Bei den Verhandlungen über eine Waffenruhe in der Ukraine hat sich Russlands Präsident Wladimir Putin gesprächsbereit gezeigt. Allerdings stellt Putin Bedingungen: Über die ukrainischen Einheiten, die im August 2024 in die russische Region Kursk eingedrungen waren, sagte er, im Rahmen einer Waffenruhe sollten sie sich entweder ergeben oder sie würden sterben. Putin warf auch die Frage auf, wie eine Waffenpause funktionieren solle - also wer sie kontrollieren könne. Wer entscheide, dass die Waffenruhe gegebenenfalls gebrochen wurde und von wem? Grundsätzlich sei die Idee einer Waffenruhe zwar richtig, doch es gebe mit den Vereinigten Staaten noch viel Gesprächsbedarf.
Putin spielt mit Trump auf Zeit
Mit dieser Strategie will Putin offenbar nicht als Verhinderer einer Waffenruhe dastehen, stellt gleichzeitig aber Forderungen, dass die annektierten Gebiete dauerhaft Russland zufallen und die Ukraine neutral bleiben soll, die Ukraine also zum Beispiel nicht der NATO beitreten soll. Auch lehnt Putin weiter EU-Friedenstruppen ab. Das überraschende Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Putin liegt dabei mittlerweile vier Wochen zurück - vier Wochen, die Putin aber gezeigt hätten, dass er mit Trump auf Zeit spielen könne, meint Stefan Meister, Osteuropa- und Russland-Experte bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.
Ukraine wird "erpresst"
Gestern Abend hat sich Trumps Sondergesandter Steve Witkoff in Moskau mit Putin hinter verschlossenen Türen getroffen, so heißt es in Berichten. Dabei bleibt offen, ob sich der Kreml wirklich auf die US-Initiative einlässt. Stefan Meister findet, die Ukraine werde so erpresst:
Das sind Mafia-Methoden.
Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Bernhard Seiler analysiert Meister die Lage: Die Ukraine sei Trump letztlich egal. Sie laufe Gefahr, zum Bauernopfer zu werden, während es der neuen US-Regierung um ganz andere Fragen gehe.