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KONZERTTERMIN
SA 11. JULI, 19.30 UHR
Mannheim, CityKirche Konkordien
CHOR HOCH ZWEI
PROGRAMM
KRIEG & FRIEDEN
Larry Nickel (*1952)
Kyrie eleison* (2006)
Benjamin Britten (1913 – 1976)
A. M. D. G. (Ad majorem Dei gloriam) (1939)
I. Prayer I
II. Rosa Mystica
III. God’s Grandeur
IV. Prayer II
V. O Deus, ego amo te
VI. The Soldier
VII. Heaven-Haven
Kurt Weill (1900 – 1950)
Das Berliner Requiem – Kleine Kantate für Tenor, Bariton, Männerchor und Blasorchester nach Texten von Bertolt Brecht (1928)
Solisten: Johannes Mayer, Tenor \ Georg Gädker, Bariton
I. Großer Dankchoral: Lobet die Nacht
II. Ballade vom ertrunkenen Mädchen: Als sie ertrunken war und hinunterschwamm
III. Marterl: Hier ruht die Jungfrau Johanna Beck
IV. Erster Bericht über den unbekannten Soldaten: Wir kamen von den Gebirgen
V. Zweiter Bericht über den unbekannten Soldaten: Alles, was ich euch sagte
VI. Großer Dankchoral: Lobet die Nacht (da capo)
Pause
Igor Strawinsky (1882 – 1971)
Pater noster* (1926; rev. 1949)
Aaron Copland (1900 – 1990)
Help us O Lord** aus: Four Motets (1921)
Benjamin Britten
Sacred and Profane op. 91 (1974/1975)
I. St Godric’s Hymn
II. I mon waxe wod
III. Lenten is come
IV. The long night
V. Yif ic of luve can
VI. Carol
VII. Ye that pasen by
VIII. A Death
Gustav Holst (1874 – 1934)
Nunc dimittis*** (1915)
Mitwirkende
Ensemble Ascolta
SWR Vokalensemble
Benjamin Goodson \ Dirigent
CHOR HOCHZWEI PARTNERCHOR: Konkordien-Kantorei Mannheim
Heike Kiefner-Jesatko \ Dirigentin
* Konkordien-Kantorei, Leitung: Heike Kiefner-Jesatko
** Konkordien-Kantorei, Leitung: Benjamin Goodson
*** SWR Vokalensemble und Konkordien-Kantorei, Leitung: Benjamin Goodson
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ÜBER DIESES PROGRAMM
Krieg und Frieden, Leben und Tod – die Werke des heutigen Programms stellen die Frage nach den letzten Dingen. Und mehr noch: Sie alle umkreisen das Problem, wie und in welcher Sprache man im 20. und 21. Jahrhundert über existentielle Dinge überhaupt reden kann. Der reife Benjamin Britten wählte dazu mittelenglische Gedichte aus dem 11. bis 14. Jahrhundert – in diesen mittelalterlichen Texten fand er eine Weltsicht formuliert, die seinem religiösen Empfinden entsprach. Bertolt Brecht schaute für seine Gedichte, die Kurt Weill im „Berliner Requiem“ vertonte, dem modernen, urbanen Volk „aufs Maul“, um „das auszudrücken, was der großstädtische Mensch unserer Zeit zu der Erscheinung des Todes zu sagen hat“ (Weill).
LARRY NICKEL: KYRIE ELEISON
In jenen vier Werken, die die Konkordien-Kantorei alleine oder zusammen mit dem SWR Vokalensemble singt, ist die Frage nach der Sprache und den richtigen Worten für die letzten Dinge schon durch die Textvorlage geklärt. Sie beruhen auf liturgischen Texten oder stammen aus der Bibel; hier sind die Fragen von Leben und Tod in jahrhundertealte sakrosankte Formeln gefasst. Doch auch die müssen von jeder Generation und jedem Komponisten neu gelesen und mit neuem Leben erfüllt werden. Das „Kyrie“ des kanadischen Komponisten Larry Nickel etwa ist Teil seines „Requiem for Peace“ von 2006. Basis des Stückes ist eine Cantus-firmus-Melodie des japanischen Filmkomponisten Kuni Murai. Ebenso tragisch wie aktuell ist dabei die Widmung des Stückes: Nickel gedenkt hier aller Zivilisten, die in den diversen Kriegen rund um den Globus ins Kreuzfeuer geraten.
BENJAMIN BRITTEN: A. M. D. G.
Wäre „A. M. D. G.“ ein Kind, so könnte man sagen, sein Vater habe es verstoßen. Bei der Ausreise aus den USA 1942 musste Benjamin Britten seine Manuskripte beim Zoll zurücklassen. Er gab sie einer befreundeten Familie zu treuen Händen und forderte sie im Laufe der Jahre zurück – nur das Konvolut mit den Skizzen und einigen (Bleistift-)Reinschriften von „Ad majorem Dei gloriam“ (A. M. D. G.) nicht. Nach dem Tod des Komponisten ging es ans British Museum. Die ursprünglich für „A. M. D. G.“ vorgesehene Opus-Nummer 17 hatte er vorher bereits anderweitig vergeben. Der Grund, warum Britten dieses Werk aufgab, ist vielleicht derselbe, aus dem wir es heute so reizvoll finden: Es bietet das authentische Bild einer spirituellen Suche. Die Texte stammen von Gerard Manley Hopkins (1844-1889) – der war als junger Mann zum Katholizismus konvertiert, hatte die meisten seiner frühen Gedichte verbrannt, um mit 24 Jahren dem Jesuiten-Orden beizutreten. Hinfort dichtete er nur noch zum höheren Ruhme Gottes. Das Ordensmotto „Ad majorem Dei gloriam“ wählte Britten als Titel für seine Hopkins-Anthologie. Zwei der Gedichte stammen noch aus der Zeit von dessen Selbstfindung, die anderen fünf schrieb er als glaubensfester Jesuiten-Pater. Britten wandte sich Hopkins’ Gedichten im Alter von 25 Jahren zu – während einer Zeit, in der er selbst vor einer gescheiterten Beziehung und einem drohenden Weltkrieg von England in die USA floh. Nach seiner Rückkehr in die Heimat scheint die in „A. M. D. G.“ formulierte Vision für ihn keine gültige Option mehr gewesen zu sein.
Brittens Textauswahl und Vertonung enthalten Momente leuchtender Ekstase wie die im Presto aufwärtsstürmende Liebeserklärung am Anfang von „O Deus, ego amo te“ oder den strahlenden Dur-Akkord in zweiter Umkehrung auf das Wort „Jesu“, mit dem „Prayer I“ beginnt. Gottes Größe wird in „Godʼs Grandeur“ als Fugato veranschaulicht und das Lästern – ebenfalls im Rahmen der Konvention – mit gewundener Chromatik. Zum Bild des Glaubenskämpfers in „The Soldier“ fallen dem späteren Kriegsdienstverweigerer Britten zackige Marschrhythmen und eine Melodie mit hohem Ohrwurmfaktor ein. Diesen Satz strich er im Manuskript aus – der Kampf um die letzten Dinge war ihm sicher ernst gewesen, doch als Lösung schwebte dem Menschen und Komponisten Benjamin Britten offenbar anderes vor.
KURT WEILL: DAS BERLINER REQUIEM
„Das Berliner Requiem“ von Kurt Weill und Bertolt Brecht ist ein echtes Rundfunkwerk. In Auftrag gegeben hatte es der SWR (Südwestdeutscher Rundfunkdienst) in Frankfurt. Die Dachorganisation der Deutschen Rundfunkanstalten, Reichs-Rundfunk-Gesellschaft, wollte damals über ihre regionalen Sender die Radiokunst fördern. Weill war als Musikkritiker mit dem Medium bestens vertraut und entwickelte eine eigene Ästhetik für den Äther und die Massen. Anders als im Konzertsaal säßen vor dem Radio alle Klassen: Arbeiter, Bauern, Bürgerliche. Und denen müsse man ernste und wichtige Themen auf einfache, nachvollziehbare Weise nahebringen. Zudem hatte das Medium seine Einschränkungen: Streicherschmelz klang aus der Röhre weniger gut; transparente Bläserklänge waren ein Mittel der Wahl. „Gebrauchsmusik“ nannte Weill das – und unterschied es von rein der Unterhaltung dienender „Verbrauchsmusik“. Und auch die Institution Rundfunkanstalt war nicht frei von Tücken: Weil die Positionen des Autorenteams bekannt waren, appellierte die Mitteldeutsche Rundfunk AG (MIRAG) in Leipzig an einen politischen Überwachungsausschuss – und der lehnte das Werk ab. Weill schimpfte über „irgendeinen Provinzonkel“, der das Requiem „inhibitiert“ habe und erklärte seinem (verhinderten) Publikum in einem Zeitungsartikel die Absichten der Autoren: „Es ist der Versuch gemacht worden, das auszudrücken, was der großstädtische Mensch unserer Zeit zu der Erscheinung des Todes zu sagen hat.“ Zu guter Letzt wurde das Stück nicht deutschlandweit, sondern nur vom SWR im Südwesten über den Äther geschickt.
Kriegsende, Spartakusaufstand und die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht lagen 1928, im Entstehungsjahr des „Berliner Requiems“, zehn Jahre zurück. Der Jahrestag dieser Ereignisse bildet den zeitgeschichtlichen Hintergrund des Stückes. (Ein Prozess um die weitgehend ausgebliebene juristische Aufarbeitung des Doppelmordes wühlte damals die Weimarer Republik auf.) In der Ballade „Vom ertrunkenen Mädchen“ werden die Zeitgenossen noch ohne Weiteres eine Anspielung auf Rosa Luxemburg erkannt haben – deren verwesten Leichnam hatte man aus dem Landwehrkanal gezogen. Das „Marterl“ gibt es auch in einer Klavierfassung mit derselben Musik, aber auf die Worte von Brechts Gedicht „Die Rote Rosa“; gelegentlich wird diese Variante auch fürs Requiem gewählt. Der „Große Dankchoral“, der das Requiem einrahmt, ist eine sarkastische Parodie auf den lutherischen Hymnus „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“; der „alte Bach“ hatte ihn in seiner Kantate BWV 137 verarbeitet, und vom Glockenspiel gespielt tönte er seit 1797 vom Turm der Potsdamer Garnisonskirche herab.
IGOR STRAWINSKY: PATER NOSTER
Igor Strawinskys „Pater Noster“ von 1926 hatte in seiner ursprünglichen Fassung als „Otche Nash“ einen kirchenslawischen Text – war also in einer Sprache komponiert, die speziell für liturgische Handlungen reserviert ist. Erst später legte Strawinsky sein „Vater unser“ auch in einer lateinischen Fassung vor. Das Werk fügt sich ein in die Reihe kurzer Chorkompositionen, mit denen Strawinsky Anlauf nahm für seine große Psalmen-Symphonie von 1930. Da es sich um ein Gebet handelt, vertont er den Text in Form eines Sprechgesangs, der ohne große Intervallschritte auskommt und syllabisch, also mit (nur) einem Ton auf jede Silbe, gesetzt ist.
AARON COPLAND: HELP US, O LORD
Wie viele Komponisten seiner Generation studierte auch Aaron Copland in Paris bei Nadia Boulanger. Drei fruchtbare Jahre verbrachte Copland in dieser „Boulangerie“ und schrieb 1921 seine „Four Motets“, zu denen auch „Help us, O Lord“ gehört, als Studienaufgabe für seine Lehrerin. Als sie einige Jahrzehnte später veröffentlicht wurden, bemerkte Copland, er habe „ihrer Veröffentlichung mit gemischten Gefühlen zugestimmt. Zwar haben sie einen gewissen Kuriositätswert – vielleicht wollen die Leute wissen, was ich als Student gemacht habe –, doch der Stil ist noch nicht wirklich der meine.“ Copland nannte Mussorgsky als Einfluss, doch sicherlich stehen auch Komponisten französischer Chormusik wie Fauré – über den Copland zu jener Zeit eine kritische Studie verfasste – im Hintergrund. Jede der Motetten beruht auf einem adaptierten Text aus dem Alten Testament.
BENJAMIN BRITTEN: SACRED AND PROFANE
Eines von Brittens frühesten Werken war „A Hymn to the Virgin“ – geschrieben von einem 17-jährigen Überflieger auf einen anonymen, mittelenglischen Text aus dem 13. Jahrhundert. Um 1930 zeichnete sich also bereits ab, was Britten lebenslang beschäftigen sollte: eine innige (Marien-)Frömmigkeit und die Liebe zu altenglischer Lyrik. In „Sacred and Profane“ erscheinen diese Elemente über 40 Jahre später wieder, aber der reife (und bereits von Krankheit gezeichnete) Britten nähert sich der „Gretchenfrage“ hier auf ganz eigene Art. Heiliges und Profanes werden nicht gegenübergestellt, nach dem Modell: hier heilig, dort profan. Vielmehr durchdringen sich die Sphären. Eine – für heutige Leser durchaus provokante – diesseitige und handfeste Art, von den letzten Dingen zu denken und zu reden, ist es, was Britten an diesen nicht-liturgischen, nicht-theologischen Texten im Volkston schätzte. Der humoristische Klassiker des Genres wäre „Jolly Jankins“. Dieses Gedicht aus dem 15. Jahrhundert erzählt vom „lustigen“ Priester Jankins, der, während er das Hochamt zelebriert, mit der schönen Alyson flirtet. Deren Name reimt sich auf „(Kyrie) eleison“. Der Ausgang ist absehbar: „Cryst fro schame me schylde:/ Alas! I go with chylde.“ (Christ, der Schande mich entwinde:/ Ach! Nun geh’ ich mit ’nem Kinde.) Such is life. Es ist diese inklusive, Heiliges und Profanes, Hohes und Niederes, Körperliches und Spirituelles, in eins denkende Weltsicht, die Britten in den alten Texten findet – weshalb er sie unangetastet im Original belässt. Ist die Jungfrau auf dem Moor in der Nummer 6 „Carol“ nun eine Verkörperung der Gottesmutter oder eine frühe Schicksalsgenossin der „Jungfrau Johanna Beck“ aus Brechts „Marterl“? Oder beides?
Das letzte Stück des Zyklus „A Death“ zeigt uns eine frühe Erscheinungsform von schwärzestem englischem Humor. Der Text ist eine gnadenlose Aufzählung der körperlichen Verfallserscheinungen auf dem Weg zum letzten Seufzer. Britten inspirierte das zu einem seiner kühnsten Stücke: Die Polyphonie ist hier extrem verschachtelt – eigentlich schrieb Britten den gesamten Zyklus für ein Quintett von fünf virtuosen Gesangssolisten. Vor allem aber ist der Klang bis ins kleinste Detail von schmerzlich-dissonanten Sekundklängen geprägt – was hier mehr hart und gestählt als larmoyant oder gar sentimental klingt. Was ihm wichtig ist, zeigt ein Komponist auch dadurch, wie viel Raum er einem Textabschnitt einräumt. Die nihilistische Schlusspointe von „A Death“ breitet Britten geradezu genüsslich aus: Ein ums andere Mal wird der Satz „Of al this world ne give I it a pese!“ wiederholt. Das Wort „pese“ ist mittelenglisch für „Erbse“ – „I don’t give a pea“ ist bis heute ein (altertümlicher) Ausdruck, um seine Nichtachtung kundzutun. Mehr als 20-mal hören wir diese Formel im Schlussabschnitt – damit auch der letzte Erbsenzähler versteht, dass dieses lyrische Ich sich einen Dreck schert um diese (irdisch-diesseitige) Welt.
GUSTAV HOLST: NUNC DIMITTIS
Gustav Holsts Vertonung des Abendgebets „Nunc dimittis“ für achtstimmigen Chor ist eine Hommage an die Polyphonie der Renaissance. Das Werk wurde 1915 für Richard Terry, den Organisten der Westminster Cathedral, komponiert und am Ostersonntag desselben Jahres aufgeführt. Anschließend geriet es für über sechs Jahrzehnte in Vergessenheit; bis zu seiner Veröffentlichung im Jahr 1979 lag das Werk nur in Manuskriptform vor.
Mit großer Flexibilität variiert der erfahrene Chordirigent- und Komponist Holst in dieser kurzen Motette den Chorklang: Jeder Abschnitt hat seinen eigenen Sound. Aus den tiefen Registern und über dem dunklen Vokal „u“ von „Nunc“ (Nun) dämmert am Anfang der Klang herauf. Polyphonie wechselt mit kurzen Soli und einem wuchtigen akkordischen Satz auf die Worte „quod parasti“ (das Heil); für „lumen ad revelati“ (ein Licht zur Erleuchtung) wählt Holst das Wechselspiel zwischen Männer- und Frauenchor; im größtmöglichen Kontrast dazu beginnt die kleine Doxologie, das „Gloria Patri“, als effektvolles Unisono, und zuletzt mündet der Satz wieder in komplexe Vielstimmigkeit.
TEXTE UND ÜBERSETZUNGEN
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Larry Nickel: Kyrie eleison
Kyrie, miserere nobis
Kyrie, dona nobis pacem
Kyrie eleison
Dona nobis pacem
Christe eleison
Exaudi orationem meam
Dona nobis pacem
Herr, erbarme dich unser
Herr, schenke uns Frieden
Herr, erbarme dich unser
Schenke uns Frieden
Christus, erbarme dich unser
Höre auf mein Gebet
Schenke uns Frieden
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Benjamin Britten: Ad majorem Dei gloriam
Prayer
Jesu that dost in Mary dwell,
Be in thy servants' hearts as well,
In the spirit of thy holiness,
In the fullness of thy force and stress,
In the very ways that thy life goes,
And virtues that thy pattern shows.
In the sharing of thy mysteries;
And every power in us that is
Against thy power put under feet
In the Holy Ghost the Paraclete
To the glory of the Father. Amen.
Rosa Mystica
"The Rose is a mystery" - where is it found?
Is it anything true? Does it grow upon ground?
It was made of earth's mould,
but it went from men's eyes,
And its place is a secret, and shut in the skies,
In the Gardens of God, in the daylight divine
Find me a place by thee, Mother of mine.
But where was it formerly?
Which is the spot
That was blest in it once, though now it is not?
It is Galilee's growth; it grew at God's will
And broke into bloom upon Nazareth Hill.
In the Gardens of God, in the daylight divine
I shall look on thy loveliness, Mother of mine.
Tell me the name now, tell me its name:
The heart guesses easily, is it the same?
Mary, the Virgin, well the heart knows,
She is the Mystery, she is that Rose.
In the Gardens of God, in the daylight divine
I shall come home to thee, Mother of mine.
Is Mary that Rose, then? Mary, the Tree?
But the Blossom, the Blossom there, who can it be?
Who can her Rose be? It could be but One:
Christ Jesus, our Lord - her God and her Son
In the Gardens of God, in the daylight divine
Show me thy Son, Mother, Mother of mine
God's Grandeur
The world is charged with the grandeur of God.
It will flame out, like shining from shook foil;
It gathers to a greatness, like the ooze of oil
Crushed. Why do men then now not reck his rod?
Generations have trod, have trod, have trod, have trod;
And all is seared with trade; bleared, smeared with toil:
And wears man's smudge and shares man's smell: the soil
Is bare now, nor can foot feel, being shod.
And for all this, nature is never spent;
There lives the dearest freshness deep down things;
And though the last lights off the black West went
Oh, morning, at the brown brink eastward, springs
Because the Holy Ghost over the bent world broods with warm breast and with ah! bright wings.
Prayer II
Thee, God, I come from, to thee go.
All day long I like fountain flow
From the hand out,
swayed about
Mote-like
in thy mighty glow.
What I know of thee I bless,
As acknowledging thy stress
On my being and as seeing
Something of thy holiness.
Once I turned from thee and hid,
Bound on what thou hadst forbid;
Sow the wind I would; I sinned:
I repent of what I did.
Bad I am, but yet thy child.
Father, be thou reconciled.
Spare thou me, since I see
With thy might that thou art mild.
I have life before me still
And thy purpose to fulfil;
Yea a debt to pay thee yet:
Help me, sir, and so I will.
O Deus, ego amo Te
O God, I love thee, I love thee –
Not out of hope of heaven for me
Nor fearing not to love and be
In the everlasting burning.
Thou, thou, my Jesus, after me
Didst reach thine arms out dying,
For my sake sufferedst nails and lance,
Mocked and marred countenancе.
Sorrows passing number,
Sweat and care and cumber,
Yea and death, and this for me.
And thou couldst see me shining:
Then I, why should not I love thee,
Jesu, so much in love with me?
Not for heaven's sake; not to be
Out of hell by loving thee;
Not for any gains I see;
But just the way that thou didst me
I do love and I will love thee:
What must I love thee, Lord, for then?
For being my king and God. Amen.
The Soldier
Yes. Why do we all, seeing of a soldier, bless him?
Bless Our redcoats, our tars?
Both [of] these being, the greater part,
But frail clay, nay but foul clay.
Here it is: the heart,
Since, proud, it calls the calling manly,
gives a guess That, hopes that, makes believe,
the men must be no less:
It fancies, feigns, deems, the artist after his art:
And fain will find as sterling all as all is smart,
And scarlet wear the spirit of war there express.
Mark Christ our King.
He knows war, served this soldiering through:
He of all can handle a rope best.
There he bides in bliss Now,
and seeing somewhere some man do all that man can do.
For love he leans forth, needs his neck must fall on, kiss,
And cry "O Christ-done deed! So God-made-flesh does too:
Were I come o'er again" cries Christ "it should be this".
Heaven-Haven
A nun takes the veil
I have desired to go
Where springs not fail,
To fields where flies no sharp and sided hail
And a few lilies blow.
And I asked to be
Where no storms come.
Where the green swell is in the havens dumb,
And out of the swing of the sea.
Gerard Manley Hopkins
Benjamin Britten: Dem höchsten Gott zu Ehren
Gebet
Jesus, der du in Maria wohnst,
sei auch in den Herzen deiner Diener, im Geist deiner Heiligkeit,
in der Fülle deiner Kraft und Stärke,
auf den Wegen, die dein Leben beschreitet, und in den Tugenden, die dein Vorbild zeigt.
Im Teilen deiner Geheimnisse;
und jede Kraft in uns, die
sich deiner Kraft widersetzt, sei unter die Füße gelegt,
im Heiligen Geist, dem Tröster,
zur Ehre des Vaters. Amen.
Rosa Mystica
„Die Rose ist ein Geheimnis“ – wo ist sie zu finden?
Ist sie wirklich wahr? Wächst sie auf dem Boden?
Sie wurde aus irdischem Lehm geformt, doch sie entzog sich den Augen der Menschen,
und ihr Ort ist ein Geheimnis, verborgen im Himmel,
in den Gärten Gottes, im göttlichen Tageslicht.
Finde mir einen Platz an deiner Seite, meine Mutter.
Doch wo war sie einst?
Welcher Ort war einst durch sie gesegnet, auch wenn dies nun nicht mehr so ist?
Sie ist eine Pflanze aus Galiläa; sie wuchs nach Gottes Willen
und erblühte auf dem Hügel von Nazareth.
In den Gärten Gottes, im göttlichen Tageslicht
werde ich deine Schönheit erblicken, meine Mutter.
Sag mir nun den Namen, sag mir seinen Namen:
Das Herz errät es leicht, ist es dasselbe?
Maria, die Jungfrau, das Herz weiß es wohl,
Sie ist das Geheimnis, sie ist jene Rose.
In den Gärten Gottes, im göttlichen Tageslicht
Werde ich zu dir heimkehren, meine Mutter.
Ist Maria also diese Rose? Maria, der Baum?
Doch die Blüte, die Blüte dort, wer kann das sein?
Wer kann ihre Rose sein? Es kann nur einer sein:
Christus Jesus, unser Herr – ihr Gott und ihr Sohn
In den Gärten Gottes, im göttlichen Tageslicht
zeige mir deinen Sohn, Mutter, meine Mutter.
Gottes Erhabenheit
Die Welt ist erfüllt von der Erhabenheit Gottes.
Sie wird aufflammen wie der Glanz von zerknitterter Folie;
sie sammelt sich zu einer Größe, wie das Auslaufen von Öl,
das zerdrückt wurde. Warum schenken die Menschen seiner Rute nun keine Beachtung?
Generationen sind gewandert, gewandert, gewandert;
und alles ist vom Handel versengt; getrübt, beschmiert von Plage:
Und trägt den Schmutz des Menschen und atmet seinen Geruch: Der Boden
ist nun kahl, und der beschuhte Fuß spürt ihn nicht mehr.
Und trotz alledem ist die Natur niemals erschöpft;
tief im Innersten der Dinge lebt die liebste Frische;
Und obwohl das letzte Licht im dunklen Westen erloschen ist,
Oh, Morgen, am braunen Rand im Osten, entspringt es
weil der Heilige Geist über der gebeugten Welt mit warmer Brust und mit – ach! – strahlenden Flügeln brütet.
Gebet II
Von dir, Gott, komme ich, zu dir kehre ich zurück.
Den ganzen Tag fließe ich wie eine Quelle
aus deiner Hand hinaus, hin und her getrieben,
wie ein Staubkorn in deinem mächtigen Glanz.
Was ich von dir weiß, preise ich,
da ich deinen Einfluss auf mein Wesen erkenne und etwas von deiner Heiligkeit erahne.
Einst wandte ich mich von dir ab und versteckte mich,
gebunden an das, was du verboten hattest;
Wind wollte ich säen; ich habe gesündigt:
Ich bereue, was ich getan habe.
Schlecht bin ich, doch noch immer dein Kind.
Vater, sei mir gnädig.
Verschone mich, da ich erkenne,
dass du in deiner Macht doch sanftmütig bist.
Ich habe noch Leben vor mir
und deinen Willen zu erfüllen;
ja, eine Schuld, die ich dir noch zu begleichen habe:
Hilf mir, Herr, und so werde ich es tun.
O Gott, ich liebe Dich
O Gott, ich liebe Dich –
nicht in der Hoffnung auf den Himmel für mich,
noch aus Furcht, nicht zu lieben und in der ewigen Feuerhölle zu enden.
Du, du, mein Jesus, hast mir
im Sterben Deine Arme entgegengestreckt,
hast um meinetwillen Nägel und Lanze ertragen,
Spott und entstelltes Antlitz.
Unzählige Leiden,
Schweiß und Sorge und Mühen,
ja, und den Tod, und das alles für mich.
Und du konntest mich strahlen sehen:
Dann ich, warum sollte ich dich nicht lieben,
Jesus, der du mich so sehr liebst?
Nicht um des Himmels willen; nicht, um durch meine Liebe zu dir der Hölle zu entgehen;
Nicht um irgendeinen Gewinn, den ich sehe;
Sondern einfach so, wie du es mir getan hast,
liebe ich dich und werde ich dich lieben:
Wofür muss ich dich denn lieben, Herr?
Dafür, dass du mein König und Gott bist. Amen.
Der Soldat
Ja. Warum segnen wir ihn alle, wenn wir einen Soldaten sehen?
Segnen unsere Rotröcke, unsere Matrosen?
Dabei sind beide, zum größten Teil, nur zerbrechlicher Lehm, ja, sogar schmutziger Lehm.
Hier ist der Grund: Das Herz,
das, in seinem Stolz, die Berufung als männlich bezeichnet, vermutet, hofft und sich einredet,
dass die Männer nicht weniger sein dürfen:
Es malt sich aus, täuscht vor, hält den Künstler für seine Kunst: Und möchte gerne alle so edel finden, wie alles schick ist, Und dass das Scharlachrot dort den Geist des Krieges zum Ausdruck bringt.
Beachtet Christus, unseren König. Er kennt den Krieg, hat diesen Soldatendienst durchgestanden:
Er kann von allen am besten mit einem Seil umgehen.
Dort verweilt er nun in Glückseligkeit
Und sieht irgendwo einen Mann, der alles tut, was ein Mensch tun kann.
Aus Liebe beugt er sich vor, muss seinen Hals hinstrecken, küssen, Und rufen: „O eine von Christus vollbrachte Tat! So tut es auch der fleischgewordene Gott:
„Käme ich noch einmal“, ruft Christus, „sollte es so sein.“
Himmel-Zuflucht
Eine Nonne legt den Schleier an
Ich sehnte mich danach, dorthin zu gehen,
Wo die Quellen nie versiegen,
Zu Feldern, wo kein scharfer, kantiger Hagel fällt
Und ein paar Lilien blühen.
Und ich bat darum, dort zu sein,
Wo keine Stürme wehen.
Wo die grünen Wellen in den stillen Häfen wogen,
Und fernab vom Auf und Ab des Meeres.
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Kurt Weill: Das Berliner Requiem
I. Großer Dankchoral
Lobet die Nacht und die Finsternis, die euch umfangen!
Kommet zuhauf!
Schaut in den Himmel hinauf:
Schon ist der Tag euch verfangen.
Lobet von Herzen das schlechte Gedächtnis des Himmels!
Und dass er nicht
Weiß euren Nam' noch Gesicht.
Niemand weiß, dass ihr noch da seid.
Lobet das Gras und die Tiere, die neben euch leben und sterben!
Sehet, wie ihr
Lebet das Gras und das Tier.
Und es muss auch mit euch sterben.
Lobet die Kälte, die Finsternis und das Verderben!
Schauet hinan:
Es kommet nicht auf euch an.
Und ihr könnt unbesorgt sterben
II. Ballade vom ertrunkenen Mädchen
Als sie ertrunken war und hinunter schwamm
Von den Bächen in die größeren Flüsse,
Schien der Opal des Himmels sehr wundersam,
Als ob er die Leiche begütigen müsse.
Tang und Algen hielten sich an ihr ein,
So dass sie langsam viel schwerer ward.
Kühl die Fische schwammen an ihrem Bein,
Pflanzen und Tiere beschwerten noch ihre letzte Fahrt.
Und der Himmel ward abends dunkel wie Rauch
Und hielt nachts mit den Sternen das Licht in Schwebe.
Aber früh ward er hell, dass es auch
Noch für sie Morgen und Abend gebe.
Als ihr bleicher Leib im Wasser verfaulet war,
Geschah es (sehr langsam), dass Gott sie allmählich vergaß.
Erst ihr Gesicht, dann die Hände und ganz zuletzt erst ihr Haar.
Dann ward sie Aas in Flüssen mit vielem Aas.
III. Marterl
Hier ruht die Jungfrau
Hier ruht die Jungfrau Johanna Beck.
Als sie starb, war ihre Unschuld schon vorher weg.
Die Männer haben ihr den Rest gegeben,
Drum floh sie aus diesem süßen Leben.
Ruhe sanft, ruhe sanft.
IV. Erster Bericht über den Unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen: Wir kamen von den Gebirgen
Wir kamen von den Gebirgen und vom Weltmeer,
Um ihn zu erschlagen.
Wir fingen ihn mit Stricken, langend
Von Moskau bis zur Stadt Marseille
Und stellten auf Kanonen, ihn erreichend
An jedem Punkt, wo er hinfliehen konnte,
Wenn er uns sah.
Wir versammelten uns vier Jahre lang,
Legten nieder unsere Arbeit und standen
In den zerfallenen Städten, uns zurufend in vielen Sprachen
Von den Gebirgen bis zum Weltmeer,
Wo er sei.
So erschlugen wir ihn im vierten Jahr.
Dabei waren,
Die er war geboren zu sehn
Um sich stehend zur Zeit seines Todes:
Wir alle.
Und dabei war eine Frau, die ihn geboren hatte
Und die geschwiegen hatte, als wir ihn holten.
Der Schoß sei ihr ausgerissen,
Amen!
Als sie ihn aber erschlagen hatten,
Richteten wir ihn zu, dass er sein Gesicht verlor
Durch die Spuren unsrer Fäuste.
So machten wir ihn unkenntlich,
Dass er keines Menschen Sohn mehr sei.
Und gruben ihn aus unter dem Erz,
Trugen ihn heim in unsere Stadt und
Begruben ihn unter dem Stein, und zwar unter einem Bogen, genannt
Bogen des Triumphs,
Welcher wog tausend Zentner, dass
Der unbekannte Soldat
Keinesfalls aufstünde am Tag des Gerichts
Und unkenntlich
Wandelte vor Gott,
Dennoch wieder im Licht
Und bezeichnete uns Kenntliche
Zur Gerechtigkeit.
V. Zweiter Bericht über den unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen: Alles, was ich euch sagte
Alles, was ich euch sagte
Über Ermordung und Tod des unbekannten Soldaten
Und die Verwüstung seines Gesichts,
Auch was ich euch sagte über die Bemühung seiner Mörder,
Ihn zu hindern am Wiederkommen,
Ist wahr.
Aber er kommt nicht wieder
Sein Gesicht war lebendig wie das eure,
Bis es zerschmettert wurde und nicht mehr war.
Und er ward
Nicht mehr gesehen auf dieser Welt,
Weder ganz noch zerschmettert,
Weder heute noch am Ende der Tage,
Und sein Mund
Wird nicht reden am Jüngsten Gericht.
Es wird kein Gericht sein,
Sondern euer Bruder
Ist tot und tot ist der Stein über ihm,
Und ich bedaure
Jeglichen Hohn, und ziehe zurück meine Klage.
Aber ich bitte euch, da ihr ihn
Nun einmal erschlagen habt,
Still! Fangt nicht von neuen an
Zu streiten, da er doch tot ist.
Aber doch bitte ich, da ihr ihn also
Erschlagen habt:
Entfernt wenigstens
Den Stein über ihm,
Denn dieses Triumphgeheul
Ist doch nicht nötig und macht
Mir Kummer, denn mich,
Der ich den Erschlagenen
Schon vergessen hatte, erinnert er
Täglich an euch, die ihr noch
Lebt, und die ihr
Immer noch nicht erschlagen seid.
Warum denn nicht?
VI. Großer Dankchoral (da capo)
Bertolt Brecht
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Igor Strawinsky: Pater noster
Pater noster, qui es in caelis:
sanctificetur nomen tuum;
adveniat regnum tuum;
fiat voluntas tua,
sicut in caelo et in terra.
Panem nostrum cotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem,
sed libera nos a malo.
Amen.
Vater unser
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Amen.
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Aaron Copland: Help us, o Lord
Help us, O Lord.
For with Thee is the fount of life.
In Thy light shall we see light.
Let us march and try our ways.
Turn to God.
It is good that man should wait.
It is good that man should hope for the salvation of the Lord.
Hilf uns, o Herr
Hilf uns, o Herr.
Denn bei Dir ist die Quelle des Lebens.
In Deinem Licht werden wir das Licht sehen.
Lasst uns voranschreiten und unsere Wege beschreiten.
Wendet euch Gott zu.
Es ist gut, dass der Mensch wartet.
Es ist gut, dass der Mensch auf das Heil des Herrn hofft.
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Benjamin Britten: Sacred and Profane
1. St. Godric’s Hymn
Sainte Marye Virgine,
Moder Jesus Christes Nazarene,
Onfo, schild,
Help thin Godric,
Onfang, bring heyilich
With thee in Godes Riche.
Sainte Marye, Christes bur,
Maidenes clenhad,
Moderes flur,
Dilie min sinne,
Rix in min mod,
Bring me to winne
with the self God.
2. I mon waxe wod
Foweles in the frith,
The fisses in the flod,
And I mon waxe wod:
Mulch sorw I walke with
For beste of bon and blod.
3. Lenten is come
Lenten is come with love to toune,
With blosmen an with briddes roune,
That all this blisse bringeth.
Dayeseyes in this dales,
Notes swete of nightegales,
Uch fowl song singeth.
The threstelcok him threteth oo.
Away is huere winter wo
When woderofe springeth.
This fowles singeth ferly fele,
The wliteth on huere wynne wele,
That all the wode ringeth.
The rose raileth hire rode,
The leves on the lighte wode
Waxen all with wille.
Then mone mandeth hire ble,
The lilye is lossom to se,
The fennel and the fille.
Wowes this wilde drakes,
Miles murgeth huere makes,
Ase strem that striketh stille.
Mody meneth,
So doth mo;
Ichot ich am on of tho
For love that likes ille.
The mone mandeth hire light,
So doth the semly sonne bright,
When briddes singeth breme.
Deawes donketh the dounes,
Deores with huere derne rounes
Domes for to deme.
Wormes woweth under cloude,
Wimmen waxeth wounder proude
So well it wol hem seme.
Yef me shall wonte wille of on,
This wunne wele I wole forgon,
And wiht in wode be fleme.
4. The long night
Mirie it is, while sumer ilast,
With fugheles song.
Oc nu necheth windes blast,
And weder strong.
Ey! Ey! What this night is long!
And ich, with well michel wrong,
Soregh and murne and fast.
5. Yif ic of luve can
Whanne ic se on Rode
Jesu, my lemman,
And besiden him stonden
Marye and Johan,
And his rig iswongen,
And his side istungen,
For the luve of man;
Well ou ic to wepen,
And sinnes for to leten,
Yif ic of luve can.
Yif ic of luve can.
Yif ic of luve can.
6. Carol
Maiden in the mor lay,
In the mor lay;
Sevenight fulle,
Sevenight fulle,
Maiden in the mor lay;
In the mor lay,
Sevenightes fulle and a day.
Welle was hire mete.
What was hire mete?
The primerole and the-
The primerole and the-
Welle was hire mete.
What was hire mete?
The primerole and the violet.
Welle was hire dring,
What was hire dring?
The chelde water of the –
The chelde water of the –
Welle was hire dring.
What was hire dring?
The chelde water of the welle-spring.
Welle was hire bowr.
What was hire bowr?
The rede rose and the –
The rede rose and the –
Welle was hire bowr.
What was hire bowr?
The rede rose and the lilye flour.
7. Ye that pasen by
Ye that pasen by the weiye,
Abidet a little stounde.
Beholdet, all my felawes,
Yef any me lik is founde.
To the Tre with nailes thre
Wol fast I hange bounde;
With a spere all thoru my side
To mine herte is mad a wounde.
8. A death
Wanne mine eyhnen misten,
And mine heren sissen,
And my nose coldet,
And my tunge foldet,
And my rude slaket,
And mine lippes blaken,
And my muth grennet,
And my spotel rennet,
And mine her riset,
And mine herte griset,
And mine honden bivien,
And mine fet stivien-
Al to late! Al to late!
Wanne the bere is ate gate.
Thanne I schel flutte
From bedde to flore,
From flore to here,
From here to bere,
From bere to putte,
And te putt fordut.
Thanne lyd mine hus uppe mine nose.
Of al this world ne give I it a pese!
Anonymus, 11. – 13. Jahrhundert
1. Hymne des Heiligen Godrich
Heilige Jungfrau Maria,
Mutter Jesu Christi von Nazareth,
Nimm ihn an, schütze ihn
Und hilf deinem Godrich,
Und nimm, ihn, wenn Du ihn angenommen hast,
Mit dir hinauf in Gottes Reich.
Heilige Maria, Laube Christi,
Du reinste der Jungfrauen,
Blume unter den Müttern,
Lösche meine Sünden,
Herrsche in meinem Herzen,
führe mich in die Glückseligkeit mit
Eben diesem Gott.
2. Ich muss wahnsinnig werden
Vögel im Wald,
Die Fische im Fluss,
Und ich muss wahnsinnig werden:
In so großer Sorge lebe ich
wegen der besten Wesen aus Fleisch und Blut.
3. Der Frühling ist gekommen
Frühling und Liebe sind gekommen.
Mit Blumen und mit Vogelsang,
Daher kommt all die Freude.
Gänseblümchen in den Tälern,
Die süßen Töne der Nachtigallen,
Jeder Vogel singt sein Lied.
Die Drossel zankt die ganze Zeit.
Aus ist ihre winterliche Not,
Wenn der Waldmeister sprießt.
Diese Vögel singen wunderschön,
Und trillern in ihrer ungestümen Freude,
Dass der ganze Wald widerhallt.
Die Rose setzt ihr rosiges Gesicht auf,
Das Laub im lichten Wald,
Alles wächst mit Vergnügen.
Der Mond sendet seine Strahlen aus,
Die Lilie ist lieblich anzusehen,
Der Fenchel und der wilde Thymian.
Wildenten umwerben sich,
Wie tausende ihren Partnern zujubeln,
Wie ein Strom, der weich dahinfließt.
Der in Leidenschaft entbrannte Mensch aber beklagt sich, wie es noch mehrere tun:
Ich weiß, dass ich einer von denen bin, der in der Liebe Pech hat.
Der Mond sendet sein Licht aus,
ebenso die heitere, strahlende Sonne,
Wenn die Vögel herrlich singen.
Tau netzt die Hügel,
Tiere mit ihren geheimen Rufen
Erzählen ihre Geschichten.
Würmer lieben sich unter der Erde,
Frauen schwillt der Leib mit Stolz,
So gut wird es ihnen stehen.
Wenn ich nicht haben kann, was ich von einer will,
Werde ich all dem Glück entsagen,
Und im Wald zum Flüchtling werden.
4. Die lange Nacht
Schön ist es, solang der Sommer währet,
Mit der Vögel Gesang.
Nun jedoch nahen der Windstoß
Und raue Witterung.
Ach! Wie lang währt diese Nacht,
Und ich, mit ganz großem Fehl,
Sorge mich, trauere und faste.
5. Wenn ich von Liebe weiß
Wenn ich am Kreuze erblicke
Jesus, meinen Geliebten,
Und neben ihm stehen
Maria und Johannes,
Und sein Rücken ist voll Striemen,
Seine Seite durchbohrt,
Um seiner Menschenliebe willen;
Tu ich gut daran zu weinen,
Und von den Sünden zu lassen,
Wenn ich von Liebe weiß.
Wenn ich von Liebe weiß.
Wenn ich von Liebe weiß.
6. Lobgesang
Lag eine Jungfrau auf dem Moor,
Lag auf dem Moor
Eine ganze Woche lang und einen Tag.
Gut war ihre Speise.
Was war ihre Speise?
Schlüsselblume und -
Schlüsselblume und Veilchen.
Gut war ihr Trank.
Was war ihr Trank?
Das kalte Wasser der-
Das kalte Wasser der Quelle.
Gut war ihr Dach.
Was war ihr Dach?
Die rote Rose und –
Die rote Rose und die Lilie.
7. Ihr, die ihr des Weges kommt
Ihr, die ihr des Weges kommt,
Bleibt ein Weilchen hier.
Seht her, all meine Gefährten,
Ob jemand wie ich zu finden ist.
Am Baum mit drei Nägeln
Angeschlagen hänge ich dort;
Mit einem Speer durch die Seite
Ins Herz wurde mir eine Wunde geschlagen.
8. Wenn meine Augen sich trüben
Wenn meine Augen sich trüben,
Und meine Ohren voller Zischen sind,
Und meine Nase kalt wird,
Und meine Zunge sich faltet,
Und mein Gesicht erschlafft,
Und meine Lippen schwarz werden,
Und mein Mund grinst,
Und mein Speichel rinnt,
Und mein Haar zu Berge steht,
Und mein Herz flattert,
Und meine Hände zittern,
Und meine Füße erstarren –
Alles zu spät! Alles zu spät!
Wenn die Bahre am Tor steht.
Dann gehe ich
Vom Bett zu Boden,
Vom Boden ins Leichentuch,
Vom Leichentuch auf die Bahre.
Von der Bahre ins Grab,
Und das Grab wird zugeschüttet.
Dann ruht mein Haus auf meiner Nase.
Für diese Welt gebe ich keine Erbse.
Übersetzung Birgit Huber-Klein
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Gustav Holst: Nunc dimittis
Nunc dimittis servum tuum Domine,
secundum verbum tuum in pace:
quia viderunt oculi mei salutare tuum,
quod parasti ante faciem omnium populorum:
lumen ad revelationem gentium,
et gloriam plebis tuae Israel.
Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto.
Sicut erat, nunc, et semper
et in saecula saeculorum. Amen
Nun lässt du, Herr, deinen Knecht,
wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, so auch allezeit
und in Ewigkeit. Amen
KÜNSTLERBIOGRAFIEN
Ensemble Ascolta
Das Ensemble Ascolta bereichert seit seiner Gründung 2003 mit einem besonderen Klangbild und außergewöhnlichen Projekten die Neue Musik-Landschaft in Deutschland und Europa. Inzwischen hat Ascolta über 250 Werke für seine spezielle Besetzung angeregt und uraufgeführt, darunter Werke von Pierluigi Billone, Chaya Czernowin, Francesco Filidei, Beat Furrer, Isabel Mundry, Olga Neuwirth und Hans Thomalla. Das Ensemble gastiert regelmäßig bei nationalen und internationalen Festivals für Neue Musik (Donaueschinger Musiktage, Wittener Tage für neue Kammermusik, ECLAT Festival neue Musik Stuttgart, Lucerne Festival, November Music, Ultima Oslo, Wien Modern u. v. a.) und folgte internationalen Konzerteinladungen etwa in die USA, nach Singapur, in die Ukraine und nach Israel.
Die Möglichkeiten szenischer Konzertformate interessieren die Ascolta-Musiker ebenso wie Grenzgebiete zwischen neuer, alter und populärer Musik. In der Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern aus den Bereichen Video, Performance und Multimedia entstanden Projekte wie „Der absolute Film“ (2006-2008) und „Schatten“ (2016), beide in Kooperation mit ZDF/arte; Jennifer Walshes „meanwhile, back at the ranch“ (2005) und „The Church of Frequency and Protein“ (2010); die musiktheatralische Produktion „Vor dem Gesetz“ (2019) von Martin Smolka und Jiří Adámek sowie das von Drum’n’Bass-Ästhetik inspirierte „here and there“ (2023) von Ricardo Eizirik. Ascolta wird institutionell gefördert vom Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart.
SWR Vokalensemble
Der Rundfunkchor des SWR gehört zu den internationalen Spitzenensembles unter den Profichören. Die instrumentale Klangkultur und stimmliche wie stilistische Flexibilität des Vokalensembles suchen ihresgleichen und begeistern Publikum, Dirigenten und Komponisten im In- und Ausland. Mehr als 300 Werke sind in den vergangenen Jahrzehnten für das SWR Vokalensemble entstanden und jedes Jahr kommen neue hinzu. Neben der zeitgenössischen Musik widmet sich das SWR Vokalensemble vor allem den anspruchsvollen Chorwerken der Romantik und der klassischen Moderne.
Von 2004 bis 2020 war Marcus Creed der Chefdirigent des SWR Vokalensembles. Unter seiner Leitung wurde das SWR Vokalensemble für seine kammermusikalische Interpretationskultur und seine stilsicheren Interpretationen vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik, dem ECHO Klassik, dem Diapason d’Or, dem Choc de la Musique und dem Grand Prix du Disque. Künstlerischer Leiter ist seit 2020 Yuval Weinberg, der 2022 mit dem SWR Vokalensemble eine Gesamtaufnahme aller Chorwerke von György Ligeti vorlegte, die u. a. mit dem Jahrespreis Diapason d’Or sowie dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde.
Benjamin Goodson, Dirigent
Benjamin Goodson ist Chefdirigent des Niederländischen Rundfunkchores. Von Alter Musik bis hin zu anspruchsvollstem zeitgenössischem Repertoire werden Goodsons Aufführungen für ihre Lebendigkeit, Präzision und emotionale Tiefe gelobt. Seine Konzerte führen ihn an bedeutende Spielstätten in Europa, den USA, China, Japan und Australien. Benjamin Goodson wird regelmäßig für das zentrale A-cappella-Repertoire des 20. Jahrhunderts als Gastdirigent engagiert und gilt als Spezialist für einige der technisch anspruchsvollsten Chorwerke des Repertoires.
Darüber hinaus setzt er sich intensiv für Neue Musik und für die Zusammenarbeit mit Komponistinnen und Komponisten ein. Zu seinen engen künstlerischen Partnern zählen neben Sir James MacMillan auch Jörg Widmann, Jonathan Dove, Roxanna Panufnik, Peter-Jan Wagemans und weitere bedeutende Stimmen unserer Zeit. Neben klassischen Konzertformen beschreitet Benjamin Goodson innovative Wege, um Chormusik neu erfahrbar zu machen. So inszenierte er Bachs „Matthäus-Passion“ mit Tom Guthrie und wirkte an der Entwicklung von Robert Wilsons bahnbrechender szenischer Fassung der Bach-Motetten mit. Ab September 2028 übernimmt Benjamin Goodson die Position des Chefdirigenten und Künstlerischen Leiters des SWR Vokalensembles.
Konkordien-Kantorei Mannheim
Der Chor besteht aus 70 bis 80 Sängerinnen und Sängern aller Altersgruppen aus dem Rhein-Neckar-Raum. Seit 2006 wird die Konkordien-Kantorei von Heike Kiefner-Jesatko mit sehr großem Erfolg geleitet. Die musikalische Arbeit der Konkordien-Kantorei fußt auf mehreren Säulen: Regelmäßige und professionelle Stimmbildung ist ein Markenzeichen des Chores. Die Erarbeitung von A-cappella-Chorliteratur aus allen Epochen bildet eine weitere Säule der musikalischen Arbeit.
Sie prägen den Klang und die Qualität des Chores. Auch Uraufführungen von Chorwerken findet man regelmäßig in den Konzertprogrammen. Die großen Oratorien gehören zum Kernrepertoire der Kantorei und bilden eine weitere Säule. Aufführungen von barocken Oratorien in historischer Aufführungspraxis erweitern die stilistische Bandbreite des Chores. Die Mitgestaltung zentraler Gottesdienste der Evangelischen Kirche Mannheim sowie der Gottesdienste der CityKirche Konkordien prägt das Profil des Chores. 2026 ist die Konkordien-Kantorei Patenchor des SWR Vokalensembles.
Heike Kiefner-Jesatko, Dirigentin
Heike Kiefner-Jesatko ist seit Juni 2006 musikalische Leiterin der Konkordien-Kantorei. Sie studierte zunächst Schulmusik und Geschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Auf den Schulmusikabschluss folgte ein Dirigierstudium mit Schwerpunkt Chorleitung bei Prof. W. Schäfer an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Bereits während ihres Studiums war sie Assistentin des Mainzer Bachchores unter der Leitung von Ralf Otto.
1996 wurde sie als Solorepetitorin mit Dirigierverpflichtung bei den Städtischen Bühnen Osnabrück engagiert. Von 1998 bis 2001 war sie Chordirektorin am Theater der Stadt Heidelberg. Seit dem Wintersemester 2001/2002 ist sie Akademische Oberrätin an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Sie unterrichtet dort Musiktheorie, Ensembleleitung und leitet den Hochschulchor sowie den Frauenchor 4×4 der PH Heidelberg. Darüber hinaus ist sie als Jurorin und Kursleiterin im In- und Ausland tätig. Heike Kiefner-Jesatko ist Stipendiatin der Richard-Wagner-Stiftung. 2006 wurde sie mit dem Landeslehrpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet. Mit dem Frauenchor 4x4 erhielt sie zahlreiche nationale und internationale Preise.
BESETZUNG
Ensemble Ascolta
SWR Vokalensemble
* Nur Svoboda
** Nur Weill
KONZERTVORSCHAU
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Impressum
Chormanagement: Dorothea Bossert
Redaktion: Ilja Stephan
Text: Der Einführungstext ist ein Originalbeitrag für dieses Programmheft.