Unabhängig von dem Rechtsstreit sieht es im Moment danach aus, dass Google seine Vormachtstellung weiter behält, meint Digitalexperte Markus Beckedahl. In SWR Aktuell sagte er: "Google zahlt anderen Herstellern, beispielsweise Apple, sehr viele Milliarden, damit überall die Google-Suchmaschine voreingestellt ist."
Europäische Suchmaschinen Anbieter eine Alternative?
Dennoch sieht Beckedahl eine wachsende Konkurrenz zu Google. Diese baue teilweise "bessere und vor allen Dingen vertrauenswürdigere Produkte", von denen er ausgeht, dass sie sehr gefragt sein könnten. Europäische Suchmaschinen-Anbieter sind nach Beckedahls Ansicht durch die EU-Datenschutzgesetze vertrauenswürdiger als amerikanische Produkte.
Marktmacht der US-Techkonzerne Ist ein Leben ohne Google möglich?
Google ist aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Die Folgen für Händler, Plattformbetreiber und Nutzer sind gravierend.
Unter der US-Regierung von Donald Trump könne man nicht ausschließen, "dass amerikanische Sicherheitsbehörden auf alle Daten zugreifen wollen, die Google gespeichert hat, zumal Google die digitale Welt dominiert. Wer dieses Monopol brechen will, nutzt Alternativen, die einem auch teilweise einen besseren Service bieten", so der Digitalexperte.
Google liefert das bestmögliche Ergebnis, für das andere bezahlen
"Das Geschäftsmodell von Google besteht darin, möglichst viel über uns zu erfahren und uns möglichst gut zu überwachen - mit dem eigentlichen Ziel, uns Werbung auszustrahlen, womit Google selbst Geld verdient." Die Geschäftsmodelle anderer Anbieter dienten dagegen nicht dazu, uns zu überwachen, meint Beckedahl.
Sie haben zum Teil einen besseren Service, weil bei Google alles dahin gehend optimiert wird, um uns Anzeigen zu präsentieren. Es geht bei Google nicht mehr darum - wie zu Anfangszeiten - uns das bestmögliche Ergebnis zu liefern, sondern darum, das bestmögliche Ergebnis, für das andere Menschen zahlen, damit wir es nehmen können.
Da Google überall voreingestellt sei, würden die Menschen Google nicht verlassen. "Das rentiert sich für das Unternehmen, obwohl es unvorstellbar viel Geld dafür zahlt - weil allein dieses Monopol, das man sich mit den hohen Summen zusammenkauft, ganz viel Geld durch Anzeigenverkäufe zurückbringt."
Wem das Datensammeln von Google suspekt ist, gleichzeitig aber nicht auf den Nutzen des Internet-Riesen verzichten will, kann daten-sparend googeln. Wie das funktioniert und welche alternativen Anbieter es gibt, das erklärt Markus Beckedahl im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich.