Neue berufliche Zukunft

Ex-FDP-Minister Wissing: Geht er zur SPD?

Teilen

Stand

Von Autor/in Jan Zimmermann

Verkehrsminister Volker Wissing will derzeit nicht in eine politische Partei eintreten. Für die Zukunft schließt er jedoch nichts aus. Geht der frühere FDP-Politiker dann zur SPD? Im ARD Interview der Woche spricht er über seine berufliche Zukunft, die FDP, die Probleme bei der Bahn und einen neuen Papst.

In Erinnerung an den verstorbenen Papst Franziskus sagte der geschäftsführende Minister für Verkehr, Digitales und Justiz, Volker Wissing, im ARD Interview der Woche: "Papst Franziskus hat auf seine Art und Weise die katholische Kirche geprägt. Ich fand seine Bescheidenheit und die Art, wie er sich auf Glauben konzentriert, vorbildlich und trauere deshalb mit allen Katholiken und Katholikinnen." Als gläubiger evangelischer Christ hofft er bezüglich der Wahl des neuen Papstes: "Ich würde mir wünschen, einen Papst zu haben, der sehr stark auch die Ökumene vorantreibt. Christinnen und Christen auf der Welt verbindet die Botschaft des Neuen Testaments. Und dass man das gemeinsam lebt, ist glaube ich etwas, was sich viele wünschen."

Geht Wissing zur SPD?

Mit Blick auf seine politische Zukunft will Volker Wissing weder einen Beitritt zur SPD noch eine Rückkehr in die FDP ausschließen. Auf das Angebot von SPD-Chef Lars Klingbeil, der SPD beizutreten, antwortete er: "Ich sage, dass ich derzeit nicht beabsichtige, in eine politische Partei einzutreten. Ich habe den Begriff ‚derzeit‘ gesagt, weil ich es nicht für notwendig erachte, irgendetwas für die Zukunft grundsätzlich auszuschließen."

Auf die Frage, ob er irgendwann in die Politik zurückkomme, sagte er: "Ich habe darüber im Moment keine Vorstellungen, weil ich andere Aufgaben jetzt vor mir habe. Sehe aber auch keinen Grund, etwas apodiktisch auszuschließen. Es gibt ja auch mit anderen Parteien Überschneidungen." Zu einer möglichen Rückkehr zur FDP äußerte er sich ähnlich. In diesen Tagen gilt aber: "Ich habe solche Gedanken nicht." Vorerst wolle er sich "neuen beruflichen Themen" zuwenden: "Ich werde mich wieder als Jurist betätigen. Und freue mich darauf."

Volker Wissing und Korrespondent Jan Zimmermann stehen in der Halle im ARD-Hauptstadtstudio nebeneinander und schauen in die Kamera
Volker Wissing und Korrespondent Jan Zimmermann im ARD-Hauptstadtstudio

Wohin steuert die FDP?

Über seine frühere Partei, die FDP, sagte er im ARD Interview der Woche: "Die Partei wird sich mit der Frage beschäftigen müssen, was will sie. Will sie regieren oder will sie nicht regieren. Das ist schon eine sehr fundamentale Frage. Und ich glaube, das hängt sehr viel mit der Frage zusammen, ob man eine Gemeinschaft mitgestalten möchte oder ob man seine politische Aufgabe mehr darin sieht, die einzelnen Bürgerinnen und Bürger vor der Gemeinschaft zu schützen. Letztes ist eine eher libertäre Haltung. Wenn man diese Haltung einnimmt, dann tut man sich schwer, mitzugestalten und innerhalb einer Gemeinschaft Kompromisse auszuarbeiten." Er betonte hierzu: "Die fundamentale Frage ist, will man liberal sein oder libertär."

Was Wissing seinem Nachfolger rät

Die in seiner Regierungszeit angestoßenen Sanierungskonzepte im Verkehrsbereich sieht der geschäftsführende Bundesverkehrsminister auf einem guten Weg: "Wir haben Sanierungskonzepte für die Brücken aufgelegt. Wir haben ein Drittel der zu sanierenden Brückenflächen im Kernnetz der Autobahn bereits sanieren können. Wir haben das Hochleistungskorridorkonzept bei der Bahn entwickelt, das sehr gut funktioniert, wie man bei der Riedbahn gesehen hat." An seine Nachfolgerin oder Nachfolger im Amt appelliert er: "Ich würde dringend empfehlen, diese Konzepte jetzt fortzuführen. Alles andere ist nicht nachhaltig." Und: "Das würde ich empfehlen bei der Bahn, bei der Autobahn und auch bei den anderen Verkehrsträgern."

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Jan Zimmermann