Von Karlsruhe nach Basel sind es knapp 200 Kilometer. Sechs davon sind jetzt beim viergleisigen Ausbau der Rheintal-Strecke wieder fertig geworden. Der jüngste Streckenbereich, der nun ausgebaut ist, liegt zwischen Müllheim und Auggen in Südbaden. Auf den sechs Kilometern ist alles gut gegangen - im Gegensatz zum Ausbau in Rastatt, wo 2017 eine Tunnelbohrmaschine einbetoniert werden musste, weil sich das Erdreich oberhalb des Tunnels abgesenkt hatte. "Das Absacken der Gleise in Rastatt, das war natürlich absolut spektakulär", sagt SWR-Bahn-Experte Frieder Kümmerer im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer. "Das war natürlich etwas, was das Projekt verzögert hat. Man darf aber auch nicht vergessen, dass die Planungen bis in die 80er Jahre zurückgehen." Entsprechend blicken die Schweiz und die Niederlande mit Unverständnis auf den schleichenden Ausbau.
"Im Flachland vier Gleise zu legen, das kann doch eigentlich nicht so schwer sein."
"Die Nachbarländer sind schon fertig mit ihrem Teil des Ausbaus", sagt Kümmerer. Das sei auch nicht verwunderlich, gebe es schon seit über 30 Jahren Planungen und einen bindenden Vertrag aus dem Jahr 1996 für den Ausbau. Die Fertigstellung des gesamten Projekts im Rheintal zwischen Basel und Karlsruhe sei jetzt für 2041 angesetzt. "Also das dauert noch alles 15 Jahre in etwa und da gibt es auch durchaus Kritik dran, weil da sagen Experten, mit denen ich auch geredet habe: Im Flachland vier Gleise zu legen, das kann doch eigentlich nicht so schwer sein, dass man dafür so lange braucht."
Protestaktion am Batzenberg Rote Ballons statt schnellere Züge: Protest gegen Ausbau der Rheintalbahn
Die Deutsche Bahn will die Rheintalbahn bei Schallstadt zu einer Hochgeschwindigkeitsstrecke ausbauen. Kritiker wollen den Ausbau verhindern - und protestieren mit roten Ballons.
Rheintal-Strecke ist über Ostern nur eingeschränkt befahrbar
Schon seit dem 28. März noch bis Gründonnerstag fällt ein Großteil der Regionalzüge zwischen Offenburg und Laar aus. Auch zwischen Freiburg und Basel kommt es in dem Zeitraum zu Ausfällen. Besonders knifflig wird es dann aber erst ab Karfreitag. Bis zum 9. April fahren dann zwischen Baden-Baden und Freiburg nur noch Busse als Ersatz für ICE-Züge. Reisende müssen mit rund zwei Stunden mehr Fahrzeit rechnen. Außerdem ist in diesem Zeitraum der Bahnhof in Offenburg gesperrt. Dort halten ohnehin keine ICE-Züge mehr und auch zahlreiche Nahverkehrszüge fallen aus.
Sanierung sorgt für großes Defizit bei der Bahn
Die Deutsche Bahn hat 2025 erneut einen Milliardenverlust gemacht. Wie das Unternehmen in seiner Bilanz mitteilte, lag das Minus nach Steuern bei 2,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig stieg der Umsatz um drei Prozent auf rund 27 Milliarden Euro. Konzernchefin Evelyn Palla sagte, die Bahn habe eigentlich in fast allen Bereichen einen Gewinn eingefahren. Hier zeichne sich eine Trendwende ab. Allerdings belaste vor allem eine milliardenschwere Wertminderung im Fernverkehr das Gesamtergebnis deutlich. Die Zahl der Fahrgäste stieg auf 1,93 Milliarden, so viele wie noch nie.
Bundesverkehrsminister kritisiert die Bahn
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) übt scharfe Kritik am Zustand der Deutschen Bahn. Dieser gehe schon in eine demokratiegefährdende Richtung, sagte er. Dass die Menschen glaubten, der Staat bekomme Probleme, wie verspätete Züge, nicht in den Griff, sei "brandgefährlich". Die Politik müsse zeigen, dass sie handlungsfähig sei. Im vergangenen Jahr waren nur 60 Prozent der Fernzüge ohne größere Verspätungen unterwegs. Bahnchefin Palla geht davon aus, dass sich daran auch in diesem Jahr nicht viel ändern werde.