Die Anlaufstellen und Notfall-Hotlines für Frauen sind mehr als ausgelastet:
Seelische und körperliche Gewalttaten gegen Frauen nehmen seit Jahren kontinuierlich zu, sowohl im Privaten als auch in der Öffentlichkeit. Eine Erklärung sieht das Bundeskriminalamt (BKA) "in einer Ideologie der Ablehnung von Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit der Geschlechter". So wurden laut BKA mehr als 52.000 Frauen und Mädchen im Jahr 2023 in Deutschland Opfer von Sexualstraftaten wie Vergewaltigung - ein Anstieg von mehr als 6 Prozent zum Vorjahr.
Brauchen Frauen die Hilfe nicht dringender?
Da erstaunt es, warum unter anderem der Frauennotruf Mainz entschieden hat, künftig auch Männer zu beraten. Ist das gerechtfertigt - sollten die knappen Ressourcen nicht den Frauen vorbehalten sein, die statistisch sehr viel öfter Opfer werden?
"Wir haben wirklich lange darüber diskutiert", sagt Eva Jochmann, eine der Geschäftsführerinnen des Mainzer Frauennotrufs. Doch gehöre zur Realität, dass auch Männer Opfer sexualisierter Gewalt würden, ebenso Personen, die sich keinem Geschlecht klar zugehörig fühlen.
Kaum Beratungsangebote für männliche Opfer
Und: Für sie gebe es bisher so gut wie keine passenden Anlaufstellen. Was die meisten Hilfesuchenden gemeinsam haben, unabhängig vom Geschlecht, beschreibt die Diplom-Pädagogin im Gespräch mit SWR Aktuell Moderator Bernhard Seiler.