INHALT
Konzertreihe des SWR Vokalensembles
Programm
Über dieses Konzert
Texte und Übersetzungen
Biografien
Besetzung
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Service
KONZERTREIHE DES
SWR VOKALENSEMBLES
ABOKONZERT 2
DO 11. DEZEMBER, 20 UHR
Stuttgart, Liederhalle Mozartsaal
19 Uhr Konzerteinführung mit Eva Pobeschin
KONZERT IN DER STADTKIRCHE SCHWAIGERN
SA 13. DEZEMBER, 19 UHR
Schwaigern, Stadtkirche
MEISTERKONZERTE WÜRZBURG
SO 14. DEZEMBER, 18 UHR
Würzburg, Hochschule für Musik
Hörfunk
Mittwoch, 17. Dezember um 20.03 Uhr im ARD KONZERT deutschlandweit in allen ARD Kulturradios
Video-Livestream
Donnerstag, 11. Dezember um 20 Uhr auf SWRKultur.de (oder: SWR.de/ve)
PROGRAMM
¡NAVIDAD!
Weihnachtsmusik aus Lateinamerika
LEO BROUWER (*1939)
Cántico de Celebración (2001)
GASPAR FERNÁNDEZ (1563 – 1629)
Xicochi, xicochi
ALEX NANTE (*1992)
Corren las albas (2021)
Soli: Johanna Zimmer, Wakako Nakaso, Sopran \ Christopher Kaplan, Tenor \ Bernhard Hartmann, Bariton
JUAN DE ARAUJO (1646 – 1712)
Dixit Dominus für drei Chöre
GEORGINA PERAZZO (*1974)
Este niño chiquito (2012)
Solo: Dorothea Winkel, Sopran
JUAN GARCÍA DE ZÉSPEDES (ca. 1619 – 1678)
Convidando está la noche
DIEGO JOSÉ DE SALAZAR (1659 – 1709)
Salga el torillo hosquillo
Soli: Aya Gigandet, Sopran \ Wiebke Wighardt, Mezzosopran \ Pauline Stöhr, Alt \ Steffen Kruse, Tenor
Pause
ANÓNIMO (Peru)
Hanacpachap cussicuinin (vor 1631)
TOMÁS DE TORREJÓN Y VELASCO (1644 – 1728)
A este sol peregrino
CLAUDIO SANTORO (1919 – 1989)
Ave Maria
JUAN CAMILO STAFFORINI (*1975)
María quya mamá (2017)
ANÓNIMO (Bolivien/Chile)
Señora Doña María (Arr. Piotr Nawrot)
Solisten: Johannes Mayer, Steffen Kruse, Tenor
Señora Doña María (Arr. Christoph Schönherr)
Mitwirkende
SWR Vokalensemble
Freiburger Barockorchester Banda
Yuval Weinberg \ Dirigent
ÜBER DIESES KONZERT
¡Navidad! Weihnachtsmusik aus Lateinamerika! Es weihnachtet sehr: musikalisch in diesem Jahr in einer überraschend anderen Art und Weise. Im Mittelpunkt des Konzerts mit dem SWR Vokalensemble und dem Freiburger Barockorchester stehen Werke des hispanoamerikanischen Barock, die während der Kolonialzeit entstanden und in einzigartiger Weise die europäische Tradition mit den musikalischen Ausdrucksformen Lateinamerikas verbinden. So wurde Musik nicht einfach übertragen, sondern neu geformt, reich an Rhythmus, Klangfarbe und Lebendigkeit.
Barockmusik schwingt per se – in der lateinamerikanischen Mischung schwingt sie noch viel mehr. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass diese Begegnung der Kulturen nur im Kontext der Kolonialisierung möglich wurde, einer historischen Entwicklung, die kritisch zu hinterfragen ist. Dennoch haben sich aus diesem Spannungsfeld Werke erhalten, die von besonderem Reichtum, klanglicher Vielfalt und großer Ausdruckskraft sind. Sie eröffnen uns heute die Möglichkeit, sowohl über Geschichte und Kultur als auch über Musik als Medium des Austauschs und der Identität nachzudenken.
Neben den Werken des lateinamerikanischen Barock stehen auch drei zeitgenössische Kompositionen auf dem Programm, die das Thema der weihnachtlichen Festtagsmusik neu deuten: Leo Brouwers kraftvoller "Cántico de Celebración", Juan Camilo Stafforinis "María quya mamá", das einen Marienhymnus mit Quechua-Sprachelementen verbindet, und Alex Nantes "Corren las albas". Sie schlagen Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Alle Stücke des Konzerts kreisen um Weihnachten – sei es in Form spanischer Villancicos (Weihnachtslieder), lateinamerikanischer Weihnachtstraditionen oder in der Erinnerung an Maria, Jesus und die Gottheiten der Inka.
PROGRAMM
Leo Brouwer: Cántico de Celebración
Der kubanische Komponist Leo Brouwer, international vor allem als Gitarrist und Schöpfer innovativer Gitarrenmusik bekannt, zeigt im "Cántico de Celebración" (Feiergesang) seine reiche chormusikalische Sprache. Das Werk beginnt mit einem innigen, elegischen A-cappella-Teil, der sich Schritt für Schritt in pulsierende, von lateinamerikanischen Rhythmen geprägte Vokalpassagen wandelt. Aus dieser Steigerung wächst ein klangvolles, jazzig groovendes Festlied, das in seiner Energie und Lebensfreude einen mitreißenden Höhepunkt erreicht. Brouwer vereint hier meditative Ruhe und rhythmische Vitalität zu einer eindrucksvollen Feier des Lebens.
Gaspar Fernández: Xicochi, xicochi
Gaspar Fernández wirkte zwischen 1599 und 1629 als Organist, Komponist und Kapellmeister an den Kathedralen von Santiago de Guatemala, dem heutigen Antigua Guatemala, sowie in Puebla de los Ángeles, Neuspanien (heute Mexiko). Fernández‘ Motette "Xicochi, xicochi" stammt aus dessen Schaffensperiode in Puebla. Der Originaltext ist auf Nahuatl geschrieben. Es ist ein Beispiel für den Einfluss der indigenen Volksgruppe der Nahua – damals in Mittelamerika kulturell dominierend – auf die Musik der Kolonialzeit (d. Red.).
Alex Nante: Corren las albas
Der 1992 geborene argentinische Komponist Alex Nante gehört zu den wichtigen Stimmen der jungen zeitgenössischen Musik. Mit seinem Werk "Corren las albas" vertont er drei Fragmente des argentinischen Dichters Jacobo Fijman (1898-1970) aus dessen Gedichtband "Estrella de la mañana". Fijmans Lyrik bewegt sich an der Schwelle zwischen mystisch-christlicher Dichtung und surrealistischer Bildwelt und wurzelt in den spirituellen Erfahrungen nach seiner Konversion zum Christentum in den 1930er-Jahren.
Die Texte sind von einer stark rituellen Atmosphäre geprägt, die sich besonders in der Wiederholung von Worten und poetischen Formeln äußert. Wiederholung erscheint hier nicht als bloßes Stilmittel, sondern als Ausdruck von Gebet und Kontemplation. Nante übersetzt diese poetischen Verfahren in musikalische Mittel: durch Ritualisierung, symmetrische Formgestaltung und eine fast mantraartige Behandlung von Lauten und Silben. In "Corren las albas" entsteht so eine Klangwelt, die nicht allein sakrale Themen benennt, sondern selbst eine sakrale Dimension erfahrbar macht. Die Wiederholung wirkt dabei weniger wie ein Zeichen des Religiösen als vielmehr wie dessen unmittelbare Präsenz im Klang.
Juan de Araujo: Dixit Dominus
Juan de Araujo wurde 1646 in Villafranco de los Barros (Extremadura, Spanien) geboren und wanderte schon als Kind nach Lima (Peru) aus, wo er eine fundierte musikalische Ausbildung erhielt. Im Alter von 22 Jahren wurde er zum Kapellmeister (Maestro de capilla) an der Kathedrale von Lima berufen. 1676 wechselte er in dieselbe Funktion an die Kathedrale von La Plata (heute Sucre). Dort leitete er eine Kapelle von rund 35 Musikerinnen und Musikern in der repräsentativen "weißen Kathedrale" und blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1712 im Amt.
Araujo gilt als einer der größten Exponenten der lateinamerikanischen Musik der Kolonialzeit. Bis heute wurden von ihm 158 Werke katalogisiert, der Großteil davon fast vollständig erhalten. Das Werk Araujos ist für Chor geschrieben, teilweise mehrchörig, mit Continuo-Begleitung. Der Komponist verbindet die iberische Kathedraltradition mit lokalen, afro‑hispanischen und mestizischen Idiomen. Charakteristisch sind ein deutlicher Wechsel von Refrain und Strophen sowie tanznahe Rhythmen. Durch seine langjährige Amtsführung in La Plata prägte Araujo das musikalische Leben einer ganzen Region. Er formte ein professionelles Ensemble, bildete Nachwuchs systematisch aus und hinterließ ein Repertoire, das die kulturelle Hybridität der Kolonialgesellschaft – zwischen liturgischer Repräsentation und volkssprachlicher Festkultur – exemplarisch spiegelt. Zu Araujos eindrucksvollsten Werken zählt eine Vertonung des Psalms "Dixit Dominus". Diese Vertonung ist für drei Chöre konzipiert, die jeweils von Instrumenten colla parte verstärkt werden.
Georgina Perazzo: Este niño chiquito
Georgina Perazzo wurde 1974 im argentinischen La Plata geboren. Sie studierte an der Fakultät für Schöne Künste der Nationalen Universität von La Plata. Im Jahr 2000 schloss sie ihr Studium als Hochschullehrerin für Chorleitung ab. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Mai-Revolution komponierte sie 2010 das Konzert "Tango" für Flöte und Streichorchester und die "Fantasía autóctona". Im Jahr 2014 führte der Chor "Vocal de Cámara Platense" in Rom vor Papst Franziskus ihr „Ave María“ für gemischten Chor auf. 2018 wurde ihr sinfonisches Chorwerk "Canto a la Democracia" uraufgeführt, das zum Werk von nationalem Interesse erklärt wurde. Seit 2020 ist sie Mitglied des Verbandes argentinischer Chorkomponisten (d. Red.).
Juan García de Zéspedes: Convidando está la noche
Der Sänger, Violinist, Pädagoge und Komponist Juan García de Zéspedes wurde in Puebla, Mexiko, geboren. Er erhielt seine musikalische Ausbildung im Knabenchor der Kathedrale von Puebla unter Juan Gutiérrez de Padilla und war ab 1670 dauerhaft als Maestro de capilla tätig. Sein Werk umfasst lateinische Sakralmusik ebenso wie spanischsprachige Villancicos, die oft populäre und tänzerische Elemente aufnehmen – etwa die Guaracha, ein lebhaftes Tanzlied. "Convidando está la noche" (Die Nacht lädt uns ein), ist ein weihnachtlicher Villancico. Es ist anzunehmen, dass das Stück im 17. Jahrhundert zur Weihnachtszeit in der Kathedrale von Puebla, in der García Zéspedes als Musiker wirkte, aufgeführt wurde. Das Stück lebt von den Wechseln zwischen den eher ruhigen, homophonen Estribillo-Teilen (Refrain), die als vierstimmiger Satz gesetzt sind, und den schnellen, synkopierten Teilen der Guaracha.
Diego José de Salazar: ¡Salga el torillo hosquillo!
Der spanische Komponist Diego José de Salazar war von 1685 bis zu seinem Tod 1709 Maestro de Capilla der Kathedrale von Sevilla. Es gibt keine Zeugnisse darüber, dass Salazar Zeit seines Lebens in Lateinamerika war. Dennoch hat man einige seiner nicht-liturgischen Werke in lateinamerikanischen Handschriften entdeckt, was von den zahlreichen Kontakten und einem regen Austausch zwischen Südamerika und Spanien in dieser Zeit zeugt. "¡Salga el torillo hosquillo!" gilt als das bekannteste Stück von Diego José de Salazar.
"¡Salga el torillo hosquillo!" ist ein prachtvoll-barockes Werk für Soli, Chor und Instrumentalbegleitung. Inhalt des Stückes ist eine Allegorie, in der das Jesuskind als furchtloser Kämpfer gegen das Böse auftritt, das durch einen Stier symbolisiert wird. Der Ausdruck "torillo hosquillo" bedeutet „störrischer, finsterer kleiner Stier“ – eine freie Übersetzung des Titels lautet dementsprechend: "Komm heraus, kleiner störrischer Stier!" Der Villancico greift das in Spanien populäre Bild des Stierkampfs auf und deutet es allegorisch: Das Jesuskind tritt trotz seiner Jugend mit Mut dem Stier entgegen, geschützt nur durch den Mantel der Menschheit. Sein Zittern wird dabei nicht als Ausdruck von Angst, sondern von Kälte verstanden – ein Hinweis auf Jesu Demut und Menschlichkeit. So wird das Werk zu einer weihnachtlichen Andacht, die zugleich volkstümlich, theatralisch und theologisch bedeutsam ist: ein Streit‑ und Siegesmotiv, das Christus als Widersacher des Bösen ins Bild setzt.
Hanacpachap Cussicuinin
Das Hanacpachap Cussicuinin gilt als das erste mehrstimmige Werk in Lateinamerika. Es handelt sich um einen Prozessionshymnus in der Sprache Quechua, dessen Text die Jungfrau Maria anspricht und nach dem Platz fragt, den Christus den Sterblichen im "Hanaq Pachap" – dem Himmelreich der Inka – bereithält. Die Komposition erschien erstmals 1631 in Lima im liturgischen Handbuch "Ritual formulario e institución de curas" des Franziskanermönchs Juan Pérez de Bocanegra (ca. 1598-1631). Bocanegra war Sänger an der Kathedrale von Cusco, ausgewiesener Kenner der indigenen Sprachen Quechua und Aymara sowie Pfarrer der Kirche San Pedro de Andahuaylillas, die wegen ihrer reichen Ausstattung heute den Beinamen Sixtinische Kapelle der Anden trägt. Obwohl die Autorschaft von Text und Musik in dem Druck Bocanegra selbst zugeschrieben wird, halten Musikwissenschaftler auch eine anonyme indigene Urheberschaft für möglich. In jedem Fall ist ihm die entscheidende Leistung zu verdanken, dieses außergewöhnliche Werk bewahrt zu haben. Er empfahl, den Hymnus beim Einzug der Gläubigen in die Kirche zu singen.
Das Werk verbindet barocke Polyphonie mit indigenen Sprachelementen. Seine poetische Bildsprache, die Musik und Theologie eng verknüpft, hat dem Hymnus den Rang einer wahren Hymne der Anden verliehen. Bis heute fasziniert "Hanacpachap Cussicuinin" durch seine geheimnisvolle Klangwelt und seine Stellung als einzigartiges Dokument der Musikgeschichte – als erstes überliefertes mehrstimmiges Werk Südamerikas und zugleich als Brücke zwischen europäischer Tradition und andinem Weltbild.
Tomás de Torrejón y Velasco: A este sol peregrino
Tomás de Torrejón y Velasco wurde 1644 in Villarrobledo, Spanien, geboren und starb 1728 in Lima, Peru. Seine musikalische Ausbildung erhielt er in Spanien. 1667 siedelte er im Gefolge des neuen Vizekönigs von Peru, Pedro Fernández de Castro y Andrade, nach Peru über und hatte dort von 1676 bis 1728 das Amt des Kapellmeisters an der Kathedrale von Lima inne, eine der bedeutendsten musikalischen Positionen in Südamerika. Sein Ruhm als Komponist verbreitete sich schnell über ganz Lateinamerika, viele seiner Werke wurden in Archiven in Cusco, Bolivien und Guatemala gefunden. Torrejón y Velasco gilt als einer der wichtigsten Komponisten des kolonialen Peru und als herausragender Vertreter der iberoamerikanischen Barockmusik. Seine Musik zeigt den Transfer des europäischen Hochbarocks in den lateinamerikanischen Raum, mit Einflüssen aus lokalen Rhythmen und Sprachen (z. B. in den Villancicos). 1701 wurde seine Oper "La púrpura de la rosa" in Lima uraufgeführt, die erste erhaltene, im kolonialen Südamerika entstandene und aufgeführte Oper überhaupt.
Das Stück "A este sol peregrino", was übersetzt so viel bedeutet wie "An diese wandernde/pilgernde Sonne", gehört zur Gattung des Villancico, hier als "vailete" – ein schneller, rhythmisch lebhafter Festgesang, mit tänzerischem, punktiertem Rhythmus. Geschrieben ist das Stück für vierstimmig-gemischten Chor und Basso continuo, häufig mit improvisierter Perkussion. Das Tempo ist schnell und energiegeladen, Soloparts und Ensembleteile wechseln einander ab. Inhaltlich handelt es sich um einen feierlichen Text, der die Sonne als "peregrino" (Pilger) besingt, mit religiösem Bezug auf den Heiligen Petrus (Villancico a San Pedro) als Schutzpatron. Die Lichtmetaphorik verknüpft indigene Vorstellungen des Sonnengottes Inti mit christlichem Heilsgedanken.
Cláudio Santoro: Ave Maria
Der brasilianische Komponist Cláudio Franco de Sá Santoro studierte in Rio de Janeiro und später in Paris bei Nadia Boulanger. Ab 1939 war er Kompositionslehrer an der Musikhochschule in Rio de Janeiro; 1944 trat er der Kommunistischen Partei Brasiliens bei. Von 1951 bis 1953 war Santoro Musikdirektor beim Rundfunk, von 1962 bis 1965 Professor an der Universität von Brasilia. Ab 1970 unterrichtete er Komposition und Dirigieren an der Musikhochschule Heidelberg-Mannheim (d. Red.).
Juan Camilo Stafforini: María quya mamá
Im Stück "María quya mamá" des argentinischen Komponisten Juan Camilo Stafforini begegnet uns ein eindrucksvolles Beispiel für die Verschmelzung christlicher und indigener Traditionen. Grundlage ist ein alter Marienhymnus, der durch die Einbeziehung des Quechua-Titels "quya mamá" eine neue, synkretistische Dimension erhält. "Quya" bezeichnet im Quechua eine Königin oder Gemahlin, während "mamá" als ehrender Titel für verehrte Frauen steht. Auf diese Weise wird die Gottesmutter Maria nicht nur als christliche Schutzfigur angerufen, sondern zugleich in Beziehung gesetzt zur Inka-Göttin Mama Killa, der Mondgöttin und Gattin des Sonnengottes Inti.
Das Werk ist eine poetische und musikalische Reflexion über den religiösen Synkretismus und den Glauben als ein zutiefst dynamisches soziokulturelles Phänomen. Es ist als Dialog für zwei Chöre konzipiert, mit einem Frauen- und einem Männerchor. Die zu Beginn erscheinenden Texte rufen eine ferne Zeit in den amerikanischen und europäischen Kulturen wach. Auf der einen Seite erscheint eine weibliche, mütterliche inkaische Gottheit, Mama Killa, die verehrt und angerufen wird; auf der anderen Seite ein lateinischer Text, der vorchristliche Verse in einen neuen philosophischen und religiösen Kontext überträgt. Beide Chöre nähern sich thematisch im zweiten Teil, dem Ave Maria, einander an. Gegen Ende des Werkes trennen sie sich wieder in ihre ursprünglichen musikalischen und textlichen Ansätze. So wird deutlich, dass – obwohl die Gestalt Marias das Zentrum des Gebets bildet – ihre Bedeutung und ihr Sinn sich je nach Perspektive der jeweiligen Tradition verändern. In der musikalischen Gestaltung Stafforinis entsteht eine faszinierende Doppelperspektive: Maria und Mama Killa erscheinen gleichsam verschränkt, europäische Marienfrömmigkeit und andine Kosmologie treten in einen Dialog.
Anónimo: Señora Doña María
Das Weihnachtslied "Señora Doña María" ist über den ganzen südamerikanischen Kontinent verbreitet. Zum Abschluss des Konzertes hören sie es in einer bolivianischen und einer chilenischen Variante (d. Red.).
Lena Sefrin
TEXTE UND ÜBERSETZUNGEN
Leo Brouwer, Cántico de Celebración
Deah badu badum deah…
Canta cantor un Aleluya para ti, cantor.
Canta cantor para ti mismo, cantor.
Celebra y canta un Aleluya, cantor.
Aleluya, cantor.
Deah badu badum deah…
Chiquitiqui paquitiqui Chiquitiqui paquitiqui …
Dumba dumba, badum badum…
A celebrar un Aleluya para ti.
Tralala tralalala tralala trala trala…
Canta cantor un Aleluya cantor, canta.
Dumba dumba badum badum…
Buena, que Buena está la vida.
Los unos para abajo los otros para arriba.
Dumba dumba, badum badum…
Barullo, que venga el barullo.
Dale cuerda a tu cuerpo que pa’ eso es tuyo.
Dumba dumba badum badum…
Chiquiti paquitiqui Chiquitiqui paquitiqui …
A celebrar un Aleluya para ti.
Un Aleluya, canta un Aleluya.
Un Aleluya para ti.
Chiquiti paquitiqui Chiquitiqui paquitiqui …
Dumba dumba badum badum…Ya!
Leo Brouwer, Cántico de Celebración
Deah badu badum deah…
Singe, Sänger, ein Alleluja für dich, Sänger.
Singe, Sänger, für dich selber, Sänger.
Feiere und singe ein Alleluja, Sänger.
Alleluja, Sänger.
Deah badu badum deah…
Chiquitiqui paquitiqui Chiquitiqui paquitiqui …
Dumba dumba, badum badum…
Zu feiern ein Alleluya für dich.
Tralala tralalala tralala trala trala…
Singe, Sänger, ein Alleluja, Sänger, singe.
Dumba dumba badum badum…
Schön, wie schön ist das Leben.
Die einen nach unten, die anderen nach oben.
Dumba dumba, badum badum…
Trubel, soll doch der Trubel kommen.
Bring deinen Körper in Schwung, dafür ist er ja da.
Dumba dumba badum badum…
Chiquiti paquitiqui Chiquitiqui paquitiqui …
Zu feiern ein Alleluja für dich.
Ein Alleluja, singe ein Alleluja.
Ein Alleluja für dich.
Chiquiti paquitiqui Chiquitiqui paquitiqui …
Dumba dumba badum badum…Ya!
Gaspar Fernández, Xicochi
Xicochi,
Xicochi conetzintle
caomiz hui hui joco in angelos me.
Alleluia.
Gaspar Fernández, Schlaf
Schlaf,
Schlaf, o mein Kind
Die Engel sind wirklich gekommen, um dich (in die Welt) zu rufen.
Halleluja.
Alex Nante: Corren las albas
Corren las albas
y hay un pavor de bodas en las voces de los niños cantores.
Vienen los cielos del nombre,
y el día nos separa de la noche en todo y nada de los cielos.
He visto a los ángeles que llevan en sí la luz y el agua de la gracia.
Antiguas puertas se han abierto.
Yo entro bajo la estrella.
Alex Nante: Corren las albas
Es eilen die Morgenröten,
und eine hochzeitliche Furcht liegt in den Stimmen der singenden Knaben.
Es kommen die Himmel des Namens,
und der Tag scheidet uns von der Nacht in allem und nichts von den Himmeln.
Ich habe die Engel gesehen, die das Licht und das Wasser der Gnade in sich tragen.
Alte Türen haben sich aufgetan.
Ich trete ein unterm Stern.
Übersetzung: Christian Hansen
Juan de Araujo, Dixit Dominus
Dixit Dominus Domino meo, sede a dextris meis, donec ponam inimicos tuos scabellum pedum tuorum.
Virgam virtutis tuae emittet Dominus ex Sion: dominare in medio inimicorum tuorum.
Tecum principium in die virtutis tuae, in splendoribus sanctorum: ex utero ante luciferum genui te.
Iuravit Dominus et non poenitebit eum.
Tu es sacerdos in aeternum secundum ordinem Melchisedech.
Dominus a dextris tuis, confregit in die irae suae reges.
Judicabit in nationibus implebit ruinas: conquassabit capita in terra multorum.
De torrente in via bibet: propterea exaltabit caput.
Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto: sicut erat in principio, et nunc, et semper, et in saecula saeculorum. Amen
Juan de Araujo, Dixit Dominus
Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich hinlegen werde deine Feinde als Schemel deiner Füße.
Das Zepter deiner Macht sendet der Herr aus Zion: Herrsche inmitten deiner Feinde!
Mit dir ist das Königtum am Tage deiner Macht, im Glanz der Heiligen.
Aus dem Schoß habe ich dich vor dem Morgenstern gezeugt.
Geschworen hat es der Herr und es wird ihn nicht gereuen.
Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.
Der Herr ist zu deiner Rechten, er zerschmettert am Tag seines Zorns Könige.
Er wird richten unter den Nationen; anhäufen wird er Tote. Zerschmettern wird er die Häupter im Land vieler (Völker).
Aus dem Bach am Weg wird er trinken: Darum wird er erheben das Haupt.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, so jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Giorgina Perazzo, Este niño chiquito
Este niño chiquito no tiene cuna.
De limonero verde yo le haré una.
La cuna de mi niño se mece sola,
como en el campo verde las amapolas.
Duérmete tú, matita de mejorana,
duérmete, lucerito de la mañana.
Giorgina Perazzo, Kindlein in der Wiege
Das Kindlein hat keine Wiege
Aus Limettenbaum bau ich ihm eine.
Die Wiege meines Kleinen schaukelt alleine,
Wie im grünen Feld der klatschrote Mohn.
Schlaf ein, mein Majoranpflänzchen,
Mein Morgensternchen, schlaf ein.
Übersetzung: Christian Hansen
Juan García de Zéspedes,
Convidando está la noche
Convidando está la noche
Aquí de mucicas varias
Al recién nacido infante
Canten tiernas alabanzas
Ay, que me abraso, ay, divino dueño, ay
en la hermosura, ay, de tus ojuelos, ay
Ay, como llueven, ay, ciendo luçeros, ay
Rayos de gloria, ay, rayos de fuego, ay
Ay, que la gloria, ay, del Portaliño, ay
ya viste rayos, ay, si arrojayalos, ay
Ay, que su madre, ay, como en su espero, ay
mira en su lucencia, ay, sus crecimientos, ay
Alegres cuando festivas
Unas hermosas zagales
con novidad entonaron
Juguetes por la guaracha
En la guaracha, ay, le festinemos, ay
mientras el niño, ay, se rinde al sueño, ay.
Toquen y baylen, ay, porque tenemos, ay
fuego en la nieve, ay, nieve en el fuego, ay
Pero el chicote, ay, a un mismo tiempo, ay
llora y se ríe, ay, que dos estremos, ay
Paz a los hombres, ay, dan de los delos, ay
A Dios las gracias, ay, porque callemos, ay
Juan García de Zéspedes
Die Nacht lädt zu Gast
Die Nacht lädt zu Gast
Mit mancherlei Musiken.
Dem Kind, das uns geboren,
Singt sanfte Lobeslieder.
Ach, ich vergehe, ach, lieber Herrgott, ach,
in dieser Schönheit, ach, deiner Äuglein, ach.
Ach, wie sie regnen, ach, Sterne sind es, ach
Strahlen der Herrlichkeit, ach, des Feuers, ach
Ach, die Herrlichkeit, ach, von Bethlehems Stall, ach;
sahst du ihr Strahlen, ach, schicke sie weiter, ach
Ach, wie die Mutter, ach, in guter Hoffnung, ach
In seinem Glanze, ach, sieht sie ihn wachsen, ach
Fröhlich und festlich stimmen
Manch schönen Schäferinnen
noch nie gehörte Weisen an,
so man Guaracha tanzen kann.
In der Guaracha, ach, wir ihn umringen, ach,
Derweil der Knabe, ach, in tiefen Schlaf sinkt, ach.
Spielet und tanzet, ach, denn wir besitzen, ach
das Feuer im Schnee, ach, den Schnee im Feuer, ach.
Das Kindlein aber, ach, zeigt zu gleicher Zeit, ach
Weinen und Lachen, ach, beide Extreme, ach
Friede den Menschen, ach, vom Himmel her, ach
Dank Gott in der Höh, ach, schweigen wir, ach.
Übersetzung: Christian Hansen
Diego José de Salazar
Salga el torillo hosquillo
Salga el torillo hosquillo, Ho! Ho!
Pero no! que se aguarde, que se espere, que se tenga,
mientras me pongo en cobro yo.
Ho! Ho! Ho!
Mas ay! que fiero el toro ligero corriendo salió;
el torillo es infernal, a todo el mundo fatal.
Yo le vi! venir al la Linda mia.
Yo le vi! pero naciendo este dia,
Yo le vi! desde su primer trance, le hizo lance,
con gracia que no hay en mi.
Pero no! que se aguarde, que se espere, que se tenga,mientras me pongo en cobro, en cobro yo.
Ho! Ho! Ho!
Coplas
1. Alegre está y de fiestas la Corte de La Plata,
porque hoy, como un oro, ha nacido su Infanta.
2. Del vulgo de las nubes se despejó la plaza,
poblando las estrellas del cielo las ventanas.
3. Afuera todo el mundo afuera y hagan plaza,
que el toro es un demonio y nadie se le escapa.
4. Sola una Niña airosa poniéndole con gracia
el pie sobre la testa le sujeta y se salva.
7. Bramando de coraje, burlado, se desangra;
corre por hacer presa, pero en vano se cansa.
8. Por eso los vaqueros y gente de la huasca
lo sacan de corrido con soga a la garganta.
Diego José de Salazar
Heraus mit dem störrischen Stierchen
Heraus mit dem störrischen Stierchen, Ho! Ho!
Oh nein! Er halte still, er halte an, er halte inne,
derweil ich mich in Deckung bringe.
Ho! Ho! Ho!
Doch ach, das Tier, der hurtige Stier, kam angestürmt;
Das Stierchen ist teuflisch, für alle Welt tödlich.
Ich sah ihn! auf meine Schöne losgehn.
Ich sah ihn! aber bei Anbruch des Tages,
Ich sah ihn! Schon beim ersten Ansturm bot ich die Stirn,
mit Kühnheit, die meiner überlegen ist.
Oh nein! Er halte still, er halte an, er halte inne,
derweil ich mich in Deckung bringe.
Ho! Ho! Ho!
Strophen
1. Fröhlich, festlich gestimmt ist der Hof von La Plata,
denn heute ist seine goldgleiche Infantin geboren.
2. Vom Pöbel der Wolken befreit war der Platz,
die Sterne des Himmels bevölkerten die Fenster.
3. Hinaus, alle Welt hinaus, und weichet zur Seite,
der Stier ist ein Teufel, umsonst sucht ihr das Weite.
4. Nur ein Mädchen, das ihm kühn und voll Anmut
den Fuß auf den Kopf stellt, bannt ihn und rettet sich.
7. Wutschnaubend, verlacht, verströmt er sein Blut;
setzt hinterdrein, vergebens, und endet erschöpft.
8. So ziehn die Viehtreiber, die Leute mit Lasso,
am Strick um den Hals ihn vom Kampfplatze fort.
Übersetzung: Christian Hansen
Anónimo
Hanacpachap Cussicuinin
1. Hanacpachap cussicuinin,
Huaran cacta muchas caiqui.
Yupairuru pucocmallqui,
Runa cunap suyacuinin.
Callpannacpa quemicuinin,
Huaciascaita
2. Uyarihuai muchascaita
Diospa rampan Diospamaman
Yurac tocto hamancaiman
Yupascalla, collpascaita
Huahuaiquiman suyuscaita Ricuchillai.
3. Chipchijcachac catachillai
Punchau pussac quean tupa
Cam huacyacpac, manaupa
Queçaiquicta hamuiñillai
Piñascaita quespichillai
Susurhuana.
20. Gloria cachun Dios yayapac
Dios churipac hinallatac
Sancto Espiritu pac huantac
Cachun gloria, viñaillapac
Cauçaicunap, cauçainimpac
Cussicachun. Amen.
1. Freude des Himmels,
ich bete dich tausendmal an,
kostbare Frucht des fruchtbaren Baums.
Hoffnung, die Mut macht
und den Menschen zu Hilfe kommt,
Erhöre mein Gebet.
2. Erhöre unsere Bitten, o Säule aus Elfenbein,
Mutter Gottes,
schöne Iris, gelb und weiß, nimm dieses Lied,
das wir dir darbringen, an;
komm uns zu Hilfe, zeige uns die Frucht deines Leibes.
3. O strahlendes Licht vom Kreuz des Südens,
das sich mit dem Bringer des Tages trifft,
hole mich aus meiner Verachtung,
rette mich
vor meinem Zorn,
Kostbarer Kornspeicher.
20. Ehre sei dem Herrn,
und ebenso seinem Sohn,
und auch dem Heiligen Geist,
Ehre sei ihm in alle Ewigkeit,
für das Leben aller Geschöpfe,
Möge Freude herrschen. Amen.
Tomás Torrejón y Velasco,
A este sol peregrino
A este sol peregrino cántale glorias zagalejo,
y con gusto y donaire, con gozo y contento, zagalejo cántale.
Que del orbe dora las cumbres, zagalejo.
Y pues vive a sus rayos, goce sus luces.
Coplas:
1. Divino pequeño tus glorias hoy acobardan mi voz,
que no dejar registrarse, supone la luz mayor.
2. De oriente a oriente camina tu soberano esplendor.
Que aún el ocaso es principio donde siempre nace el sol.
3. Tus pasos veneran estampas quien no sin asombro vio
Que siendo ejemplo no deja possible la imitación.
4. Hoy pues en tu patrocinio, espera la adoración.
Que te merezca esta casa ser ejemplo de su amor.
Tomás Torrejón y Velasco,
Der pilgernden Sonne
Der pilgernden Sonne singe, Schäfer, Lobeslieder.
Sing ihr, Schäfer, mit Witz und Takt, mit Lust und Freude.
Ihr, die des Erdkreises Gipfel vergoldet, Schäfer.
So lebe ihren Strahlen, erfreue dich des Lichts.
Strophen:
1. Göttliches Kind, deine Herrlichkeiten lassen mich verzagen,
sind nicht zu fassen, außer durch höheres Licht.
2. Von Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang
wandert dein herrlicher Glanz.
Da noch der Untergang Anfang ist, der immer die Sonne gebiert.
3. Deine Schritte ehren Bilder, die keiner ohne Staunen sah,
Beispielhaft sind sie, ihre Nachahmung nicht möglich.
4. Heute nun unter Deinem Schutz nimm an unser Gebet.
Möge dieses Haus dir würdig scheinen, Beispiel seiner Liebe zu sein.
Übersetzung: Christian Hansen
Claudio Santoro
Ave Maria
Avé Maria, cheia de graça, o Senhor é convosco,
bendita sois vós entre as mulheres
e bendito é o fruto do vosso ventre, Jesus.
Santa Maria, Mãe de Deus, rogai por nós,
pecadores, agora e na hora da nossa morte.
Amém.
Claudio Santoro
Ave Maria
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder,
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.
Juan Camilo Stafforini
Maria quya mama
Killa quya mama
Yakuq sallayki, Unuq sallayki
Aya uya waqaylli Aya uya puypuylli
Quom femina
Llutu puchaq wamrayki,
Mik huy manta yakumanta waqallasunki
Lulululululululululu
Quom femina primum, quom femina primum, Uh
Virginis os habitumque gerens, mirabile dictu
Nec generis nostri puerum, nec sanguinis edit
Lulululululululululu
Muchaykusqayki Maria
Diospa gracian wanhuntasqankanki
seraque terrifici cecinerunt omnia vates
Adventare virum populis terrisque superbum
Apunchik Diosmi qam wan, warmikuna manta quillananmi kanki
wiksaykimanta paqarimuk Jesus wawaykiri kullanantaqmi.
Semine ab aetherio qui viribus occupet orbem.
Ave Maria gratia plena
Muchaykusqayki Maria
A diospa gracian wanhuntasqankanki
Dominus tecum, benedicta tu in mulieribus
A pun chik Dios mi qamwan, war mi kuna man ta qu lla nan mi kanki
Et benedictus, fructus ventris tuis
wiksaykimanta paqarimuq Jesus wawaykiri qullanantaqmi.
Ay, Santa Maria, Diospa maman
Sancta Maria, mater Dei
ñuqayqu qu chasapakunapaq ma ñapuway ku
Ora pro nobis peccatoribus
Lulululululululululu
Nunc et in hora mortis nostrae. Amen.
Llutu puchaq wamrayki, mikhuymanta yakumanta waqallasunki
Juan Camilo Stafforini
Maria quya mama
Königin und Mutter des Mondes,
schenk uns dein Wasser als Wolkenbruch,
deinen Regenguss lass strömen.
Weine, ah! Lass es strömen, ah!
Wenn eine Frau,
Dein schlafendes Kind wird nach Essen und Wasser rufen.
Lulululululululululu
Wenn eine Frau, die das Antlitz und das Auftreten einer Jungfrau hat - wunderbar zu erzählen -, ein Kind gebärt, das weder von unserer Art noch von ihrem eigenen Blut ist, Lulululululululululu
Ich küsse dich, Maria, du bist voller Gnade Gottes
und die späten, schrecklichen Omen der Seher erklungen sind, die einen Mann prophezeien, der kommen wird, stolz über Völker und Länder
Der Herr, unser Gott, ist mit dir, und du bist der Mond der Frauen.
und die Frucht deines Leibes, Jesus.
Dein Sohn wird dich auch lieben.
geboren aus einem ätherischen Samen, der durch seine Stärke die Welt in Besitz nehmen wird.
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade.
Ich küsse dich, Maria, du bist voller Gnade Gottes
Der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen
Der Herr, unser Gott, ist mit dir, und du bist der Mond der Frauen.
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes.
und die Frucht deines Leibes, Jesus.
Dein Sohn wird dich auch lieben
Oh, heilige Maria, Mutter Gottes
Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder,
bitte für uns Sünder,
Lulululululululululu
jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.
Ihr schlafendes Kind wird nach
Essen und Wasser rufen.
Anónimo
Señora Doña María
Señora Doña María, buenas noches tenga usted.
Dónde está la viracocha, el Niñito que parió usted?
Ya no llore pues Niñito, buñuerito te daré,
y si no quiere callar, coquito te ha de comer.
Juégate con obejita, con eso no llorar,
y si no quiere callar, burico te haré morder.
Volkslied
Gnädige Frau Maria
Frau Doña Maria, einen guten Abend wünsch ich Ihnen.
Wo ist die Gottheit, das Kindchen, das Sie gebaren?
Weine nicht mehr, mein Kleiner,
Süße Krapfen will ich dir geben.
Und bist du nicht still, holt dich der Butzemann.
Spiele mit dem Schäfchen, dann weinst du nicht mehr.
Und bist du nicht still, soll dich der Esel beißen.
Übersetzung: Christian Hansen
KÜNSTLERBIOGRAFIEN
Yuval Weinberg
Chefdirigent des SWR Vokalensembles
Seit Beginn der Spielzeit 2020/2021 steht Yuval Weinberg als Chefdirigent an der Spitze des SWR Vokalensembles. Er studierte in Tel Aviv Gesang und Dirigieren und setzte seine Ausbildung bei Jörg-Peter Weigle an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin und Grete Pedersen in Oslo fort.
Yuval Weinberg war Stipendiat des Dirigentenforums des Deutschen Musikrats und errang zahlreiche Preise bei internationalen Wettbewerben: 2013 den Jurysonderpreis beim Wettbewerb für junge Chordirigenten in St. Petersburg, 2014 den ersten Preis beim Chordirigierwettbewerb in Wrocław, 2015 und 2016 den Gary Bertini Nachwuchspreis und 2017 – gemeinsam mit dem Kammerchor NOVA – den ersten Preis beim Kammerchor-Wettbewerb Marktoberdorf.
Von 2015 bis 2017 war er Chefdirigent beim Osloer Kammerchor NOVA und dem Nationalen Jugendchor Norwegens und von 2019 bis 2023 Künstlerischer Leiter des EuroChoir. Seit 2019 ist er erster Gastdirigent und ab 2026 künstlerischer Leiter des Norske Solistkor. Im Sommer 2025 hat Yuval Weinberg seinen Vertrag als Chefdirigent des SWR Vokalensembles bis 2028 verlängert.
SWR Vokalensemble
Der Rundfunkchor des SWR gehört zu den internationalen Spitzenensembles unter den Profichören. Die instrumentale Klangkultur und stimmliche wie stilistische Flexibilität des Vokalensembles suchen ihresgleichen und begeistern Publikum, Dirigenten und Komponisten im In- und Ausland. Mehr als 300 Werke sind in den vergangenen Jahrzehnten für das SWR Vokalensemble entstanden und jedes Jahr kommen neue hinzu. Neben der zeitgenössischen Musik widmet sich das SWR Vokalensemble vor allem den anspruchsvollen Chorwerken der Romantik und der klassischen Moderne.
Von 2004 bis 2020 war Marcus Creed der Chefdirigent des SWR Vokalensembles. Unter seiner Leitung wurde das SWR Vokalensemble für seine kammermusikalische Interpretationskultur und seine stilsicheren Interpretationen vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik, dem ECHO Klassik, dem Diapason d’Or, dem Choc de la Musique und dem Grand Prix du Disque. Künstlerischer Leiter ist seit 2020 Yuval Weinberg, der 2022 mit dem SWR Vokalensemble eine Gesamtaufnahme aller Chorwerke von György Ligeti vorlegte, die u. a. mit dem Jahrespreis Diapason d’Or sowie dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde.
Freiburger Barockorchester
Leidenschaftlich, authentisch, spielfreudig – unter diesem Motto gehört das Freiburger Barockorchester (FBO) seit fast vier Jahrzehnten zur Weltspitze im Bereich der historisch informierten Aufführungspraxis. Das von Absolventinnen und Absolventen der Hochschule für Musik Freiburg gegründete Ensemble steht für eine große stilistische Bandbreite vom Barock bis zur Romantik und zeichnet sich durch eine unermüdliche Neugier gegenüber bekanntem wie auch weniger bekanntem Repertoire aus.
Mit rund 100 Konzerten jährlich ist das Orchester auf den bedeutendsten Bühnen der Welt zu Gast – von der Hamburger Elbphilharmonie über den Musikverein Wien bis zum Lincoln Center New York – und bei renommierten Festivals wie den Salzburger Festspielen, dem Rheingau Musik Festival oder dem Gstaad Menuhin Festival vertreten. Eigene Abonnementreihen in Freiburg, Stuttgart und Berlin unterstreichen die enge Verankerung im deutschsprachigen Raum.
Geleitet wird das FBO von seinen Konzertmeistern Cecilia Bernardini und Gottfried von der Goltz. In größeren Projekten arbeitet das Ensemble mit international renommierten Künstlerinnen und Künstlern wie Kristian Bezuidenhout (Principal Guest Director des FBO), Pablo Heras-Casado, René Jacobs, Sir Simon Rattle oder Isabelle Faust zusammen. Mehr als 130 vielfach preisgekrönte CD-Produktionen dokumentieren die künstlerische Strahlkraft des Orchesters.
BESETZUNG
SWR Vokalensemble
Freiburger Barockorchester
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Impressum
Chormanagement: Dorothea Bossert
Redaktion: Ilja Stephan
Text: Die Einführungstexte von Lena Sefrin sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.