Mannheim gegen München. Da war doch was? Genau. Vor sieben Jahren, am 26. April 2019, wurden die Adler zum bislang letzten Mal Deutscher Eishockey-Meister. Der Gegner hieß: EHC Red Bull München!
In einem nervenaufreibenden Overtime-Krimi setzten sich die Kurpfälzer an jenem Gänsehaut-Freitag in der ausverkauften Mannheimer Arena mit einem 5:4-Triumph durch. In der Verlängerung schoss der damalige Adler-Verteidiger Thomas Larkin das Team von Trainer Pavel Gross zum entscheidenden dritten Sieg im vierten Finalspiel der Best-of-Five-Serie.
Bremerhaven im Viertelfinale ausgeschaltet
Trotz aller Anstrengungen zwischen Rhein und Neckar, seither ist es ruhig geworden um die Mannheimer, was einen erneuten Titelgewinn in der DEL angeht. Ein, vor allem für die treuen Fans, frustrierender Umstand, der sich in dieser Saison allerdings ändern könnte: "Es geht immer nur darum, dass du das letzte Spiel gewinnst und am Ende das Ding hochhalten kannst", auch Adler-Torhüter Maxi Franzreb würde nur allzu gerne in dieser Saison endlich mal wieder den Meisterpokal unters Mannheimer Hallendach stemmen.
Waum auch nicht? Die Adler, achtmaliger Meister, wurden hinter den Kölner Haien immerhin Vorrundenzweiter in der DEL und setzten sich in der Viertelfinalserie gegen die unbequemen Fischtown Pinguins aus Bremerhaven mit 4:1-Siegen durch. "Die Serie war dennoch eng", sagt Keeper Franzreb im SWR-Interview. "Aber wir haben uns viel Schwung erarbeitet und gehen frohen Mutes in die Serie gegen München."
Duell der DEL-Schwergewichte
In diesem Halbfinale kommt jetzt aber ein ganz anderes Kaliber auf die Kurpfälzer zu. Die Münchner, ein DEL-Schwergewicht der letzten 20 Jahre mit vier Meistertiteln, beendeten die Vorrunde mit 100 Punkten auf Platz vier, knapp hinter dem Dritten Straubing (101) und dem Zweiten Mannheim (103). Nur die Kölner Haie als Spitzenreiter hatten am Ende mit 116 Punkten einen deutlichen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz.
DEL-Playoffs Dank furioser Anfangsphase: Adler Mannheim erspielen sich Matchball gegen Bremerhaven
Die Adler Mannheim lassen im dritten Match der Playoff-Viertelfinal-Serie den Fischtown Pinguins Bremerhaven keine Chance. Die Kurpfälzer führen damit in der "Best-of-Seven-Serie" mit 3:0 und können den "Sweep" schaffen.
Im Viertelfinale hatte sich wiederum München im oberbayerischen Duell gegen starke Ingolstädter für das Duell mit Mannheim qualifiziert. In den sechs Partien schossen die Red Bulls satte 31 Tore, kassierten aber auch 22.
Mannheim und München klasse besetzt
Entsprechend ausgeglichen könnte die Halbfinalserie zwischen Mannheim und München, die am Mittwochabend (19.30 Uhr) mit dem ersten Heimspiel der Adler beginnt, voraussichtlich auch verlaufen. Beide Teams sind gespickt mit Top-Stars aus dem deutschen Nationalteam und starken Importspielern insbesondere aus Nordamerika.
Vor allem im Angriff ist München mit den Nationalspielern Patrick Hager, Yasin Ehliz, Maxi Kastner und Ex-NHL-Profi Tobias Rieder prominent besetzt. Dazu kommen die kanadischen Torjäger Jeremy McKenna und Chris DeSousa. "Die Münchner werden kommen und jeden Check zu Ende fahren", erwartet Maxi Franzreb eine beinharte Auseinandersetzung. "Aber wir haben eine große, robuste Mannschaft. Wir scheuen uns auch nicht, in die Zweikämpfe zu gehen und den einen oder anderen Fight zu nehmen, das haben wir gegen Bremerhaven gesehen", sagt der Torhüter.
Ausgeglichene Adler
Bei den Mannheimern sticht die Ausgeglichenheit des Teams heraus. Vor den starken Keepern Maxi Franzreb, der Nationaltorhüter hat in den Playoffs die Nase vorn, und dem Schweden Johan Mattsson zeigten sich die Adler-Verteidiger in der Vorrunde mit den wenigsten Gegentoren als stärkstes Ensemble der DEL. Und kurz vor den Playoffs kam auch noch Verstärkung durch den großgewachsenen Schweden William Worge Kreü.
Ist Top-Scorer Greco wieder einsatzbereit?
In der Offensive sind fast alle Cracks um Kapitän Marc Michaelis immer wieder für Tore gut. Dazu kommt, dass sich der monatelang verletzte und nicht zu ersetzende Führungsspieler Tom Kühnhackl rechtzeitig zur Playoff-Runde wieder zurückgemeldet hat. Bleibt zu hoffen für die Adler, dass ihr Vorrunden-Topscorer Anthony Greco (16 Tore / 31 Assists) gegen München wieder auf dem Eis stehen kann. Der schnelle US-Amerikaner war in der kompletten Serie gegen Bremerhaven ausgefallen.
Auftakt mit dem Heimspiel am Mittwoch
Eminent wichtig wird für Mannheim sein, schon zum Auftakt am Mittwochabend den ersten Sieg einzufahren, um im zweiten Halbfinal-Duell der Best-of-Seven-Serie am kommenden Freitag in München (19.00 Uhr) nicht schon unter Druck zu geraten. "Wir sind happy, wenn es losgeht", freut sich Mannheims Torhüter Maxi Franzreb auf das erste Bully gegen München, "und dann schauen wir mal, was passiert."
Aus Adler-Sicht darf sich gerne die Geschichte vom 26. April 2019 wiederholen. Damals vor sieben Jahren, als der letzte Mannheimer Schuss als "Golden Goal" im Netz der Münchner landete und zum Meistertitel führte.