"Höhen und Tiefen" - so beschreibt Danny Jansson, der Headcoach der Academics Heidelberg, die Leistung seiner Mannschaft in der Vorbereitung. Eine Vorbereitung, in der es durch verletzungsbedingte Ausfälle schwer fällt, einen Ausblick auf die anstehende Saison zu richten.
Mit einem Auswärtsspiel bei Rasta Vechta starten die Academics am Samstagabend in die neue Bundesliga-Saison. Die Heidelberger haben die erfolgreichste Spielzeit seit dem Aufstieg hinter sich: Als Tabellenfünfter erreichten sie überraschend das Halbfinale, wo sie nach einem Sieg im ersten Spiel schließlich dem späteren Meister Bayern München unterlagen. Der Erfolg hat Euphorie entfacht - aber auch die Erkenntnis gebracht, dass die neue Saison mit zusätzlichen Belastungen durch die Basketball-Champions-League noch anspruchsvoller wird.
Die Erwartungen
In Heidelberg geht man realistisch an die neue Spielzeit heran. Die Verantwortlichen wissen, dass die Playoffs 2025 auch dadurch möglich wurden, dass einige etablierte BBL-Teams unter ihren Möglichkeiten geblieben sind.
Konkrete Playoff-Ziele werden bei den Academics Heidelberg für die BBL-Saison 2025/26 deshalb nicht formuliert. Das kurzfristige Ziel lautet: Zehn Siege so schnell wie möglich einzufahren, um den Klassenerhalt früh zu sichern.
"Ich sehe das so: Wir sind nach wie vor in der Phase, uns in der Liga zu etablieren. Mir ist erstmal wichtig, die Menschen zu überzeugen, dass Heidelberg in die BBL gehört", sagt Coach Jansson im Hinblick auf die Erwartungen für die kommende Saison. Gleichzeitig bedeutet die Teilnahme an der Basketball-Champions-League einen Schritt nach vorn - sportlich wie organisatorisch. Sechs Gruppenspiele gegen namhafte Gegner (Rytas Vilnius, Promitheas Patras und Legia Warschau) bringen eine deutlich höhere Belastung, insbesondere aufgrund des damit verbundenen Reiseaufwands.
Die Mannschaft
Die größte Baustelle im Sommer war der Abgang von Ryan Mikesell, der nun für die London Lions spielt. Auch Bakary Dibba verließ den Verein. Doch die Academics konnten das Gerüst der Mannschaft zum Großteil zusammenhalten: Leistungsträger wie D.J. Horne, Michael Weathers, Osun Osunniyi, Mateo Seric oder Paul Zipser haben ihre Verträge bei den Academics verlängert. Ein echter Coup für Heidelberg. Neu im Kader sind unter anderem Marcus Weathers, der künftig mit seinem Zwillingsbruder Michael zusammenspielt, sowie Samuell Williamson, Michael Flowers und Dusan Neskovic. Dazu kommt Kevin McClain, der die Bundesliga aus seiner Zeit in Oldenburg, Frankfurt und Gießen bereits kennt.
Der Königstransfer
Einen klaren „Königstransfer“ gibt es in Heidelberg vielleicht nicht – eher eine gezielte Verbreiterung des Kaders. Mit über sieben internationalen Spielern ist das Aufgebot breiter aufgestellt als zuvor - ein wichtiger Faktor angesichts der Doppelbelastung. Michael Flowers bringt neben Wurfgefahr auch Erfahrung in das durchaus junge Team der Academics. Marcus Weathers und Samuell Williamson ergänzen das Team durch neue physische und taktische Qualitäten. Dusan Neskovic bringe "Wettkampf und einen allgemein hohen Spiel-IQ" mit, so Trainer Jansson.
Der Trainer
Mit Danny Jansson geht Heidelberg in seine zweite Saison unter dem finnischen Headcoach. Der 46-Jährige kam von Tübingen zu den Academics und war damals der Wunschkandidat für das Traineramt des Teams. Er setzt auf eine konsequente Defensive als Basis, während die Offensive der Academics ganz unter dem Motto "kontrolliertes Chaos", so Jansson, auf Ballbewegung und Dynamik ausgelegt ist.
Die starke Premierensaison bei den Academics hat gezeigt, dass Jansson schnell Fuß gefasst hat. Durch seine Zeit als Ulmer Co-Trainer in einer EuroCup-Saison, hat er bereits Erfahrung mit der Doppelbelastung gemacht, die sein Team diese Saison erwartet.