INHALT
Konzerttermine
Programm
Kurzinfo zum Konzert
Werkeinführungstext
Gesangstext
Künstlerbiografien
Ensemblebesetzungen
Konzertvorschau
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Service
KONZERTTERMINE
Do 20. März 2025, 20 Uhr
Fr 21. März 2025, 20 Uhr
Stuttgart, Liederhalle
So 23. März 2025, 19 Uhr
Freiburg, Konzerthaus
Mo 24. März 2025, 19 Uhr
Mannheim, Rosengarten
Kostenlose Einführungen jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn
PROGRAMM
Anton Bruckner
(1824 – 1896)
Messe Nr. 3 f-Moll
für Soli, Chor und Orchester WAB 28
Kyrie
Gloria
Credo
Sanctus
Benedictus
Agnus Dei
ca. 65’
keine Konzertpause
Mitwirkende
Erika Baikoff, Sopran
Wiebke Lehmkuhl, Alt
Sebastian Kohlhepp, Tenor
Matthew Rose, Bass
SWR Vokalensemble
(Einstudierung: Benjamin Goodson)
WDR Rundfunkchor
(Einstudierung: Paul Krämer)
SWR Symphonieorchester
Pablo Heras-Casado, Dirigent
Unmittelbar im Anschluss an das Konzert findet auf der Bühne eine "Nach(t)musik" mit Mitgliedern des SWR Symphonieorchesters statt.
Live-Videostream • Freitag, 21. März 2025 ab 20.03 Uhr auf SWR.de/so
Live-Radiosendung • Freitag, 21. März 2025 ab 20.03 Uhr auf SWR Kultur
Konzerteinführungen • Eva Pobeschin
KURZINFO ZUM KONZERT
WERKEINFÜHRUNGSTEXT
"Mitten in einer christlichen Wolfsschlucht"
Bruckners f-Moll-Messe
Also bitte! Da begab man sich in bester Laune in den Wiener Musikverein, sonntags um halb eins zum "Ersten Gesellschafts-Concert" der Saison, fein adjustiert und aufs Bekömmliche abonniert, das Diner danach im Imperial war womöglich schon vorbestellt – und dann das! "Zur Aufführung gelangt", so der Programmzettel vom 4. November 1894: "Grosse Messe in F-moll für Soli, Chor und Orchester (I. Aufführung in den Gesellschafts-Concerten) von Dr. Anton Bruckner." Diesem Bruckner ausgesetzt zu sein, das konnte ja, wenn es um Sinfonisches ging, noch irgendwie interessant sein – und "a Hetz" war es allemal. Aber jetzt musste man sich eine Messe vorsetzen lassen, nichts sonst: mit Bruckner auf die Kirchenbank und in den Beichtstuhl, im Goldenen Saal vors Jüngste Gericht, bußbereit, hoffend und glaubend – also bitte, war das nicht zu viel der Zumutung? In der "Montags-Revue" stand es dann auch: "Die Abonnenten der Gesellschaftsconcerte sind ja nicht lauter erlösungsbedürftige, reuige, arme Schächer, die etwa für die Sünden, die sie anläßlich des Strauß-Jubiläums begangen haben, bei Bruckner Buße thun wollten", witzelte der Rezensent Max Kalbeck. Sein berühmter Kollege Eduard Hanslick zeigte gleichfalls Herz für die Abonnenten, die ob der Programmwahl "etwas betroffen" gewesen seien, und erklärte klipp und klar: "Messen gehören in die Kirche." Nur bei Bachs h-Moll-Messe und der "Missa solemnis" von Beethoven mache man mit guten Gründen eine Ausnahme, sie hätten, so Kalbeck im Blick auf Beethoven, ihren Platz im Konzertsaal, weil ihr "die Pfeiler der Kirche zu niedrig, deren Wände zu eng sind." Für Bruckner aber könne das nicht gelten. "Wir zweifeln nicht daran, daß das reichgegliederte geistliche Tonstück vom erhabenen Chor der Kirche aus auf eine ebenso andächtige wie kritiklose Gemeinde von Gläubigen den tiefsten Eindruck machen kann. Gibt es doch wunderwirkende Madonnenbilder, welche das grelle unerbittliche Licht des Tages nicht vertragen, während sie im magischen Dämmer einer mit Weihrauchgewölk und Kerzenschein erfüllten Capelle ihrer übernatürlichen Mächte sicher sind!"
Drängende Fragen im Goldenen Saal
So scherzte man und turnte sich g’scheitelnd hinweg über das Verstörende dieser Musik. Dass er mit seinen Sinfonien an all dem rüttelte, was man für recht und billig hielt, erregte Anstoß, seit Bruckner eingebrochen war in die Goldenen Säle der Musikwelt – Leute wie Kalbeck und Hanslick schrieben seit Jahren dagegen an. "Es bleibt ein psychologisches Rätsel", so Hanslick in einer seiner Bruckner-Kritiken, "wie dieser sanfteste und friedfertigste aller Menschen […] im Moment des Componirens zum Anarchisten wird, der unbarmherzig Alles opfert, was Logik und Klarheit der Entwicklung, Einheit der Form und der Tonalität heißt." Eine Messe von diesem Komponisten aber rührte noch anderes auf. Nun ging es nicht nur darum, ihn von der Hanslick-Warte des "Musikalisch-Schönen" abzukanzeln – jetzt brachen mit den Eruptionen seiner Musik auch Inhalte auf, die jeden einzelnen angingen: all die tiefen Rätsel der Existenz, all die Sinnfragen des Lebens, Leiden und Sterben, Schuld und Sühne, Vergebung, Tod – und was dann? Für den Text selbst konnte man Bruckner nicht verantwortlich machen, das Ordinarium Missae war nun einmal eine Gegebenheit im katholischen Österreich. Aber abwehren konnte man dieses Aufrühren des Tiefgründigen, es wegschieben wie ein altes Madonnenbild. Wien, die Metropole der Verdrängung, war darin bestens geübt.
Als Figur hatte man diesen Anton Bruckner ja leicht zur Seite schieben können. Wie ein Fremder bewegte er sich durchs mondäne Wien, ein Sonderling in zu weiten Hosen, den Bauernschädel unterm Schlapphut, ein Einfaltspinsel vom Land – so erschien Bruckner der feinen Wiener Gesellschaft. Dass er tiefreligiös war, passte ins Bild archaischer Verschrobenheit. Bruckner, meinte auch Johannes Brahms, "ist ein armer verrückter Mensch, den die Pfaffen von St. Florian auf dem Gewissen haben." Die Vorlesungen, die er als Lektor für Harmonielehre und Kontrapunkt an der Wiener Universität hielt, waren Attraktionen für die sensationslüsterne Jeunesse dorée. Auch der junge Max Graf wurde davon angezogen – "Komm heute zur Vorlesung Bruckners, es gibt in ihr immer eine große Hetz" –; aus der Emigration kommend, erinnerte sich Graf, dieser wunderbare, an Sigmund Freund geschulte Musikchronist, noch immer berührt an seine erste Begegnung mit Bruckner. "Von einer nahen Kirche tönte das ›Angelus‹, und als die Glocke klang, unterbrach Anton Bruckner seine Vorlesung, kniete nieder und begann zu beten ›Ave Maria‹. In den Kirchen vieler Städte habe ich Andächtige bei ihren Gebeten beobachtet […], aber ich habe niemals jemanden beten gesehen, wie es Anton Bruckner tat. Er schien transfiguriert zu sein, sein Gesicht war von einem inneren Licht erhellt.[…] Nachdem Bruckner sein Gebet vollendet hatte, schritt er wieder zur Musiktafel an der Wand und setzte seine Vorlesung fort." Dass Graf nicht lachend, sondern voll "Ehrfurcht" aus dem Hörsaal ging, war etwas Persönliches, und ohne Weiteres hätte man auch Bruckners Frömmigkeit im Bereich des Privaten belassen können. Womit er die Musikwelt seit Jahr und Tag beschäftigte, waren schließlich Werke "absoluter" Musik. Bei seinen Sinfonien blieb das Religiöse im Inneren, eingeschlossen im Innersten der Musik. Nun aber trat es nach außen, kam groß aufs Podium, behelligte die Abonnenten im Großen Musikvereinssaal. Es war in der Tat eine bemerkenswerte Entscheidung, Bruckners 70. Geburtstag 1894 so zu feiern – mit der Aufführung einer Messe, die er vor langer Zeit, in den Jahren 1867/68, geschrieben hatte.
Aufbruch, Einbruch, Durchbruch
Die Komposition entstand in einer Phase der tiefsten Krise. Alle Facetten des Bruchs durchlebte Bruckner in dieser Zeit: Aufbruch, Einbruch, Durchbruch. Sein künstlerisches Selbstwertgefühl drängte ihn, die Enge Oberösterreichs zu verlassen – eine Enge, die ihm auch Schutz und Struktur war – und aufzubrechen nach Wien. Jahrelange Studien beim strengsten Formenlehrer der Stadt, dem eisernen Kontrapunktiker Simon Sechter, hatten ihn darauf vorbereitet, in enormer Streberhaftigkeit hatte er sich Prüfung um Prüfung unterzogen, Johann Herbeck, etabliert als Artistischer Direktor der Gesellschaft der Musikfreunde und Hofkapellmeister in Wien, unterstützte ihn nach Kräften und veranlasste 1867 eine erste Bruckner-Aufführung in Wien: die d-Moll-Messe in der Hofburgkapelle. Das 1864 entstandene Werk, groß im orchestralen Zuschnitt, avanciert im Stil, fand Zuspruch – der Auftrag, eine weitere Messe ähnlicher Art zu schreiben, folgte unmittelbar. Die Zeichen für den Aufbruch hätten nicht günstiger sein können. Dann aber folgte der Einbruch. Bruckner, seelisch zerrüttet und von einem neurotischen Zählzwang gepeinigt, brauchte Hilfe und suchte Rettung in einer Kaltwasserheilanstalt. Drei Monate blieb er im oberösterreichischen Bad Kreuzen, ein Priester wurde ihm zur Seite gestellt. "Es war nicht Faulheit!", schrieb er im Juni 1867 von dort, "es war noch viel mehr!!! –! es war gänzliche Verkommenheit und Verlassenheit – gänzliche Entnervung und Überreiztheit! Ich befand mich in dem schrecklichsten Zustande […]. Noch eine kleine Spanne Zeit, u. ich bin ein Opfer – bin verloren. Dr. Födinger in Linz kündigte mir den Irrsinn als mögliche Folge schon an. Gott sei’s gedankt! Er hat mich noch errettet."
Im August wurde Bruckner als geheilt entlassen. Im September – das Komponieren war ihm noch immer verboten – begann er mit den Skizzen zur Messe, die er für Wien schreiben sollte, seiner Messe in f-Moll. Der Konflikt bedrängte ihn weiter. Wien wartete auf ihn. Bruckner war ausersehen, am Konservatorium die Nachfolge des 1867 verstorbenen Simon Sechter anzutreten, obendrein ließ sich diese Professur mit der von Bruckner heiß ersehnten Stelle eines k. k. Hoforganisten verbinden. Doch als sich all seine Wünsche erfüllen wollten, reagierte er panisch. Johann Herbeck musste als empathischer Mentor gar Selbstmordgedanken abwehren, bevor Bruckner im Juni 1868 endlich sein Anstellungsdekret unterschrieb.
Ist es nicht auch in Bruckners Musik so: dass sich ein Wunsch endlos aufbaut, genährt von der Angst, erfüllt zu werden? Es gibt etwas unbändig Drängendes in ihr, zugleich einen Zug, in all dem wilden Treiben und Getrieben-Werden gerechtfertigt zu sein, getragen, gesichert und begnadigt. Bruckners Durchbruch als Komponist gelingt nicht zufällig mit Vertonungen der Messe. Gebunden ans Maß der Messe darf das Unbändig-Unmäßige sein, das Ordinarium Missae rechtfertigt das Außerordentliche, das in ihm lebte und webte, toste und tobte und auf Ausdruck drang.
Die Auferstehung als Ekstase
Glauben zu können, glauben zu wollen setzt Wucht und Lust frei – so im "Credo" dieser f-Moll-Messe, das Bruckner als Erstes ausarbeitete und das auch thematisch-motivisch Herzstück des Ganzen ist. C-Dur, Paukenschläge im Fortissimo, die Streicher drängend in unablässiger Achtel- und Viertelbewegung, darüber der Bekenntnisjubel der Stimmen: "Credo in unum Deum". Das Einigende, das Eine und der Eine stehen strahlend vor und über allem, das sich dann in der Vielheit vollzieht: Menschwerdung, Passion, Kreuzigung, Tod, Auferstehung, Wiederkunft, Jüngstes Gericht, ewiges Leben – mit dramatischem Impetus und immenser Klangfantasie geht Bruckner ins Detail, sein Glaubensweg versinnlicht jede Station. Berührend zart entfaltet sich die Betlehem-Szene des "Et incarnatus est", vergleichbar der Vertonung in Schuberts Es-Dur-Messe: Violin- und Bratschensolo umspielen sanft den Gesang des Tenorsolos, schwebend gesellen sich Frauenstimmen aus dem Chor dazu, die repetitive Bewegung, zuvor treibend in den Streichern, verwandelt sich in einen Klangschleier der Holzbläser. "Et homo factus", tief in die Bassstimmen verlegt, verweist in schimmernder Ambivalenz schon auf die nun folgende "Crucifixus"-Szene. Das Licht wechselt, harmonisch nur um einen Halbton, von E- nach Es-Dur – so nah liegen Geburt und Sterben zusammen, das Wunder der Menschwerdung und das brutale Getötet-Werden am Kreuz, "etiam pro nobis", auch uns zum Heil. Bruckner zeigt hier – wie auch an anderen Stellen der Messe – das Humane der Botschaft im Reinmenschlichen der Stimmen, im puren A-cappella-Klang des Chors. Ein Bläserchoral trägt den Begräbnisgesang weiter, bevor sich dann, fast unhörbar aus chthonischen Tiefen, das Wunder der Auferstehung ankündigt. Entfesselte Bewegung nun in den Streichern, der Drive der permanenten Viertel- und Achtelbewegung, prägend schon für den Beginn des "Credo", wird zusätzlich aufgerieben durch Punktierungen. Die Auferstehung als Ekstase.
Bruckner und das Unermessliche
Und dann geschieht Eigenartiges: Die Wendung "cujus regni non erit finis" führt über einen abrupten Tonartwechsel in eine ganz neue, eigene Sphäre. Bruckner verlässt die rhetorische Tradition, die diesen Passus üblicherweise in einem Zug mit dem Vorigen abhandelt, und betritt Neuland. "Er führt", so Klaus Heinrich Kohrs, "den Gedanken eines unsere Zeiten in alle Ewigkeit überdauernden Gottesreichs […] in eine Belastungsprobe für die Einbildungskraft, wie das zuvor noch kein Komponist getan hat." Mit minuziöser musikalischer Analytik untermauert Kohrs seine These. "Anton Bruckner. Angst vor der Unermesslichkeit", so nennt Kohrs seine inspirierende Studie, die er signalhaft mit einem biografischen Detail beginnen lässt. 1895 bereitet der schwerkranke Komponist den Umzug ins altersgerechte "Kustodenstöckel" des Schlosses Belvedere vor und vermisst beim Zusammenpacken ein paar Dinge: nicht nur das Autograph der f-Moll-Messe (das offenbar noch beim Verlag ist), sondern auch zwei Hefte eines vor langem erschienen Berichts über die österreichische Nordpol-Expedition. Keine Frage: Bruckner war von dieser Abenteuerreise enorm gepackt – und Kohrs arbeitet es stringent heraus. Nirgends sonst ist auf Erden das Unermessliche drastischer spürbar als im ewigen Eis, nirgends sonst zeigt sich die Ausgesetztheit des Menschen stärker als hier, in der Konfrontation mit dem Kosmischen, das ein Nichts sein kann – oder Alles, das unfassbar Göttliche. Ob es "Angst vor der Unermesslichkeit" war, die Anton Bruckner in seinem Schaffen umtrieb, sei dahingestellt. Der Angst ließ er jedenfalls nicht das letzte Wort, auch wenn er sie unverhohlen durchbrechen ließ in seiner Musik – so zuletzt noch in den schneidenden Dissonanzen des Adagios in seiner neunten Sinfonie, die er dann doch, wenn man der Überlieferung glauben darf, "dem lieben Gott" widmen wollte.
Auch die f-Moll-Messe senkt sich tief ins Abgründige. Das Unermessliche der Angst steht dem Unermesslichen der Gnade gegenüber: im "Kyrie" innig erfleht, im "Sanctus" licht verheißen, im "Benedictus" inbrünstig ersungen, im "Agnus Dei" in friedvoller Umarmung gespendet. Das Prekäre bleibt spürbar, der Glaube wölbt sich über der Gefahr. Im "Credo" finde man sich "mitten in einer christlichen Wolfsschlucht", schrieb Ludwig Speidel, nachdem die f-Moll-Messe erstmals erklungen war, 1872, dirigiert von Bruckner, in der zum Hof gehörenden Wiener Augustinerkirche.
Speidel – in Ulm geboren, in Wien dann einer der feinsten Feuilletonisten der Stadt – war auch 1893 dabei, als der Akademische Wagner-Verein die f-Moll-Messe aufführte. "Der Sohn der Kirche und der Schüler des konservativsten Musikers", schrieb Speidel damals über Bruckner, "ist der freieste und unbändigste Tonsetzer geworden. Gegen ihn ist Liszt zahm gewesen, und mit ihm verglichen gehört Wagner zu den Zurückgebliebenen." Die f-Moll-Messe, so Speidel, "ist ein freies Werk, das doch wieder im Innersten gebunden ist. […] Die Freiheit, die er [Bruckner] sich nimmt, ist nur die, in seiner eigenen Weise zu glauben, das heißt als phantasievoller Mensch, als Künstler zu glauben. Er legt das Dogma künstlerisch aus, und zwar als moderner Künstler […]."
Mit einem alten Madonnenbild, das man getrost im Kapellenwinkel lassen konnte, hatte diese Messe nichts zu tun. Sie holte drängendste Menschheitsfragen ans Licht und warf die bohrende Frage auf: Woran glaubst du? Ganz persönlich? Im goldenen Wien, das lieber an "Wein, Weib und Gesang" glaubte, an "Zement und Eisen, an Elektrizität und Maschinen, an die Börse und Geschäftsspekulationen" (Max Graf), war das eine Provokation, ein Stachel fürs Abonnementpublikum im Sonntagsstaat. Die Herausforderung aber ist geblieben, heute so wie gestern. Bruckners drängende wie dringliche Musik lässt einen nicht los. Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?
Joachim Reiber ∙ in Stuttgart geboren, studierte in Tübingen Germanistik und Geschichte und promovierte in Wien mit einer literaturwissenschaftlichen Arbeit über Operntexte. Von 1993 bis 2023 leitete er die Redaktion der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und war als Chefredakteur für das mehrfach ausgezeichnete Magazin des Wiener Musikvereins zuständig. Zu seinen Publikationen zählen u. a. auch die Bücher "Duett zu dritt. Komponisten im Beziehungsdreieck" (2014), "Gottfried von Einem. Komponist der Stunde null" (2017) und "Ein Haus für die Musik. Der Musikverein in Wien" (2019).
GESANGSTEXT
| Kyrie | |
| Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. | Herr, erbarme dich. Christus, erbarme dich. Herr, erbarme dich. |
| Gloria | |
| Gloria in excelsis Deo. Et in terra pax hominibus bonae voluntatis. Laudamus te. Benedicimus te. Adoramus te. Glorificamus te. Gratias agimus tibi propter magnam gloriam tuam. Domine Deus, Rex caelestis, Deus Pater omnipotens. Domine Fili unigenite, Iesu Christe. Domine Deus, Agnus Dei, Filius Patris. Qui tollis peccata mundi, miserere nobis. Qui tollis peccata mundi, suscipe deprecationem nostram. Qui sedes ad dexteram Patris, miserere nobis. Quoniam tu solus Sanctus. Tu solus Dominus. Tu solus Altissimus, Iesu Christe. Cum Sancto Spiritu, in gloria Dei Patris. Amen. | Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Wir loben dich, wir benedeien dich, wir beten dich an, wir preisen dich, wir sagen dir Dank um deiner großen Herrlichkeit willen. Herr Gott! Himmlischer König! Allmächtiger Vater! Herr, du eingeborner Sohn, Jesu Christe! Herr, Gott, du Lamm Gottes, Sohn des Vaters! Der du die Sünde der Welt trägst, erbarme dich unser! Der du die Sünde der Welt trägst, nimm an unser Gebet. Der du sitzest zur Rechten des Vaters, erbarme dich unser! Denn du allein bist heilig, denn du allein bist der Herr, du allein bist der Allerhöchste, Jesus Christus mit dem Heiligen Geiste in der Herrlichkeit Gottes, des Vaters. Amen! |
| Credo | |
| Credo in unum Deum. Patrem omnipotentem, factorem caeli et terrae, visibilium omnium et invisibilium. Et in unum Dominum Jesum Christum, Filium Dei unigenitum, Et ex Patre natum ante omnia saecula. Deum de Deo, lumen de lumine, Deum verum de Deo vero. Genitum, non factum, consubstantialem Patri: per quem omnia facta sunt. Qui propter nos homines et propter nostram salutem descendit de caelis. Et incarnatus est de Spiritu Sancto ex Maria Virgine: Et homo factus est. Crucifixus etiam pro nobis sub Pontio Pilato: passus, et sepultus est. Et resurrexit tertia die, secundum scripturas. Et ascendit in caelum: sedet ad dexteram Patris. Et iterum venturus est cum gloria judicare vivos et mortuos: Cujus regni non erit finis. Et in Spiritum sanctum Dominum, et vivificantem: Qui ex Patre, Filioque procedit. Qui cum Patre, et Filio simul adoratur, et conglorificatur: Qui locutus est per Prophetas. Et unam, sanctam, catholicam et apostolicam Ecclesiam. Confiteor unum baptisma in remissionem peccatorum. Et expecto resurrectionem mortuorum Et vitam venturi saeculi. Amen. | Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt. Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaffen. Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden. Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein. Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten, und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt. Amen. |
| Sanctus | |
| Sanctus, Sanctus, Sanctus, Dominus Deus Sabaoth. Pleni sunt coeli et terra gloria tua. Osanna in excelsis | Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth! Alle Lande sind Deiner Ehre voll. Hosanna in der Höhe! |
| Benedictus | |
| Benedictus qui venit in nomine Domini. Osanna in excelsis. | Gelobt sei der da kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe! |
| Agnus Dei | |
| Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis. Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis. Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, dona nobis pacem. | Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, erbarme dich unser. Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, erbarme dich unser. Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, gib uns deinen Frieden. |
KÜNSTLERBIOGRAFIEN
Pablo Heras-Casado, Dirigent
Pablo Heras-Casado hat mit seinem Repertoire, das von Alter Musik und historisch informierter Aufführungspraxis bis hin zu großer sinfonischer und Opernliteratur sowie zeitgenössischen Werken reicht, bemerkenswerte Erfolge erzielt. Als gefragter Gastdirigent tritt Heras-Casado regelmäßig mit dem Philharmonia Orchestra, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, der Staatskapelle Berlin, den Münchner Philharmonikern, dem NDR Elbphilharmonie Orchester, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem SWR Symphonieorchester, dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, dem NHK Symphony Orchestra und vielen anderen auf. In Nordamerika ist er gern gesehener Gast am Pult der Orchester von San Francisco, Chicago, Pittsburgh, Philadelphia und Los Angeles sowie dem Orchestre symphonique de Montréal. Er dirigierte außerdem die Berliner und Wiener Philharmoniker, das Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam, die Staatskapelle Dresden, das Orchestre de Paris, das London Symphony Orchestra und das Mariinsky-Orchester.
Zudem verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Freiburger Barockorchester, die umfangreiche Tourneen und Aufnahmeprojekte umfasst, zuletzt Mendelssohns "Ein Sommernachtstraum". Heras-Casado gab 2023 sein äußerst erfolgreiches Debüt bei den Bayreuther Festspielen mit Wagners "Parsifal" und war auch im vergangenen Jahr auf dem Grünen Hügel zu erleben. Er arbeitet regelmäßig mit der Wiener Staatsoper zusammen, wo er in den letzten Jahren die Monteverdi-Trilogie mit "L’Orfeo", "L’incoronazione di Poppea" und "Il ritorno di Ulisse in patria" dirigierte. Im Frühjahr 2024 gab er sein Debüt an der Opéra National de Paris mit Mozarts "Così fan tutte". Für seine zahlreichen Einspielungen erhielt er u. a. zweimal den Preis der Deutschen Schallplattenkritik, zwei Diapason d’Or und einen Latin Grammy. Als engagierter Pädagoge setzt sich Heras-Casado persönlich dafür ein, mit jungen Musiker:innen auf der ganzen Welt zu arbeiten. Er leitet regelmäßig Jugendensembles und -projekte wie die Karajan Akademie der Berliner Philharmoniker, das Juilliard School of Music Orchestra und das Juilliard415 Ensemble, RCO Young, Escuela de Música Reina Sofia, Fundación Barenboim-Said, Joven Orquesta Nacional de España und die Gustav Mahler Academy.
Erika Baikoff, Sopran
Die russisch-amerikanische Sopranistin Erika Baikoff ist Absolventin des Metropolitan Opera Lindemann Young Artist Development Programms, wo sie Rollen wie Xenia in "Boris Godunow" und Barbarina in "Le nozze di Figaro" gesungen hat. Zu ihren wichtigsten Auftritten mit Orchester in der letzten Spielzeit zählen Aufführungen von Bachs h-Moll-Messe mit dem Orchestre Métropolitain unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin, eine Tournee mit dem Rotterdam Philharmonic Orchestra und dem "Rheingold", ebenfalls dirigiert von Yannick Nézet-Séguin, Konzerte mit der vierten Sinfonie von Gustav Mahler mit dem Ulster Orchestra unter Daniele Rustioni bzw. der Taipei Music Academy unter Kent Nagano sowie konzertante Aufführungen von "Jenufa" mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Sir Simon Rattle, bei denen sie die Partie des Jano interpretierte.
Auf der Opernbühne debütierte sie in der letzten Spielzeit als Zerlina in "Don Giovanni" an der Houston Grand Opera und sang die Partien der vier Heldinnen in "Les Contes d’Hoffmann" an der Palm Beach Opera. Gern gesehener Gast ist sie zudem an der Bayerischen Staatsoper. Hier singt sie in der aktuellen Spielzeit die Rollen Gretel ("Hänsel und Gretel"), Oscar ("Ein Maskenball") und Belinda ("Dido und Aeneas"). Als gefeierte Liedsängerin trat Erika in der Saison 2023/2024 in der Circlo de Lied-Reihe im Teatro Zarzuela Madrid, der Schubertiade Hohenems und Schwarzenberg, beim Heidelberger Frühling, im Palau de la Música in Barcelona und der Alice Tully Hall in New York auf. In der aktuellen Spielzeit gibt Erika Baikoff im Rahmen von Liederabenden ihren Einstand in der Londoner Wigmore Hall, beim Oxford International Festival, beim Sag Harbor Festival sowie beim Leeds Lieder Festival. Erika Baikoff errang erste Preise beim Internationalen Helmut Deutsch Liedwettbewerb 2019 in Wien sowie – gemeinsam mit ihrem Duopartner Gary Beecher – beim 10. International Voice-Piano Competition "Nadia et Lili Boulanger" im französischen Bagnolet. An der Princeton University erwarb sie einen Bachelor in Französisch-Studien, an der Guildhall School of Music and Drama in London einen Master of Music.
Wiebke Lehmkuhl, Alt
Die aus Oldenburg stammende Altistin erhielt ihre Gesangsausbildung bei Ulla Groenewold und Hanna Schwarz an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Nach Gastengagements am Opernhaus Kiel und an den Staatsopern Hamburg und Hannover trat Wiebke Lehmkuhl noch während ihres Studiums ihr erstes Festengagement am Opernhaus Zürich an. 2012 debütierte sie bei den Salzburger Festspielen unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt. Wiebke Lehmkuhls außergewöhnliche Vielseitigkeit ermöglicht ihr ein breites Repertoire, das von Monteverdi, Händel und Bach über die romantischen Oratorien bis hin zu Mahler und Wagner reicht. Damit ist sie sowohl auf den internationalen Konzertpodien als auch auf der Opernbühne eine begehrte Solistin.
Die Altistin konzertiert regelmäßig mit renommierten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Cleveland Orchestra, dem Orchestra del Teatro alla Scala di Milano, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Bamberger Symphonikern, dem Orchestre de Paris und dem Concertgebouw Orchestra, wo sie mit Dirigenten wie Kirill Petrenko, Klaus Mäkelä, Daniel Harding und Riccardo Chailly zusammenarbeitet. Auch bei bedeutenden Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Rheingau Musik Festival und dem Lucerne Festival ist sie gern gesehener Gast. Auf der Opernbühne war Wiebke Lehmkuhl bei den Salzburger und Bayreuther Festspielen zu erleben. Ihre absolute Schlüsselrolle ist die Erda in Wagners "Rheingold" und "Siegfried", die sie u. a. im neuen "Ring" an der Bayerischen Staatsoper unter Vladimir Jurowski singen wird. Auch Werke von Gustav Mahler sind in der Spielzeit 2024/2025 ein zentraler Bestandteil ihres Repertoires: In Toulouse steht die zweite Sinfonie auf dem Programm, beim Internationalen Musikfestival der Kanarischen Inseln die dritte Sinfonie, und mit dem Orchestre national de Lyon unter Nikolaj Szeps-Znaider das "Lied von der Erde". Doch Wiebke Lehmkuhls Herz schlägt auch für die Barockmusik. Mit Bachs "Weihnachtsoratorium" tritt sie in Bergen und auf Tournee mit B’Rock auf. In der Passionszeit wird sie zusammen mit dem Orchestre de Paris und Klaus Mäkelä die h-Moll-Messe aufführen.
Sebastian Kohlhepp, Tenor
Der deutsche Tenor Sebastian Kohlhepp zählt zu den arriviertesten und vielseitigsten Sängern seiner Generation. Gelobt für seine "unwiderstehlich schimmernde Stimme" (Opera Magazine) und "immense vokale Farbpalette" (Opernwelt), ist er auf internationalen Bühnen ein gefragter Gast. Große Erfolge feierte er zuletzt mit seinen Rollendebüts als Flamand bei den Salzburger Festspielen sowie als Idomeneo an der Oper Köln. Am Teatro Real Madrid wusste er Publikum und Presse als David in einer Neuproduktion von Wagners "Meistersingern" zu begeistern. In der Saison 2024/2025 kehrt Kohlhepp für eine szenische Umsetzung von Haydns "Schöpfung" unter der Leitung von Marc Minkowski an die Oper Köln zurück. Konzerteinladungen führen ihn u. a. zum Edinburgh Festival, ins Konzerthaus Wien, die Hamburger Elbphilharmonie sowie zu den Osterfestspielen Baden-Baden, wo er bei den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Kirill Petrenko debütieren wird. Geboren in Limburg an der Lahn erhielt Sebastian Kohlhepp seine erste musikalische Ausbildung im dortigen Knabenchor.
Dem Studium bei Hedwig Fassbender in Frankfurt/Main folgten Festengagements am Staatstheater Karlsruhe, an der Wiener Staatsoper und an der Oper Stuttgart. Seit der Saison 2017/2018 ist Kohlhepp freischaffend tätig. Zu den wichtigsten Stationen der vergangenen Jahre zählen u. a. sein Debüt an der Mailänder Scala in der Rolle des Narraboth (Strauss‘ "Salome"), seine Auftritte als Tamino und Belmonte an der Wiener Staatsoper, als Don Ottavio am Opernhaus Zürich, Neuproduktionen von "Così fan tutte", Lehárs "Giuditta" und "Schön ist die Welt" an der Bayerischen Staatsoper sowie als David in "Die Meistersinger von Nürnberg" bei den Osterfestspielen Salzburg und an der Semperoper Dresden. Auch als Konzertsänger ist Sebastian Kohlhepp international gefragt. Er arbeitet regelmäßig mit Orchestern wie dem London Symphony Orchestra, der Staatskapelle Dresden, dem SWR Symphonieorchester, Boston Symphony Orchestra, Gewandhausorchester, Gürzenich-Orchester Köln, Collegium Vocale Gent, Akademie für Alte Musik Berlin und Dirigenten wie Ivor Bolton, Sylvain Cambreling, Teodor Currentzis, Adam Fischer, Pablo Heras-Casado, Philippe Herreweghe, Manfred Honeck, René Jacobs, Andris Nelsons, François-Xavier Roth und Christian Thielemann.
Matthew Rose, Bass
Der britische Bassist Matthew Rose studierte am Curtis Institute of Music in Philadelphia, bevor er Mitglied des Young Artist Programme am Royal Opera House Covent Garden in London wurde.2006 debütierte er beim Glyndebourne Festival als Bottom in Brittens "A Midsummer Night’s Dream". Rose ist seit vielen Jahren Stammgast an der New Yorker Met und gab dort im Jahr 2022 seine 100. Vorstellung. In der aktuellen Spielzeit interpretiert er die Partie des Fasolt im "Rheingold" an der Bayerischen Staatsoper sowie die Rolle des Rocco in Beethovens "Fidelio" an der Opéra National de Bordeaux. Auf dem Konzertpodium singt er Bruckners f-Moll-Messe mit dem SWR Symphonieorchester, Mussorgskijs "Lieder und Tänze des Todes" mit dem London Philharmonic Orchestra sowie Schuberts "Winterreise" auf zahlreichen Konzertpodien im Vereinigten Königreich.
Zu seinen jüngsten Opernengagements gehören sein Haus- und Rollendebüt als König Marke in "Tristan und Isolde" an der Grange Park Opera, die Partie des Baron Ochs in "Der Rosenkavalier" an La Monnaie in Brüssel, Wotan ("Die Walküre") an der English National Opera, Gremin ("Eugen Onegin") an der Garsington Opera sowie Leporello ("Don Giovanni") an der Chicago Lyric Opera. Außerdem sang Matthew die Partie des Bottom in "A Midsummer Night’s Dream"2an der Mailänder Scala, an der Opéra National de Lyon, der Philadelphia Opera, der Houston Grand Opera, der Metropolitan Opera sowie am Royal Opera House in London. Auf dem Konzertpodium trat Matthew beim Edinburgh Festival, den BBC Proms und dem Mostly Mozart Festival in New York auf. Zu Matthews jüngsten Konzertauftritten gehören die "Glagolitische Messe" mit dem London Philharmonic Orchestra unter Edward Gardner, Beethovens "Missa solemnis" mit dem Orchestre Révolutionnaire et Romantique unter John Elliot Gardiner, Beethovens neunte Sinfonie und Mozarts "Krönungsmesse" mit dem Gürzenich-Orchester Köln unter François-Xavier Roth, die Matthäuspassion mit Arcangelo bei den BBC Proms unter Jonathan Cohen. Rose hat als künstlerischer Berater für das Lindemann Young Artist Programme der Metropolitan Opera gearbeitet und Meisterkurse u. a. für das Britten Pears Young Artist Programme, am Curtis Institute, der Royaumont Academy, der Juilliard School und der Manhattan School of Music gegeben.
SWR Vokalensemble
Der Rundfunkchor des SWR gehört zu den internationalen Spitzenensembles unter den Profichören. Gegründet im Jahr 1946, widmet sich das Ensemble bis heute mit Leidenschaft und höchster sängerischer Kompetenz der exemplarischen Aufführung und Weiterentwicklung der Vokalmusik. Die instrumentale Klangkultur und die stimmliche und stilistische Flexibilität der Sängerinnen und Sänger sind einzigartig und faszinieren nicht nur das Publikum in nationalen und internationalen Konzertsälen, sondern auch die Komponistinnen und Komponisten. Seit 1946 hat der SWR jährlich mehrere Kompositionsaufträge für seinen Chor vergeben. Über 300 neue Chorwerke hat das Ensemble inzwischen uraufgeführt und dabei immer wieder neue Standards gesetzt. Neben der zeitgenössischen Musik widmet sich das SWR Vokalensemble vor allem den anspruchsvollen Chorwerken der Romantik und der klassischen Moderne.
Die Chefdirigenten Marinus Voorberg, Klaus Martin Ziegler und Rupert Huber haben das SWR Vokalensemble in der Vergangenheit entscheidend geformt. Insbesondere Rupert Huber entwickelte den typischen Klang des SWR Vokalensembles, geprägt von schlanker, gerader Stimmgebung und großer artikulatorischer wie intonatorischer Perfektion. Von 2003 bis 2020 war Marcus Creed Künstlerischer Leiter des Ensembles. Mit ihm wurde das SWR Vokalensemble für seine kammermusikalische Interpretationskultur und seine stilsicheren Interpretationen von Musik des 19., 20. und 21. Jahrhunderts vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik, dem ECHO Klassik, dem Diapason d’or, dem Choc du Monde de la Musique und dem Grand Prix du Disque. Seit September 2020 steht Yuval Weinberg als Chefdirigent an der Spitze des SWR Vokalensembles. Er stellt in seinen Programmen die A-cappella-Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts in einen Kontext mit Alter Musik und dem Repertoire neuer Vokalwerke, die für das SWR Vokalensemble geschrieben wurden. Für seine Konzerte liebt er unkonventionelle Orte wie unterirdische Wasserspeicher oder eine ehemalige Autowerkstatt. Aber auch im Konzertsaal sorgt er für Erlebnisse: Souverän und mit leichter Hand führt er seine Sänger:innen durch die anspruchsvollen Partituren und lässt einen intensiven Klang und einzigarten Ensemblegeist entstehen.
WDR Rundfunkchor
Der WDR Rundfunkchor ist ein Profiensemble, das seine Heimat im WDR Funkhaus in Köln hat. Das Profil ist Repertoirevielfalt in Perfektion und Spezialisierung auf innovative und anspruchsvolle Werke, sowohl im A-cappella- als auch instrumentalen Bereich. Das Spektrum reicht dabei von der Musik des Mittelalters bis zu zeitgenössischen Kompositionen. Der WDR Rundfunkchor singt A-cappella-Konzerte, sinfonische Orchesterwerke, solistisch besetzte Vokalmusik, Film-, Computerspielmusik, Oper und zeitgenössische experimentelle Kompositionen. Er wirkt in Zusammenarbeit mit den WDR Orchestern, präsentiert sich in seiner eigenen A-cappella-Reihe in Köln und wird regelmäßig von nationalen und internationalen Orchestern für große und besondere Konzerte angefragt.
Mehr als 170 Ur- und Erstaufführungen zeichnen das bisherige Programm des WDR Rundfunkchores aus, u. a. von Schönberg, Henze, Stockhausen, Nono, Boulez, Zimmermann, Penderecki, Xenakis, Berio, Höller, Eötvös, Hosokawa, Pagh-Paan, Zender, Tüür und Mundry. Eine außergewöhnliche Zusammenarbeit war 2014 die Uraufführung von Adriana Hölszkys "Deep Field" mit Martin Schläpfers Ballett-Company an der Deutschen Oper am Rhein. Der Rundfunkchor ist in steter Bewegung, dringt in neue Räume vor, sucht engagiert nach Herausforderungen und bringt Partituren größter Schwierigkeitsgrade zum Klingen. Die Freude an Chormusik und die Einladung an alle Menschen zum Singen ist dem Chor ein Anliegen und gehört gleichermaßen zum Aufgabenspektrum wie auch die Kinder- und Familienkonzerte. In den letzten sieben Jahrzehnten begleiteten Bernhard Zimmermann, Herbert Schernus, Helmuth Froschauer, Anton Marik und Rupert Huber den WDR Rundfunkchor als Chefdirigenten. Im September 2014 übernahm Stefan Parkman diese Aufgabe. Nicolas Fink ist seit Beginn der Spielzeit 2020/2021 Chefdirigent des WDR Rundfunkchores. Seit der Saison 2023/2024 ist Simon Halsey Erster Gastdirigent. Zur Saison 2025/2026 übernimmt Philipp Ahmann die Position des Chefdirigenten beim WDR Rundfunkchor.
SWR Symphonieorchester
Das SWR Symphonieorchester hat in der Liederhalle Stuttgart und im Konzerthaus Freiburg sein künstlerisches Zuhause. Im September 2016 aus der Zusammenführung des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg hervorgegangen, zählen Interpretationsansätze aus der historisch informierten Aufführungspraxis, das klassisch-romantische Kernrepertoire sowie Musik der Gegenwart gleichermaßen zu seinem künstlerischen Profil. Von 2018 bis 2024 stand Teodor Currentzis als Chefdirigent an der Spitze des Symphonieorchesters. Ab der Saison 2025/2026 übernimmt François-Xavier Roth diese Position. Zu den jährlichen Fixpunkten im Konzertkalender des SWR Symphonieorchesters zählen die SWR eigenen Konzertreihen in Stuttgart, Freiburg und Mannheim sowie Auftritte bei den Donaueschinger Musiktagen und den Schwetzinger SWR Festspielen.
Seit 2020 ist das SWR Symphonieorchester das Residenzorchester der Pfingstfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden. Einladungen führen das Orchester regelmäßig zu den Salzburger Festspielen, in die Elbphilharmonie Hamburg, nach Berlin, Köln, Frankfurt, Dortmund, Essen, Wien, Edinburgh, London, Barcelona, Madrid und Warschau. International gefragte Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Peter Eötvös, Christoph Eschenbach, Pablo Heras-Casado, Manfred Honeck, Jakub Hrůša, Eliahu Inbal, Ingo Metzmacher, Kent Nagano, Sir Roger Norrington, Jonathan Nott, Andrés Orozco-Estrada, Michael Sanderling und Giedrė Šlekytė haben mit dem SWR Symphonieorchester zusammengearbeitet. Unter den hochkarätigen Solisten finden sich Yulianna Avdeeva, Renaud Capuçon, Martin Grubinger, Isabelle Faust, Vilde Frang, Hilary Hahn, Janine Jansen, Alexandre Kantorow, Sabine Meyer, Fazil Say, Gil Shaham, Antoine Tamestit und Anna Vinnitskaya. Ab September 2024 steht die Geigerin Patricia Kopatchinskaja dem SWR Symphonieorchester als Artistic Partner für zwei Spielzeiten zur Seite. Mit seinem umfangreichen Musikvermittlungsangebot erreicht das Orchester jährlich etwa 15.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Sendegebiet des SWR. Zahlreiche Live-Übertragungen auf SWR Kultur und Konzertstreams auf SWR.de/so ermöglichen vielen Musikfreunden in der ganzen Welt, an den Konzerten des Symphonieorchesters teilzuhaben. Seit 2024 ist das SWR Symphonieorchester offizieller Partner von "La Maestra", dem international bedeutendsten Wettbewerb für Nachwuchsdirigentinnen.
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KONZERTVORSCHAU
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Sonstige Informationen
Wir weisen freundlich darauf hin, dass unautorisierte Bild- und Tonaufnahmen jeglicher Art bei dieser Veranstaltung untersagt sind.
Impressum
Sabrina Haane, Gesamtleitung SWR Symphonieorchester
Dr. Henning Bey, Künstlerische Planung
Tabea Dupree, Redaktion SWR Kultur
Henrik Hoffmann, Redaktion Programmheft
Matthias Claudi, Leitung Kommunikation SWR Ensembles und Festivals
Sämtliche Texte sind Originalbeiträge für dieses Programmheft