Turnen

Helen Kevric über Aimee Boorman: "Persönlich nie zusammengefunden"

Die US-Amerikanerin Aimee Boorman sollte die deutschen Turnerinnen in Stuttgart zu Erfolgen bei den Olympischen Spielen 2028 führen. Nach der vorzeitigen Trennung äußerte sich jetzt die Spitzenturnerin Helen Kevric über die Zusammenarbeit.

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Aimee Boorman sollte in der Krise am Bundesstützpunkt Stuttgart eine neue Zeit prägen, dann kam es aber vor einigen Tagen zur vorzeitigen Trennung von der Turntrainerin aus den USA. Jetzt hat die deutsche Hoffnungsträgerin Helen Kevric über ihre Probleme mit der einstigen Trainerin von Turnstar Simone Biles gesprochen. "Es war von Anfang an schwierig, wir haben persönlich nie zusammengefunden. Für meine Entwicklung habe ich einen anderen Trainingsansatz gebraucht", sagte Kevric im Interview der Stuttgarter Zeitung.

Kevric: "Das Miteinander hat mir gefehlt"

Zu den Gründen für die fehlende Chemie erklärte die 18-Jährige: "Das Miteinander hat mir gefehlt. Aimee Boorman ist selten auf meine Vorschläge eingegangen. Ich verstehe, dass man als Trainerin nicht immer alles ändern kann an den Plänen – mir ging es aber nur um Kleinigkeiten und Vorschläge im Alltag."

Der Deutsche Turner-Bund (DTB) hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass die Zusammenarbeit mit Boorman "trotz großem Bemühen von allen Seiten" nicht so funktioniert habe, wie es gewünscht und erforderlich gewesen wäre. Boorman hatte von 2005 bis 2016 die siebenmalige Olympiasiegerin Simone Biles trainiert und sollte die DTB-Turnerinnen eigentlich zu den Olympischen Spielen 2028 führen.

Boorman kam nach Bekanntwerden des Turnskandals

Die 52-Jährige US-Amerikanerin war wenige Monate nach dem Bekanntwerden der Missstände am Kunst-Turn-Forum in Stuttgart als Ersatz verpflichtet worden, nachdem sich der Schwäbische Turnerbund (STB) im Zuge des Skandals von zwei Trainern getrennt hatte. Rund um den Jahreswechsel 2024/25 waren Missstände am Stuttgarter Kunst-Turn-Forum angeprangert worden. Mehrere ehemalige und aktive Turnerinnen hatten unter anderem "systematischen körperlichen und mentalen Missbrauch" sowie katastrophale Umstände kritisiert.

Helen Kevric hatte sich als Teil der Trainingsgruppe hinter das Duo gestellt und erklärt, dass sie "kein Missbrauchsopfer" sei. "Ich hätte sie gerne behalten", sagte sie über die Trainer. Inzwischen trainiert Kevric nach ihrer langen Verletzungspause wochenweise auch in Italien.

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Kersten Eichhorn