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KONZERTTERMINE
SA 9. MAI 2026, 19.30 UHR
Bad Säckingen, St. Fridolinsmünster
SCHWETZINGER FESTSPIELE
MI 13. MAI 2026, 20 UHR
Speyer, Dom
KONZERTREIHE DES SWR VOKALENSEMBLES
DO 21. MAI 2026, 20 UHR
Stuttgart, Johanneskirche am Feuersee
19 Uhr Konzerteinführung mit Jessica Schweizer
PFINGSTFESTIVAL ST. JOHANN
FR 22. MAI 2026, 19.30 UHR
Freiburg, Katholische Kirche St. Johann
Video-Livestream: Mittwoch, 13. Mai, um 20.00 Uhr auf SWRKultur.de
Hörfunk: Sonntag, 31. Mai, um 20.03 Uhr im Abendkonzert in SWRKultur
PROGRAMM
RITUAL & EKSTASE
JOBY TALBOT (*1971)
Roncesvalles aus: „Path of Miracles“ (2005)
Soli: Mariann Grieshaber, Sopran; Wiebke Wighardt, Anna Padalko, Alt;
Johannes Mayer, Tenor; Florian Kontschak, Bass
GEORGI SWIRIDOW (1915 – 1998)
A Wondrous Birth aus: „Hymns and Prayers“ (1987 – 1997)
GYÖRGY KURTÁG (*1926)
Omaggio à Luigi Nono op. 16 (1979)
I. Deklinationen des Pronomens „wessen“
II. Anna Achmatowa: Abbruch
III. Rimma Dalos: Die Liebe für einen Monat
IV. Rimma Dalos: Woher kann ich denn wissen …
V. Rimma Dalos: Oh, Belehrung – die Liebe
VI. Rimma Dalos: Und ein Tor wurde mir aufgetan
ERAN DINUR (*1966)
Ne’ila für gemischten Chor
Solo: Steffen Kruse, Tenor
SITZPAUSE (ca. 5 Minuten)
SAMUEL BARBER (1910 – 1981)
Agnus Dei (1936, bearbeitet 1967)
Solo: Risa Matsushima, Sopran
JAY SCHWARTZ (*1965)
Arbor Vitae für 32 Stimmen (2026)
Uraufführung, Kompositionsauftrag des SWR
Mitwirkende
SWR Vokalensemble
Yuval Weinberg \ Dirigent
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ÜBER DIESES PROGRAMM
Rituale verbinden. Pilgerreisen, Liturgien, wiederkehrende Feste und symbolische Handlungen, vor allem aber miteinander geteilte Gefühle halten Gemeinschaften zusammen. Mit „Ritual und Ekstase“ widmen sich Yuval Weinberg und das SWR Vokalensemble dieser verbindenden Kraft. Alle Stücke des heutigen Abends kreisen um den Begriff des „Wir“. Das mag eine nationale oder eine religiöse Gemeinschaft, ein Netzwerk von Beziehungen oder die ganze Menschheit sein. Verbundenheit mit musikalischen Mitteln erlebbar zu machen, ist das erklärte Ziel der Werke des heutigen Programms. Und das quer durch Religionen und Kulturen. Vom jüdischen Gebet, der katholischen Pilgerreise und dem russisch-orthodoxen Hymnus über musikalische Ikonen des Medienzeitalters bis zur humanistischen Vision von Freundschaft reicht das Spektrum.
JOBY TALBOT: RONCESVALLES
Kinofans und Freunde britischen Humors werden den Komponisten Joby Talbot vor allem von seinem Soundtrack zu „Per Anhalter durch die Galaxis“ kennen. Doch die Kunst guter Filmmusik-Komponisten, mit einfachen Mitteln große Wirkung zu erzielen, bewährt sich auch in seinem vierteiligen Chorwerk „Path of Miracles“ (Pfad der Wunder). Ebenso bildhaft wie eindringlich schildert Talbot darin die Mühen und Ekstasen einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela. Der Komponist weiß, wovon er schreibt, zusammen mit Frau und Kind hat er den Jakobsweg selbst absolviert. Am Anfang von „Roncesvalles“ – benannt nach der ersten großen Station auf dem Weg – steht dabei ein mühsamer Aufstieg. Aus der Tiefe klettern die Bässe in langsam gleitender Intonation in die höheren Register. Auf dem (ersten) Pyrenäen-Gipfel angekommen, bricht der Chor in die traditionellen Pilgerrufe „Santiago“ und „Deus aia nos“ (Herr, hilf uns) aus, begleitet von rhythmischen Aufmunterungen: „Ultreia“ (Weiter). – Nach dem dritten dieser Anläufe sollen die Sänger laut Vortragsanweisung allerdings hörbar außer Atem sein. Das entscheidende Wort – um das auch dieses Konzert kreist – hebt Talbot dabei durch eine Fläche lang gehaltener Töne und Glockenklang heraus: „nos“ (Latein: wir/uns). Nach dieser Klettertour wird es leichter, geradezu beschwingt. Im rasanten Tempo und tänzerisch im Charakter erzählt Talbot die mythische Vorgeschichte des Jakobsweges. In einem babylonischen Sprachengewirr aus Griechisch, Latein, Baskisch, Französisch, Deutsch und Englisch, wie man es auf diesem von Menschen aus der ganzen Welt besuchten Pilgerweg wohl hören kann, schildert der Chor die Geschichte des Apostels Jakob – „Santiago“ ist eine Verballhornung von „Sanctus Jacobus“ – und wie er (bzw. seine kopflose Leiche) den Weg vom Heiligen Land nach Galizien fand. Mit dem nächsten mühsamen Anstieg und der Wiederkehr des Anfangs schließt das Stück.
GEORGI SWIRIDOW: A WONDROUS BIRTH
Georgi Swiridow war über fünf Jahrzehnte und einen Epochenbruch hinweg der Inbegriff russischen Traditionsbewusstseins. Im Westen kennt man ihn als Schöpfer geistlicher Musik mit viel „russischer Seele“ – ehemalige Bürger der UdSSR erinnern ihn als einen der Sowjet-Komponisten. 1936 wurde Swiridow ins Leningrader Konservatorium aufgenommen und dort ein Schüler von Dmitri Schostakowitsch. Stilistisch setzte er sich Anfang der 1940er-Jahre von seinem Lehrer ab und wandte sich folkloristischen Einflüssen und den Altmeistern der russischen Tradition zu. Mit seiner Form patriotischer Volkstümlichkeit war Swiridow in der UdSSR überaus erfolgreich. Der Hochdekorierte stieg in den Vorstand des sowjetischen Komponistenverbandes auf – den er von 1968 bis 1973 auch leitete –; er war Abgeordneter des Obersten Sowjet; und jeder Sowjetbürger kannte zumindest eines seiner Stücke, weil die Klänge seiner „Zeit, vorwärts!“-Ouvertüre die Hauptnachrichtensendung eröffneten.
Swiridows religiöses Hauptwerk, der Zyklus „Hymns and Prayers“, entstand zwischen 1987 und 1997. Die Texte dazu entnahm der Komponist der Bibel und der russisch-orthodoxen Liturgie – überarbeitete sie aber häufig in freier Form. „A Wondrous Birth“ entstammt dem dritten Teil von „Hymns and Prayers“, der Christi Geburt gewidmet ist. Diese Worte und Klänge sind ein Appell zur Einkehr und zelebrieren ein Mysterium. Die zweite Strophe ist dabei eine variierte Überhöhung der ersten. Musikalisch steigert der Komponist den schlichten Satz, indem er den Chor von der Vierstimmigkeit zu volltönender Doppelchörigkeit auf dem Höhepunkt der zweiten Strophe entfaltet. – Auch diese Facette von Swiridows Schaffen fand großen Anklang. Und so wurde 1998 die Trauerfeier für den inoffiziellen Staatskomponisten in der 1931 gesprengten und erst kurz zuvor wieder aufgebauten Christus-Erlöser-Kathedrale in Moskau ausgerichtet. Der russische Premier würdigte Swiridow seinerzeit als einen der „größten Komponisten des 20. Jahrhunderts“, und Patriarch Alexej II. persönlich leitete den Gottesdienst.
GYÖRGY KURTÁG: OMAGGIO À LUIGI NONO
Beziehungen und Verbindungen zu stiften, macht den innersten Kern von György Kurtágs Schaffen aus. Seit seinem Opus 1 leitet er seine Stücke aus einem ursprünglichen Nukleus ab; sein Œuvre bildet buchstäblich ein Netzwerk. Doch noch wichtiger als diese musikalische Substanzgemeinschaft ist die historische und zwischenmenschliche Dimension: Durch Zitate und Anspielungen holt Kurtág die Musikgeschichte in seine Werke, und durch Widmungen und Hommage-Kompositionen verbindet er sie mit Personen, die ihm wichtig sind. Allerdings steht diese „soziale“ Dimension seiner Schaffensstrategie in einem Spannungsverhältnis zu der illusionslos-nüchternen, mitunter nihilistischen Weltsicht in den Gedichten, die Kurtág bevorzugt vertont. Meistens findet der ungarische Komponist diesen Blick auf die Welt bei russischen Dichtern. Am Anfang der „Omaggio à Luigi Nono“ stehen Deklinationen des Wortes „wessen“. Im Russischen unterscheiden verschiedene Formen dieses Pronomens zwischen männlich und weiblich, Singular oder Plural. Kurtág lotet die emotionalen Untertöne dieser Deklinationen aus, indem er sie mal als Ausruf, als Frage, als Gelächter oder Klage artikulieren lässt. Wem gehört was? Das ist die Frage. Alles andere ist, „wenn man es genau besieht, ein leerer, vergeblicher, alberner Witz“, wie der Mottotext von Michail Lermontow verrät, den Kurtág der Nr. 1 voranstellt. Die Musik zu diesem moralischen Atomismus besteht überwiegend aus einsilbigen Tonpunkten, die sich zu dichten Clustern addieren.
An seine erste Chorkomposition wagte Kurtág sich 1979 auf den Rat von Luigi Nono hin – daher betitelte er sein Opus 16 „Hommage an Nono“. Wer allerdings Anklänge an dessen Musik erwartet, sucht vergebens. In der Nr. 3 zitiert Kurtág den Anfang von Wagners „Tristan“-Vorspiel herbei: ein Sextsprung aufwärts, gefolgt von einem Halbtonschritt abwärts. Mit genau 24 Tönen handelt der komponierende Aphoristiker in dieser „Hommage à Tristan“ lapidar-ironisch die große Liebesgeschichte ab. Die Nr. 4 ist der Kollegin Sofia Gubaidulina gewidmet – Kurtág adressiert sie in der Widmung mit ihrem Kosenamen „Sonia“. Der Text handelt von der engen wechselseitigen Verbundenheit zweier Menschen; als musikalische Metapher dafür wählt Kurtág den Kanon. Gedichte der in Ungarn lebenden, russischen Lyrikerin Rimma Dalos zählen zu Kurtágs bevorzugten Textvorlagen; ihr lakonischer Pessimismus scheint ihn anzusprechen. Im letzten ihrer „Briefe von Paulus an mich“ erlaubt Dalos sich eine bemerkenswerte Abweichung vom Wortlaut der Bibel. „Denn mir ist eine große Tür aufgetan zu reichem Wirken; es gibt aber auch viele Widersacher“, heißt es beim Apostel. Bei Dalos wird aus dem zweiten Satzteil das verzagte: „aber ich wage nicht einzutreten“. Kurtág entwirft in der Nr. 6 ein eindrückliches Klangbild vom aufgetanen großen Tor; von Trillern überzogene Töne der Solo-Soprane machen dann die ängstlich zitternde Stimme des lyrischen Ichs hörbar. Der Komponist widmete die Nr. 6 der kurz zuvor verstorbenen Freundin Lili Ország
ERAN DINUR: NE’ILA
Das Bild vom Tor, das es zu durchschreiten gilt, wiederholt sich in „Ne’ila“ des israelischen Komponisten Eran Dinur. Hier sind es das Tor zum Himmel bzw. das Tor des Tempels, deren anstehende Schließung am Ende des Yom-Kippur-Festes die Gläubigen zu rechtzeitiger Reue mahnt. Der Komponist orientiert sich am Anfang eng an liturgischen Musikformen, indem er einen Vorsänger (Solo-Tenor) – mit orientalischer Intonation – und die Gemeinde einander gegenüberstellt. Eindringlich schildert Dinur im Folgenden die Gruppe der ängstlichen Gläubigen, die „immer schneller und aufgeregt“ drängen und flehen: „Höre uns“, „Vergib uns“, „Erlöse uns“. An dieser Stelle ist die Musik rhythmisch unkoordiniert – jeder der Herren singt in seinem eigenen Tempo, bis ein sanfter Ton der Frauenstimmen auf dem Konsonanten M Ruhe einkehren lässt. Vor diesem Hintergrund mündet die Musik in eine Vertonung des Gebetes „Ptach lanu schaar“ (Öffne das Tor für uns) mit der Bitte um Aufschub.
SAMUEL BARBER: AGNUS DEI
Samuel Barbers „Adagio for Strings“, in der Chorversion bekannt als „Agnus Dei“, ist das ultimative Beispiel für die viel beschworene verbindende Kraft der Musik. Geteilte, intensive Emotionen stiften Gemeinschaft. Und für US-Amerikaner – inzwischen aber auch weit darüber hinaus – ist das Adagio das klingende Symbol der Trauer. Sein quasi-mythischer Status war dem Stück in die Wiege gelegt. Barber schrieb es als langsamen Satz seines ersten Streichquartetts 1936 in einem kleinen Ort mit dem verpflichtenden Namen St. Wolfgang unweit von Salzburg. Hier wollte er es mit dem Vorbild von Mozart und Haydn aufnehmen. Welchem jungen Komponisten wäre da nicht mulmig? Doch am 19. September 1936 konnte er brieflich vermelden: „Ich habe heute den langsamen Satz fertiggestellt – er ist ein Knaller!“ 1938 bearbeitet Barber den „Knaller“ für Streichorchester und sandte das „Adagio for Strings“ an den Dirigenten Arturo Toscanini. Seinen Durchbruch erlebte das Stück als Musikeinspielung bei einer Radiosendung zum Tod des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt 1945. Von da an gehörte es zur Grundausstattung für staatliche Trauerriten: Albert Einstein (1955) und John F. Kennedy (1963) wurden zu diesen Klängen beigesetzt. Die sakrale Aura, die das Adagio im Bewusstsein vieler Hörer bereits hatte, machte Barber 1967 manifest: Er arrangierte das Werk für Chor und unterlegte ihm den Text des letzten Satzes der lateinischen Messe „Agnus Dei“. Ab den 1980er-Jahren wurde das Werk endgültig Kult: David Lynch nutzte es in „Elephant Man“ (1980), Oliver Stone unterlegte die Klänge einem blutigen Gemetzel in seinem Vietnam-Film „Platoon“ (1986), und in einer Synthesizer-Version schaffte es die Musik 1999 auf Rang 4 der britischen Popcharts. Heute ist das Adagio/Agnus Dei das, was man ein „musikalisches Meme“ nennen könnte.
JAY SCHWARTZ: ARBOR VITAE
Im Zentrum des Stückes „Arbor Vitae“ (Der Baum des Lebens) von Jay Schwartz steht der Mensch. Für den Text seines Werkes, das der in Kalifornien geborene und seit Jahrzehnten in Deutschland lebende Komponist für das SWR Vokalensemble schrieb, steht das Wort „Mensch“ in über hundert Sprachen. So wie Linguisten die Verbreitung, Entwicklungswege und Verwandtschaften des modernen Menschen anhand von Wortähnlichkeiten und Sprachfamilien nachzeichnen, zeichnet Schwartz Wachstum und Bedrohung unserer Spezies in Lauten und Klängen nach. Sprachliche Nähe ist dabei auch für ihn ein Ausdruck von Verwandtschaft. Dass so viele Worte für Mensch mit einem M beginnen, gilt ihm als „Echo“ einer „grundlegenden Verbindung“. Für sein Stück ordnet Schwartz die Wörter nach ihren Anfangsbuchstaben. Nacheinander gelesen ergeben sie eine dringliche Warnung: (O) M-E-N-S-C-H G-I-B A-C-H-T. Die Ausdrücke für Mensch werden dabei – bis auf eine Ausnahme – kollektiv realisiert: Jeder Sänger trägt immer nur einen Laut bei. Von der tiefsten bis zur höchsten Stimme wuchert das vollständige Wort so durch die jeweilige Stimmgruppe.
Schwartz’ kompositorisches Denken ist stark von den physikalischen Eigenschaften des Klangs und von Prozessen geprägt. Am Anfang von „Arbor Vitae“ steht eine Tonballung auf dem Ur-Konsonanten M, die immer dichter wird, bis sie alle 32 Stimmen in einem kompakten, dissonanten Gesamtklang enthält. Dieses klangliche Total unterwirft Schwartz verschiedenen „Filter-Prozessen“. So dünnt er den Satz aus, bis bei Erreichen des Anfangsbuchstabens I ein starker Grundton und die ersten Intervalle der Obertonreihe, Oktave, Quinte und große Terz, hervorleuchten. An ihrer dünnsten Stelle reduziert Schwartz die Musik sogar bis zur Einstimmigkeit; hier erklingt ein einziges Mal, gesungen vom Sopran in hoher Lage, ein textverständliches Wort in einer Stimme: „Mensch. O Mensch.“ Dramatik und Spannung – und eine doppelbödige Pointe – schafft Schwartz durch rhythmische Belebung. Lang gehaltene Töne löst er in schnelle 16tel-Passagen auf – „bizarre Koloraturen“, nennt sie der Komponist –, die Schrecken und Bedrohung hörbar machen sollen. Bezeichnenderweise geschieht dies unmittelbar bevor sich das Wort „sapiens“ (Latein: weise/verstehend) in den Text einschleicht. Misstraut Schwartz also dem selbsterklärten Homo sapiens sapiens?
Ilja Stephan
TEXTE UND ÜBERSETZUNGEN
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Joby Talbot
Roncesvalles (aus „Path of miracles“)
Herr Santiagu
Grot Sanctiagu
Eultreya esuseya
Deius aia nos.
Eodem autore tempore misit Herodes rex manus ut adfligeret quosdam de ecclesia occidit autem Iacobum fratrem Iohannis gladio.
En aquel mismo tiempo el rey Herodes echó mano a algunos de la iglesia para maltratarles. Y mató a espada a Jacobo, hermano de Juan.
Aldi hartan, Herodes erregea eliz elkarteko batzuei gogor erasotzen hasi zen. Santiago, Joanen anaia, ezpataz hilarazi zuen.
Ver ce temps-là, le roi Hérode se mit à persécuter quelques-un de membres de l’Église. Il fit mourir par l’épée Jacques, frère de Jean.
Now about that time Herod the king stretched forth his hands to vex certain of the church. And he killed James, the brother of John with the sword.
Um dieselbige Zeit legte der König Herodes die Hände an etliche von der Gemeinde, sie zu peinigen. Er tötete aber Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert.
Before this death the Apostle journeyed, preaching the word to unbelievers.
Returning, unheeded,
to die in Jerusalem –
a truth beyond Gospel.
Jacobus, filius Zebedaei, frate Johannis,
Hic Spaniae et occidentalia loca praedicat,
foy el o primeiro que preegou en Galizia
Herod rots on a borrowed throne,
while the saint is translated
to Heaven and Spain,
the body taken at night from the tomb,
the stone of the tomb becoming the boat
that carries him back ad extremis terrarum,
back to the land that denied him in life.
Huius beatissimi apostoli
sacra ossa ad Hispanias translata;
Et despois que o rrey Erodes mãdou matar en Iherusalem,
trouxerõ o corpo del os diçipolos por mar a Galiza
From Jerusalem to Finisterre,
from the heart of the world
to the end of the land
in a boat made of stone,
without rudder or sail.
Guided by grace to the Galician shore.
abandonnant à la Providence la soin de la sepulture,
O ajutor omnium seculorum,
O decus apostollorum,
O lus clara galicianorum,
O avocate peregrinorum,
Jacobe, suplantatur viciorum
Solve nostrum
Cathenes delitorum
E duc a salutum portum.
O judge of all the world,
O glory of the apostles
O clear light of Galicia,
O defender of pilgrims,
James, destroyer of sins,
deliver us from evil
and lead us to safe harbour.
At night on Lebredon
by Iria Flavia
the hermit Pelayo
at prayer and alone
saw in the heavens
a ring of bright stars
shining like beacons
over the plain
and as in Bethlehem
the Magi were guided
the hermit was led
by this holy sign
for this was the time
given to Spain
for St. James to be found
after eight hundred years
in Compostella, by the field of stars.
Herr Santiagu
Grot Sanctiagu
Eultreya esuseya
Deius aia nos.
Robert Dickinson
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Georgi W. Swiridow
A wondrous birth
Having witnessed a wondrous birth,
let us be as strangers in this world,
and turn our minds towards the heavens.
For this the Most High God appeared on earth
as a lowly man. Alleluia!
Having witnessed a wondrous birth,
let us be as strangers in this world,
and turn our minds towards the heavens.
For this the Most High God descended to earth
that He might raise up to the heavens us
who sing to Him: Alleluia!
Georgi W. Swiridow
Eine wundersame Geburt
Eine wundersame Geburt haben wir beobachtet,
lass uns wie Fremde sein in dieser Welt
und unsere Sinne dem Himmel nach ausrichten.
Denn dafür ist der allerhöchste Gott auf Erden
erschienen als ein einfacher Mensch. Alleluja!
Eine wundersame Geburt haben wir beobachtet,
lass uns wie Fremde sein in dieser Welt
und unsere Sinne dem Himmel nach ausrichten.
Dafür stieg der allerhöchste Gott zur Erde herab,
um zu den Himmeln hinaufzuheben, uns, die wir ihm singen: Alleluja!
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György Kurtág
Omaggio a Luigi Nono
СКЛОНЕНИЕ МЕСТОИМЕНИЯ »ЧЕЙ«.
(Чей, чья, чьё, чьи, чьего, чьих, чью, чьей,
Чьему,чьим,чьими, о чьём, о чьей, о чьих)
Михаил Лермонтов
АННА АХМАТОВА »РАЗРЫВ«. (отрывок)
Не недели, месяцы – годы
Расставались. И вот, наконец
Холодок настоящей свободы
И седой над висками венец.
РИММА ДАЛОШ »ЛЮБОВЬ НА МЕСЯЦ...«
(Посвящение Тристану)
Любовь на месяц,
Страдание на годы,
Вот и прошло всё.
РИММА ДАЛОШ »НО КАК УЗНАТЬ МНЕ...«
(из цикла: Послания апостола Павла ко мне. Кор I, 7.16)
Канон
Но как узнать мне
Спасу ли я тебя,
Спасешь ли ты меня?
РИММА ДАЛОШ »О, НАЗИДАНИЕ – ЛЮБОВЬ!«
(из цикла: Послания апостола Павла ко мне. Кор I, 8.1)
О, назидание – любовь!
Дано ты всем
И всеми позабыто...
РИММА ДАЛОШ »И ОТВЕРСТА ДЛЯ МЕНЯ...«
(из цикла: Послания апостола Павла ко мне. Кор I, 16.9)
И отверста для меня
Дверь великая и широкая!
Да не смею чрез неё пройти...
Тексты 4й, 5й и 6й частей заимствованы из цикла »Послания
Апостола Павла ко мне« поэтессы Риммы Далош
György Kurtág
Hommage à Luigi Nono
I. Deklination des Pronomens „wessen“
(... und das Leben, wenn du dich mit kühlem Blick umschaust, ist so ein nichtiger und alberner Scherz.)
Michail Lermontow
II. Anna Achmatowa: Abbruch (Fragment)
Nicht Wochen, nicht Monate - Jahre
sind es, dass wir uns trennten. Und das Ende:
Die Kälte der erlangten Freiheit
und ein ergrauter Haarkranz um die Schläfe.
III. Rimma Dalos: Die Liebe für einen Monat...
(Hommage à Tristan)
Liebe - für Monate
Leiden – für Jahre
und schon ist alles vorbei.
IV. Rimma Dalos: Woher kann ich denn wissen ...
(nach Korinther I, 7. 16)
Kanon
Woher kann ich denn wissen
ob ich dich erlöse
oder du mich?
V. Rimma Dalos: Oh Belehrung - die Liebe
(nach Korinther I, 8. 1)
O Liebe, Erbauer
allen gegeben
von allen vergessen ...
VI. Rimma Dalos: Und ein Tor wurde mir aufgetan
(nach Korinther I, 16. 9)
Und ein Tor wurde mir aufgetan
weit und gewaltig
aber ich wage nicht einzutreten ...
Übersetzung aus dem Russischen von Geoffrey Norris.
Die Texte der Sätze 4, 5 und 6 sind dem Zyklus „Die Botschaften des Apostels Paulus an mich“ der Dichterin Rimma Dalos entnommen.
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Eran Dinur
Ne’ila
ptach lanu shaar
be’et ne’ilat shaar
ki fana yom
hayom yifne
ha shemesh yavo ve yifne
navo’a she’arecha
’ana ’el na
sa na
selach na
mechal na
chamal na
rachem na
kaper na
kevosh chet ve’avon
Jüdisches Gebet zu Yom Kippur
Eran Dinur
Letztes Gebet
Öffne uns ein Tor
wenn sich die Pforte schließt
denn der Tag ist am Schwinden
der Tag wird vergehen,
die Sonne wird kommen und vergehen
wir werden an deinen Toren ankommen
O Gott, bitte
beachte uns
vergib uns
begnadige uns
hab Mitleid mit uns
sei uns gnädig
erlöse uns
unterbinde Sünde und Missetaten
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Samuel Barber
Agnus Dei
Agnus Dei,
Qui tollis peccata mundi,
Miserere nobis.
Agnus Dei,
Qui tollis peccata mundi,
Miserere nobis.
Agnus Dei,
Qui tollis peccata mundi,
Dona nobis pacem.
Samuel Barber
Agnus Dei
Lamm Gottes,
der du die Schuld der Welt hinwegnimmst,
erbarme dich unser.
Lamm Gottes,
der du die Schuld der Welt hinwegnimmst,
erbarme dich unser.
Lamm Gottes,
der du die Schuld der Welt hinwegnimmst,
gib uns deinen Frieden.
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Jay Schwartz
Arbor Vitae / Baum des Lebens
Der Text bildet das Wort „Mensch“ in hunderten von Sprachen ab
O M – E – N – S – C – H G – I – B A – C – H – T
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KÜNSTLERBIOGRAFIEN
Yuval Weinberg
Chefdirigent des SWR Vokalensembles
Seit Beginn der Spielzeit 2020/2021 steht Yuval Weinberg als Chefdirigent an der Spitze des SWR Vokalensembles. Er studierte in Tel Aviv Gesang und Dirigieren und setzte seine Ausbildung bei Jörg-Peter Weigle an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin und Grete Pedersen in Oslo fort.
Yuval Weinberg war Stipendiat des Dirigentenforums des Deutschen Musikrats und errang zahlreiche Preise bei internationalen Wettbewerben: 2013 den Jurysonderpreis beim Wettbewerb für junge Chordirigenten in St. Petersburg, 2014 den ersten Preis beim Chordirigierwettbewerb in Wrocław, 2015 und 2016 den Gary Bertini Nachwuchspreis und 2017 – gemeinsam mit dem Kammerchor NOVA – den ersten Preis beim Kammerchor-Wettbewerb Marktoberdorf.
Von 2015 bis 2017 war er Chefdirigent beim Osloer Kammerchor NOVA und dem Nationalen Jugendchor Norwegens und von 2019 bis 2023 Künstlerischer Leiter des EuroChoir. Seit 2019 ist er erster Gastdirigent und ab 2026 Künstlerischer Leiter des Norske Solistkor. Im Sommer 2025 hat Yuval Weinberg seinen Vertrag als Chefdirigent des SWR Vokalensembles bis 2028 verlängert.
SWR Vokalensemble
Der Rundfunkchor des SWR gehört zu den internationalen Spitzenensembles unter den Profichören. Die instrumentale Klangkultur und stimmliche wie stilistische Flexibilität des Vokalensembles suchen ihresgleichen und begeistern Publikum, Dirigenten und Komponisten im In- und Ausland. Mehr als 300 Werke sind in den vergangenen Jahrzehnten für das SWR Vokalensemble entstanden und jedes Jahr kommen neue hinzu. Neben der zeitgenössischen Musik widmet sich das SWR Vokalensemble vor allem den anspruchsvollen Chorwerken der Romantik und der klassischen Moderne.
Von 2004 bis 2020 war Marcus Creed der Chefdirigent des SWR Vokalensembles. Unter seiner Leitung wurde das SWR Vokalensemble für seine kammermusikalische Interpretationskultur und seine stilsicheren Interpretationen vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik, dem ECHO Klassik, dem Diapason d’Or, dem Choc de la Musique und dem Grand Prix du Disque. Künstlerischer Leiter ist seit 2020 Yuval Weinberg, der 2022 mit dem SWR Vokalensemble eine Gesamtaufnahme aller Chorwerke von György Ligeti vorlegte, die u. a. mit dem Jahrespreis Diapason d’Or sowie dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde.
BESETZUNG
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Impressum
Chormanagement: Dorothea Bossert
Redaktion: Ilja Stephan
Text: Der Einführungstext von Ilja Stephan ist ein Originalbeitrag für dieses Programmheft.