschen die Frauen dann mehr oder weniger spektakulär von dieser Scheibe herunter. Durch die Geschwindigkeit kann es passieren, dass - wenn die Frauen ein Dirndl tragen, die Röcke hochrutschen - und man dann die nackten Beine oder die Unterwäsche sieht." Diese Szenen seien so etwas, wie sexualisierte Fail-Videos.

Das ist eine Kombination aus 'Frauen unter den Rock schauen' und dem spektakulären Herunterrutschen von der Scheibe. Diese funktioniert besonders gut als Kurz-Videos, von zehn bis zwanzig Sekunden.

Neu gestaltete Frauenfiguren sitzen auf dem Oktoberfestgelände über dem Eingang am Teufelsrad.
Neu gestaltete Frauenfiguren sitzen auf dem Oktoberfestgelände über dem Eingang am Teufelsrad. picture alliance/dpa | Sven Hoppe

"Kontrollverlust für die gefilmten Frauen"

Die Kurz-Videos im Netz erreichen teils mehr als 70 Millionen Aufrufe. Betroffene sprechen vom Gefühl eines Kontrollverlustes und der Verzweiflung - weil es eben etwas anderes sei, wenn nur die Menschen vor Ort so etwas sehen könnten, als wenn es Millionen im Internet sehen können.

Wer sind die Täter?

Zu den Tätern gehören nach Recherchen von Katharina Brunner und ihrem Team Menschen aus Bayern, aber auch Profi-YouTuber aus der Ukraine.

Die sind immer auf der Suche nach Nischen für Videos, die besonders viral gehen können. Dabei haben sie unter anderem die Teufelsrad-Videos gefunden und nutzen diese systematisch, um Reichweite aufzubauen.

Sie seien dafür sogar extra mal nach München gekommen, um zu Filmen.

11KM Unter den Rock gefilmt - Geschäft mit Oktoberfest-Videos

Im Internet finden sich Tausende heimlich aufgenommene Videos von Frauen auf dem "Teufelsrad", einem Fahrgeschäft auf dem Oktoberfest. 11KM über das Geschäft mit den Aufnahmen und…

Viele Klicks bescheren den Tätern viel Geld

Die Aufnahmen sind ein lukratives Geschäft: Das wichtigste sind die Werbeeinnahmen, erklärt Brunner: "Je mehr Abrufe ein Video bekommt, desto mehr Geld kann es geben. Wenn da jemand ein paar Dutzend oder sogar hunderte Videos online stellt und nur eines viral geht, kann sich das schon lohnen."

Den Tätern nur schwer beizukommen

Für Aufnahmen des Intimbereichs riskieren Täter eine Geldstrafe oder sogar bis zu zwei Jahre Gefängnis. Der Upskirting-Paragraph 184k im Strafgesetzbuch greife aber bei Teufelsrad-Videos in der Regel nicht: "Zum Beispiel, wenn das gesamte Teufelsrad und die gesamte Szenerie mit Publikum gefilmt wird oder wenn der Fokus nicht direkt auf dem Intimbereich liegt." Allerdings will die Bundesregierung den Paragraphen verschärfen.