Schwarz Digits: So will Schwarz Google und Co. Konkurrenz machen

Die Schwarz-Gruppe will Europas Cloud-Computing-Riese werden. Heute Nachmittag eröffnet der Mutterkonzern von Lidl- und Kaufland-Gründer Dieter Schwarz in Bad Friedrichshall im Kreis Heilbronn offiziell den sogenannten "Schwarz Digits Campus". Darüber spricht SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem mit Florian Doetsch aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.

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Von Autor/in Jonathan Hadem

Was bedeutet dieser Campus für Heilbronn - und welche Rolle soll er künftig im Konzern spielen?

"Dieser Campus ist mehr als nur ein einfacher Bürostandort: Er ist ziemlich modern gebaut, mit viel Glas und grünen Flächen zwischendrin. 3.500 Mitarbeiter sollen in dem ersten Bauabschnitt Platz finden - hauptsächlich IT-Beschäftigte der Schwarz-Gruppe," erklärt Doetsch. In Bad Friedrichshall arbeiteten dann Beschäftigte, die vorher in Heilbronn oder Neckarsulm angesiedelt waren.

Was bedeutet dieser neue Campus für das Unternehmen?

Die Zusammenarbeit werde erleichtert, weil die Beschäftigten nicht mehr an unterschiedlichen Standorten sitzen müssten, so Doetsch. "Allgemein steht dieser Campus sinnbildlich für die Entwicklung der Schwarz-Gruppe. Sie investieren seit Jahren massiv in digitale Geschäftsfelder. Hier werden diese Kräfte unter einem Dach gebündelt. Es gibt ein Mitarbeiterrestaurant und eine Kita - es ist also ein ganzheitliches Konzept."

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Dafür steht Schwarz Digits

"Schwarz ist längst nicht mehr nur der Lebensmitteleinzelhändler. Die Gruppe besteht mittlerweile aus fünf Sparten: Einmal Lidl und Kaufland, dann die Schwarz-Produktion (eine eigene große Lebensmittelproduktion), dem Entsorgungsunternehmen PreZero und seit 2023 auch noch Schwarz Digits." Hier bündelt der Konzern die Bereiche Cloud, Cybersecurity, Künstliche Intelligenz und Kommunikationsdienstleistungen. Diese Dienste von Schwarz Digits würden auch für den Eigenbedarf genutzt - also für Einkaufs- und Kundendaten. Damit solle der eigene Handel digitalisiert werden. "Dadurch entsteht fast schon ein geschlossenes Ökosystem von der Herstellung über den Verkauf bis hin zum Recycling und der Digitalisierung." Im Cloud-Bereich lasse sich außerdem besser Geld verdienen als im Lebensmitteleinzelhandel. Da seien die Gewinnmargen eher gering, der Markt sei sehr umkämpft. "Im Digitalbereich konnte Schwarz auch schon einige Produkte verkaufen, zum Beispiel an Bosch, die Polizei Baden-Württemberg oder auch Stihl aus Waiblingen."

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Digitale Souveränität

"Fast zwei Drittel des Cloud-Marktes werden von den großen US-Techkonzernen wie Alphabet (Google), Amazon und Microsoft beherrscht. Man bezeichnet sie als sogenannte Hyperscaler. Das Ziel der Schwarzgruppe ist es, mit denen in Konkurrenz zu treten und eine europäische Alternative anzubieten. Der Konzern will ein europäischer Hyperscaler werden." Daten seien aus Sicht der Schwarz-Gruppe das neue Öl. Das wolle man eben auch nicht aus der Hand geben – schon gar nicht an US-Techkonzerne. Um das technisch gewährleisten zu können, baut Schwarz gerade auch ein neues Rechenzentrum in Brandenburg.

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