Der sogenannte Tankrabatt, den die Bundesregierung zur Abfederung der Spritpreise eingeführt hat, hat die Hälfte seiner Laufzeit erreicht. Bis Ende des Monats gilt er noch, aber wie geht es danach weiter?
Tankrabatt wirkt, aber Zukunft an den Tankstellen unklar
Der Tankrabatt habe zwar etwas Bewegung in den Markt gebracht, sagt Birgit Priemer, Chefredakteurin von Auto, Motor und Sport. Gleichzeitig sei die Maßnahme von Anfang an umstritten gewesen. Manche Tankstellen hätten die Preise vor dem Start erst erhöht, um den Rabatt später leichter weiterzugeben. Das habe viel Unruhe ausgelöst. Priemer kritisierte zudem, der Tankrabatt helfe vor allem Menschen mit großen, verbrauchsintensiven Autos. Für sozial Schwächere sei er kaum ein gezieltes Instrument der Unterstützung.
Priemer findet Kosten für den Staat zu hoch
Aus ihrer Sicht stehen die Kosten in keinem guten Verhältnis zum Nutzen. Die rund 1,6 Milliarden Euro an Steuermindereinnahmen hätte man ihrer Ansicht nach anders einsetzen können. Priemer verweist darauf, dass Benzin und Diesel in Deutschland ohnehin stark mit Steuern und Abgaben belastet seien. Bei Benzin liege der Anteil bei rund 60 Prozent, beim Diesel bei etwa 50 Prozent. Deshalb brauche es aus ihrer Sicht eher einen generellen Hebel, der allen Verbrauchern und auch Unternehmen helfe.
Ab Juli: Energie-Bilanz wird wichtiger
Für die Zeit nach dem Auslaufen des Tankrabatts rät Priemer dazu, die eigene Mobilität genauer zu prüfen. Jeder müsse sich fragen, wie viele Kilometer wirklich gefahren würden und ob dafür immer das Auto nötig sei. Auch bei der nächsten Anschaffung lohne sich ein Blick auf sparsamere Modelle, Plug-in-Hybride oder ein Elektroauto. Wer die Möglichkeit habe, privat zu laden, könne ebenfalls umdenken. Benzin- und Dieselpreise würden ihrer Einschätzung nach schwer kalkulierbar bleiben und langfristig eher steigen.
Diesel- und Benzinpreise So tanken Sie heute günstig
Spritpreise am 14. Oktober 2026: Superbenzin kostet im Mittel 2,18€, E10 2,12€ und Diesel 2,23€ in Deutschland. So teuer ist es in Ihrer Nähe.
Neu- und Gebrauchtwagen: E-Autos legen deutlich zu
Trotz hoher Preise sieht Priemer eine wachsende Nachfrage nach Elektroautos - egal ob Neu- oder Gebrauchtwagen. Das liege nicht nur am Krieg gegen die Ukraine und den hohen Energiepreisen, sondern auch an einem besseren Angebot. Günstigere Modelle wie der Dacia Spring oder der Citroën ë-C3 machten den Einstieg leichter. Hinzu komme die wieder verfügbare Förderung. Im April seien die Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr um 41 Prozent gestiegen, der Marktanteil habe in Deutschland knapp 26 Prozent erreicht. Bei gefragten Modellen wie dem Mercedes CLA oder dem BMW iX3 gebe es inzwischen sogar monatelange Wartezeiten.
ISI-Studie offenbart Marktdynamik Boom bei gebrauchten E-Autos - Karlsruher Experten sehen Umstieg jetzt bezahlbar
Der Markt für gebrauchte E-Autos nimmt zu. Der Wechsel vom Verbrenner wird laut Experten vom ISI aus Karlsruhe bezahlbarer. Auch die Qualität der Fahrzeuge mache sie attraktiver.