Nach Niederlage gegen Paderborn

Trotz sportlicher Krise beim KSC: "Wir stellen den Trainer nicht in Frage"

Nächster Tiefschlag für den Karlsruher SC. Bei der 0:4-Pleite gegen Paderborn fliegen zwei Profis vom Feld. Trainer Eichner bekommt Rückendeckung.

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Von Autor/in Johannes Seemüller

Was für ein trostloser Nachmittag in Karlsruhe. Der Himmel mausgrau, das Thermometer zeigte acht Grad. Das Wetter passte zur Stimmung beim KSC nach dem bitteren 0:4 im Heimspiel gegen den SC Paderborn. Es war die fünfte Niederlage der Badener in Folge.

Mario Eggimann, KSC-Geschäftsführer Sport, rang nach Spielende um Worte: "Der Spielverlauf war brutal für uns." Der Mannschaft wollte er keine Vorwürfe machen. "Bis zu den spielentscheidenden Aktionen haben sie es diszipliniert gemacht und gekämpft. Die Jungs haben 60 Minuten ein ordentliches Spiel gemacht. Dann haben wir gesehen, was passiert ist."

KSC-Cheftrainer Christian Eichner war nach der erneuten Niederlage sichtlich bedient. Obwohl sein Team in den vergangenen fünf Pflichtspielen 17 Gegentore kassierte, versuchte er, das Spiel sachlich zu analysieren. Man müsse diese Partie zweigeteilt sehen. Bis zum annulierten Tor und dem Platzverweis von Fabian Schleusener sei es "sehr anständig" gewesen. "Danach war es für die Mannschaft nach diesen Tagen nicht so einfach."

Damit nahm Eichner Bezug auf die Dezember-Depression, die sich in den vergangenen Tagen über den Wildpark gelegt hatte. Anfang der Woche hatte sich die Vereinsführung für viele völlig überraschend von Co-Trainer Zlatan Bajramovic getrennt. Bajramovic war engster Vertrauter von Cheftrainer Christian Eichner. Trainerstab und Mannschaft waren angesichts dieser Entscheidung konsterniert.

Eine Viertelstunde vor dem Anpfiff kam es im Wildpark zu einer besonderen Aktion. Team und Trainerstab rollten ein großes Banner aus: "Hvala za sve, Zlatan!" stand darauf auf Bosnisch. "Danke für alles, Zlatan!" Auf den Rängen hingegen war kein Transparent zu sehen, es gab auch keine Sprechchöre von den KSC-Fans.

Kapitän Marvin Wanitzek sagte SWR Sport nach dem Spiel zu der Aktion: "Wir wollten noch einmal danke sagen für neun Jahre erfolgreiche Arbeit. Er hatte ein sehr gutes Standing bei den Fans, es war ein Dankeschön der Mannschaft."

Eggimann: "Wir wollen mit Eichner erfolgreich sein"

Eggimann betonte im ARD-Gespräch, im Gegensatz zum freigestellten Bajramovic stehe Cheftrainer Eichner trotz der jüngsten Niederlagen-Serie nicht zur Disposition. "Wir stellen Christian Eichner bei unserer Analyse nicht in Frage. Auch nicht nach diesem Spiel. Wir wollen mit ihm erfolgreich sein." Eichners Reaktion: "Das freut mich natürlich. Die jetzige Situation ist für mich erklärbar. Dadurch wird es allerdings nicht besser. Wir müssen versuchen, jetzt eine gute Woche zu haben."

Vor Spielbeginn hatte Eichner im Hinblick auf die personellen Turbulenzen unter der Woche bei "Sky" gesagt: Mario (Eggimann, d.R.) weiß, wie ich zu der ganzen Geschichte stehe, das sollte aber intern bleiben." Der KSC-Coach ergänzte: "Das Tischtuch ist momentan nicht zerschnitten. Es ist sicherlich eine Situation, die nicht ganz so einfach ist – alles andere wäre Quatsch."

Am kommenden Wochenende müssen die Badener beim VfL Bochum antreten. Trotz des Frusts nach der Paderborn-Pleite gibt sich Cheftrainer Eichner kämpferisch: "Wir werden in Bochum erscheinen und versuchen, Punkte zu holen." Dies sei man allein schon den eigenen Fans schuldig.

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Johannes Seemüller
Johannes Seemüller, SWR-Sportjournalist