Die Tür bleibt zu! Seit Ende August darf in der alten Augst-Halle kein Sport mehr stattfinden. Für den TV Eitelborn kam diese Schließung früher als erwartet. Besonders betroffen sind Familien und Senioren. „Wenn man so lange gekämpft hat, wie wir für unsere Halle - wir haben sie auch finanziert, wir haben zigtausende Euro in die Halle investiert - und wenn dann plötzlich ohne Rücksprache die Halle zugemacht wird, dann ist man frustriert und fragt sich, ob sich Ehrenamt überhaupt noch lohnt“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Marco Stein, gegenüber SWR-Sport.
Der Bedarf an Sportstätten ist groß
Die Halle stammt aus den 60er Jahren und ist schon lange sanierungsbedürftig. Dass sie bald abgerissen werden muss und dafür ein neues Feuerwehrhaus gebaut wird, steht schon länger fest. Eigentlich hatten die umliegenden Gemeinden eine neue Sporthalle geplant, dafür fehlt jetzt aber erstmal das Geld. Die betroffenen Vereinsmitglieder sind ratlos. „Ich habe drei Kinder zuhause, bin jeden Mittwoch mit ihnen in die Halle gegangen, und sie hatten immer einen rießengroßen Spaß. Sie fragen immer wieder, wann denn endlich wieder Kinderturnen ist und ja, die vermissen das natürlich auch“, sagt Florian Dickgießer. Und Lisa Stücken ergänzt: „Wir suchen Hallenzeiten, die es natürlich nicht gibt, weil die von anderen Vereinen genutzt werden, und so dürfen unsere Kinder nicht turnen.“
Sanierungsstau in Milliardenhöhe
Baufällige, undichte Sporthallen oder marode Schwimmbäder sind traurige Realität in Rheinland-Pfalz. Der Landessportbund beziffert den Sanierungsstau bei Sportstätten im Bundesland auf rund 1,5 Milliarden Euro und fordert mehr Investitionen. Dass die alte Augst-Halle in Neuhäusel schon so kurzfristig geschlossen werden musste, darüber gehen die Meinungen auseinander. Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich verweist auf ein externes Gutachten: "Wenn man weiter hier Sport treibt, könnte man sich mit Leichtigkeit verletzten, beispielsweise die Gelenke umknicken oder ähnliches. Die ganze Tragkonstruktion des Bodens hält nicht mehr und ist gefährlich.“ Der Verein hält die sofortige Schließung dagegen für überzogen. Klar ist: Eine neue Halle ist weiterhin das Ziel auf beiden Seiten. Wann sie gebaut werden kann, ist allerdings offen. Bis dahin müssen Verein und Stadt improvisieren.
Zwischenlösung auf dem Weg zur neuen Halle
Laut dem Vereinsvorsitzenden Marco Stein konnten bereits einige Sportgruppen in neuen Räumlichkeiten unterkommen. In Absprache mit den Bürgermeistern könne man auch wieder auf die Geräte in der alten Augst-Halle zurückgreifen. Dennoch leide die Qualität des Trainings und es fehlen Übungsleiter, da die neuen Räumlichkeiten oft nur zu anderen Uhrzeiten zur Verfügung stehen.