DEL | Playoffs

Drittes Spiel, dritter Sieg: Adler Mannheim vor dem Finaleinzug

Den Adlern Mannheim fehlt nur noch ein Sieg zum Einzug ins Finale. Die Kurpfälzer besiegten den EHC Red Bull München im dritten Halbfinalspiel zum dritten Mal. Am Ende hieß es 4:1 für die Adler.

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Stand

Von Autor/in Kersten Eichhorn

Die Adler Mannheim gewannen gegen den EHC Red Bull München mit 4:1. Damit fehlt dem Team von Trainer Dallas Eakins nur noch ein Sieg zum Einzug ins Finale um die Deutsche Meisterschaft (best of seven). In einer lange Zeit torlosen Partie hatte Justin Schütz die Gastgeber in der 40. Minute in Führung geschossen, Yasin Ehliz glich schnell zum 1:1 aus (42.). Wieder war es Justin Schütz, der die Adler mit dem 2:1 - acht Minuten vor dem Ende - erneut in Führung schoss. München nahm bei eigenen Angriffen den Torhüter vom Eis, Anthony Greco und Tom Kühnhackl trafen jeweils ins leere Münchner Tor und machten kurz vor Spielende mit dem 3:1 und 4:1 alles klar für Mannheim.

Tolle Choreo der Mannheimer Fans
Tolle Choreo der Mannheimer Fans Jan Huebner

Ausverkaufte Arena in Mannheim

Vor den 13.600 Zuschauern in der seit Tagen ausverkauften Mannheimer Arena und einer wunderschönen Choreographie der Adler-Fans vor dem ersten Bully gingen die Adler mit unveränderter Besetzung ins Spiel. München dagegen musste auf Verteidiger Konrad Abeltshauser und den kanadischen Stürmer Adam Brooks verzichten. Damit war bei den Gästen, nach den ersten zwei Niederlagen aus zwei Spielen in Zugzwang, die bislang so gut funktionierende Angriffsreihe mit Brooks, Tobias Rieder und Taro Hirose gesprengt. Rio Kaiser und Chris DeSouza waren dafür neu im Team.

Mannheims Greco verpasst die frühe Führung - Mannheims Keeper Franzreb famos

Mannheim startete stark ins Spiel, besaß in den Anfangsminuten gute Möglichkeiten. Vor allem Anthony Greco hatte die frühe Führung auf dem Schläger, der schnelle US-Amerikaner scheiterte aber bei einem Break in der fünften Minute völlig freistehend an Keeper Antoine Bibeaus Schoner. München setzte auf konsequentes Forechecking, kam zunehmend besser in die Partie und hatte ebenfalls prima Chancen. So scheiterte Niko Heigl aus kurzer Distanz an Adler-Keeper Maxi Franzreb. Der Nationaltorhüter zeigte sich schon in den ersten beiden Duellen als famoser Rückhalt der Kurpfälzer.

Franzreb hatte gegen die kombinationsstarken Oberbayern weiterhin alle Hände voll zu tun, rettete gegen Patrick Hager und Max Daubner. Und schließlich noch ein Hundertprozenter für Mannheim kurz vor dem Seitenwechsel: Diesmal fuhr Justin Schütz auf Bibeau zu. Auch dem flinken Nationalstürmer gelang es nicht, den Kanadier zu bezwingen (18. Minute).

Lattenschüsse von Gilmour und Ferguson

Keine Tore also nach dem ersten Drittel in einer bis dahin schon rasanten und gutklassigen Partie, die in dieser Art und Weise munter weiterging. Beide Teams hatten gute Chancen, und Mannheim zeigte sich selbst in Unterzahl gefährlich. Maxi Heim saß auf der Strafbank, und die Adler konnten im Konterspiel über Kristian Reichel, Tom Kühnhackl und Nicolas Mattinen sogar einen Chancen-Dreierpack für sich verbuchen. Die bis dahin beste Möglichkeit zur Führung für Mannheim hatte Verteidiger John Gilmour, der bei eigener Überzahl nur die Latte traf.

Ein Tor von Mattinen kurz danach zählte nicht, weil die Schiedsrichter schon zuvor wegen eines Stockschlags von Reichel abgepfiffen hatten. Im Spiel Vier-gegen-Vier setzte schließlich Münchens Brady Ferguson die Scheibe ans Gestänge über Franzreb hinweg.

Adler-Führung durch Justin Schütz

In der 40. Minute, kurz vor Ende des zweiten Abschnitts, war der torlose Spielstand dann endlich Geschichte: In einer Drangphase der Mannheimer schloss Verteidiger Leon Gawanke eine schöne Kombination mit einem präzisen Handgelenksschuss ab. Der Puck wurde vom Schläger von Justin Schütz aus der Luft noch entscheidend zum 1:0 ins Münchner Tor gelenkt. Die Adler-Führung also ausgerechnet durch den früheren Münchner Schütz in einem bis dahin völlig ausgeglichenen, äußerst fairen Spiel.

Yasin Ehliz mit dem 1:1-Ausgleich

Im Schlußdrittel meldeten sich die Münchner prompt zurück. Nationalstürmer Yasin Ehliz setzte in der 42. Minute einen wuchtigen Schuß aus der Drehung zum 1:1-Ausgleich ins Tordreieck. Maxi Franzreb war chancenlos. Und alles war wieder offen, zumal die Gäste jetzt mächtig aufs Tempo drückten und die Entscheidung für sich erzwingen wollten.

Wieder Schütz mit der erneuten Adler-Führung

Der nächste Treffer aber fiel auf der Gegenseite. Als Dan Renouf für Mannheim und Patrick Hager für München auf der Strafbank saßen, nutzte erneut Justin Schütz einen Fehler im Aufbauspiel der Münchner zur erneuten Adler-Führung. Das 2:1 für Mannheim, bereits der fünfte Playoff-Treffer für Torjäger Schütz acht Minuten vor dem Ende.


Greco und Kühnhackl zum 3:1 und 4:1 ins leere Münchner Tor

In der super spannenden Schlußphase sorgte Anthony Greco für die Entscheidung. Der US-Amerikaner schoss den Puck in der vorletzten Spielminute ins leere Münchner Tor. Die Gäste hatten zuvor Keeper Bibeau zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis genommen. Mit dem zweiten Empty-Net-Goal schoss Tom Kühnahackl Sekunden danach sogar noch das 4:1 für Mannheim. Der Endstand in einer lange Zeit völlig ausgeglichenen Partie.

Entscheidung bereits am Dienstag in München?

Die vierte Partie der Best-of-Seven-Serie findet am kommenden Dienstag (19.30 Uhr) in München statt. Mit einem weiteren Sieg könnten die Adler Mannheim dann schon vorzeitig ins Finale um die Deutsche Eishockey-Meisterschaft einziehen. Die Statistik spricht für die Kurpfälzer: In der Geschichte der DEL gelang es bislang noch keinem Team, in einem Halbfinale einen 0:3-Serienrückstand aufzuholen.

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Autor/in
Kersten Eichhorn