"Wir mögen uns", sagt Tino Chrupalla über Alice Weidel. Die beiden stehen zusammen an der Spitze der AfD und so soll es bleiben. Auf dem Parteitag treten sie wieder für die Doppelspitze an. Die habe sich bewährt, sagt Tino Chrupalla im ARD Interview der Woche: "Es ist eine Arbeitsaufteilung zwischen uns. Und ich fange jetzt nicht an zu sagen, der macht das besser, der macht das schlechter. Ich bin froh, dass ich sie an meiner Seite habe. Und ich denke, das geht ihr genauso." Immer wieder wird in der AfD darüber diskutiert, die Doppelspitze abzuschaffen. Chrupalla hält das für keine gute Idee. "Aktuell kann ich mir nicht vorstellen, die Partei alleine führen zu müssen oder zu wollen."
Keine siamesischen Zwillinge
Die Parteichefs hatten sich in der Vergangenheit auch öffentlich widersprochen, zum Beispiel beim Thema Wehrpflicht oder wenn es um den Umgang mit Russland geht. Dazu sagt Chrupalla: "Wir sind ja keine siamesischen Zwillinge, dass wir im Wortklang alles gleich sagen müssen. Natürlich, das habe ich ja auch immer gesagt, gibt es unterschiedliche Meinungen auch zu unterschiedlichen Themengebieten. Das ist, denke ich mal, auch in der Doppelspitze ganz normal."
Proteste in Erfurt – Chrupalla hofft auf Rechtsstaat
Der AfD-Bundesparteitag findet in Erfurt statt. Begleitet wird er von Protesten, es gibt Aufrufe, die Zufahrten zur Halle zu blockieren und den Parteitag so zu verhindern. Auch mit Gewalt wird gerechnet.
AfD-Chef Tino Chrupalla hofft, dass es friedlich bleibt, sieht in den Blockaden aber Gesetzesbrüche. "Wenn man Straßen blockiert, hoffe ich, dass der Rechtsstaat auch hier dementsprechend reagiert." Er kritisiert Linke und Grüne, die sich anmaßen würden, den Parteitag zu verhindern. "Stellen Sie sich den Aufschrei vor, ich oder unsere Partei würde dazu aufrufen, den CDU-Parteitag oder den SPD-Parteitag zu blockieren." Es gehöre zu einer Demokratie dazu, dass man sich versammeln darf und es sei nach dem Parteiengesetz unbedingt erforderlich. "Das ist absolut vom Grundgesetz gedeckt. Und dass man sich so etwas mittlerweile erkämpfen muss, zeigt eigentlich die gesamte Situation in Deutschland."
Chrupalla sieht keine Rechtsextremisten in der AfD
Die AfD gilt bundesweit als rechtsextremer Verdachtsfall. Sie ist in vier Bundesländern gesichert rechtsextrem. Tino Chrupalla sieht das anders: "Für mich ist Rechtsextremismus das, wenn man mit Gewalt gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung vorgeht, wenn man gegen das Grundgesetz verstößt. Und das sehe ich bei unseren Mitgliedern nicht." Der aktuelle Verfassungsschutzbericht spricht von 28.000 Extremisten in der Partei.
Tino Chrupalla greift die Behörde im ARD Interview der Woche an. "Ich muss mich gegen was rechtfertigen, wo ich nicht weiß, was mir konkret vorgeworfen wird. Also die Schuldumkehr machen wir bitte noch nicht." Er fragt, was die Grundlage für die Einstufung sei. "Man muss auch dem Gegenüber und auch den Personen, die man beschuldigt, die Möglichkeit geben, sich dagegen zu wehren. Ich denke, das gehört auch in einem Rechtsstaat dazu."