Der energiepolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Michael Kellner, erwartet von dem Treffen keine Auswirkungen auf die Preise an den Tankstellen. Seiner Ansicht nach gibt es im Mineralölsektor ein Problem: Die großen Konzerne kontrollierten die Förderung des Öls, die Verschiffung des Öls, die Verarbeitung des Öls und den Verkauf des Öls an den Tankstellen.
Die Verflechtung über diese Ebenen macht es den Mineralölkonzernen so einfach, den Wettbewerb auszuhebeln und die Spritpreise zu erhöhen.
Diesel- und Benzinpreise So tanken Sie heute günstig
Spritpreise am 8. August 2026: Superbenzin kostet im Mittel 2,14€, E10 2,09€ und Diesel 2,14€ in Deutschland. So teuer ist es in Ihrer Nähe.
"Begrenzung der Erhöhung lässt Spritpreis nicht groß sinken"
In Deutschland ist maximal eine Spritpreis-Erhöhung pro Tag geplant, nach dem Vorbild von Österreich. Dort ist man inzwischen weiter und erlaubt maximal drei Erhöhungen pro Woche. In SWR Aktuell sagt Kellner, er finde es gut, auch eine verschärfte Form einzuführen. Dies bringe jedoch zunächst nur den Verbrauchern Klarheit. "Ich gehe nicht davon aus, dass wir deswegen großartig sinkende Preise sehen werden. Nur diese Unklarheit, diese Intransparenz wird abnehmen."
"Wir müssten über eine Senkung der Stromsteuer reden"
Aus Sicht des Grünen-Politikers würde eine Stromsteuersenkung die Verbraucher wirklich entlasten. Man müsste über die Stromsteuersenkung für alle reden, weil jeder einen Stromzähler zu Hause habe, aber nicht jeder habe ein Auto. Doch jeder sei betroffen von den gestiegenen Transportpreisen, auch im Lebensmittelbereich.
Wenn ich die Stromsteuer senke, erreiche ich jeden und ich mache das Gute billiger. Ich mache die E-Mobilität günstiger. Wir sehen doch, dass wir von Öl und Gas wegmüssen. Deshalb ist Elektrifizierung das Gebot der Stunde. Wir können Benzin und Diesel durch ein Elektro-Auto ersetzen. Wir können die Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen. Dies preiswerter zu machen, hilft uns auch, aus dieser Abhängigkeit herauszukommen.
Ende des Monats will Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) einen Teil der staatlichen Ölreserven freigeben. Diese sind eigentlich dafür gedacht, in einer dramatischen Öl-Mangelsituation das Land am Laufen zu halten - nicht aber, um das Tanken billiger zu machen. Für wie riskant er diese Freigabe hält, darüber hat SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich mit dem energiepolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen, Michael Kellner, gesprochen.