SWR Symphonieorchester | Freiburg

Emmanuel Tjeknavorian dirigiert Peter Tschaikowsky

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Stand
Datum
Beginn
19:00 Uhr Konzerteinführung
Adresse
Freiburg, Konzerthaus
Tickets
Programm
Peter Tschaikowsky
Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll op. 23
Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36
Mitwirkende
Anna Vinnitskaya, Klavier
SWR Symphonieorchester
Emmanuel Tjeknavorian, Dirigent

"Don´t judge", "urteile nicht": So heißt es heute in der Generation Z. Noch heute ist das Werten und Bewerten von Musik Tagesgeschäft. Hitzig echauffieren sich Kritiker, Komponisten oder Musiker – und oft schießen und schossen sie übers Ziel hinaus. Als Peter Tschaikowsky seinem von ihm sehr geschätzten Pianisten, Dirigenten und Komponisten Nikolai Rubinstein sein erstes Klavierkonzert präsentierte, kam die russisch kernige Antwort: "wertlos" sei das Konzert, so Rubinstein, "vulgär", "schlecht" und überhaupt: "unspielbar!". Zum Glück änderte Rubinstein nur nach einigen Jahren seine Meinung. Er sorgte mit seiner Pariser Aufführung im Jahr 1878 für eine bis heute anhaltende Erfolgsstory. Dass das fulminant vollgriffige Klavierkonzert von Peter Tschaikowsky "unspielbar" sei, darüber kann die Solistin Anna Vinnitskaya nur müde lächeln. "Sie beeindrucke", so ein Kritiker der Neuen Zürcher Zeitung, "mit einer Virtuosität, die keine Grenzen zu kennen scheint."

Die Fachfrau Anna Vinnitskaya in der einen Konzerthälfte, der Fachmann Emmanuel Tjeknavorian in der anderen. Längst hat sich Tjeknavorian an der Violine einen Namen gemacht, nun widmet er sich mehr dem Dirigieren. Tschaikowsky mit all seinen Abgründen und Leidenschaften steht beim Armenier ganz oben – seien es die Klavierkonzerte oder die insgesamt sechs Sinfonien. "Meinem besten Freund" widmet Tschaikowsky seine Vierte. Gemeint ist seine Gönnerin und Mäzenin Nadeschda von Meck, die in einem Brief des Komponisten von einem privaten Programm erfährt. Ein das Schicksal jedes Menschen bestimmendes "Fatum" soll im ersten Satz verhandelt sein. Die mächtigen Fanfaren der Blechbläser setzen gleich den Ton. Im letzten Satz wird es turbulent – und nicht mehr ganz so grüblerisch-tiefsinnig. Ein rasantes, lebendiges Volksfest schildert Tschaikowsky auf seine eigene musikalische Art. Und in Worten rät er: "Freue dich an der Freude anderer – und das Leben ist doch zu ertragen."