Was war das für eine Schlussphase? Der SSV Ulm 1846 Fußball warf in Überzahl noch einmal alles nach vorne. Dennis Chessa köpfte knapp übers Tor (89.), Oluwaseun Ogbemudia kratzte Dennis Dressels Schuss von der Linie (90.+3), dann traf Dressel mit der letzten Aktion des Spiels nur die Latte (90.+5). So reichten Waldhof Mannheim die Treffer von Felix Lohkemper (33.) und Kushtrim Asallari (45.+4) für einen 2:1-Zittersieg gegen tapfer kämpfende Ulmer. Max Brandt hatte die Spatzen mit seinem Treffer aus 18 Metern wieder herangeführt (66.).
Marcel Seegert offiziell aus Mannheim verabschiedet
Die 11.101 Zuschauer im Mannheimer Carl-Benz-Stadion verabschiedeten sich zunächst ganz offiziell vom ehemaligen Waldhof-Kapitän Marcel Seegert. Der gebürtige Mannheimer war im Sommer nach insgesamt neun Jahren beim Waldhof zu den Gästen nach Ulm gewechselt. Danach war es jedoch vorbei mit der Gastfreundschaft.
Waldhof Mannheim kontert den SSV Ulm aus
Mannheim erwischte den besseren Start und hatte auch die erste Chance. Sanoussy Ba wirkte jedoch zu überrascht. Sein Volley flog jedenfalls deutlich am Tor vorbei, obwohl er völlig frei stand (7.). Ulm versuchte es immer wieder mit vielversprechenden Kontern, die das Team von Trainer Pavel Dotchev dann aber nicht gut genug ausspielte. Bis auf eine sehr kuriose Szene, als der Ball zwischen den Fäusten von Waldhof-Keeper Thijmen Nijhuis und der Stirn von Ulms Stürmer Dennis Chessa mehrfach hin- und herflipperte, dann jedoch neben das Tor rollte (26.), kam nicht viel dabei heraus.
Wie es besser geht, demonstrierte Waldhof Mannheim gegen Ende der ersten Halbzeit - und beide Male war Arianit Ferati der Ausgangspunkt: Erst spielte er den öffnenden Pass auf Felix Lohkemper, der Ulms herausstürzenden Keeper Max Schmitt locker umkurvte und dann aus 25 Metern ins leere Tor einschob (33.). Danach schickte der 28-jährige Deutsch-Kosovare Kushtrim Asallari steil, der zum 2:0-Pausenstand vollendete (45.+4).
Mannheims Platzverweis leitet wilde Schlussphase ein
In der zweiten Halbzeit ergab sich ein ähnliches Bild. Ulm mit mehr Ballbesitz und mehr Offensiv-Drang, aber zu umständlich, um für wirkliche Torgefahr zu sorgen. Wenn sie es dann doch mal geradliniger versuchten, wurde es sofort gefährlich. Lukas Mazagg traf mit seiner Aktion noch das Außennetz (57.), Max Brandt erzielte wenig später den verdienten Anschlusstreffer mit einem strammen Schuss aus 18 Metern (66.).
In der Schlussphase wurde es noch einmal wild. Auslöser war ein harmloser Zweikampf zwischen Ulms Angreifer Streli Mamba und Waldhof-Verteidiger Niklas Hoffmann. Hoffmann verfolgte Mamba auf dem Weg in den Mannheimer Strafraum - beide klammerten, Mamba fiel, doch Schiedsrichter Tom Bauer ließ weiterspielen. Mamba reklamierte, Hoffmann ließ sich anscheinend zu einer Beleidigung hinreißen. Bauer zückte jedenfalls umgehend die Rote Karte und schickte Hoffmann vom Platz (86.).
Ulm scheitert an Ogbemudia und der Latte
Ulm wollte die Überzahl dringend zum Ausgleich nutzen und warf noch einmal alles nach vorne. Dennis Chessa hatte den Ausgleich auf der Stirn. Sein Kopfball flog jedoch Zentimeter über das Tor (89.). Nach einem Nijhuis-Fehler kam Dennis Dressel frei zum Abschluss, Oluwaseun Ogbemudia kratze den Ball jedoch von der Linie (90.+3). Sekunden später hatte Dressel erneut den Ausgleich auf dem Fuß, traf nach einer Chessa-Ecke aber nur die Latte (90.+5).
So rettete Waldhof Mannheim einen schmeichelhaften Sieg über die Zeit und kann mit nun 35 Punkten auf Platz acht den Blick in der Tabelle wieder nach oben richten. Der SSV Ulm bleibt hingegen mit 22 Punkten auf einem Abstiegsplatz, kann nach zuletzt zwei Siegen in Serie und einer sehr guten Leistung gegen Mannheim jedoch guten Mutes ins Wochenende gehen.
Für beide Teams geht es am kommenden Sonntag (15.2.) weiter. Waldhof Mannheim muss um 13:30 Uhr bei Spitzenreiter Energie Cottbus antreten. Der SSV Ulm bekommt es um 16:30 Uhr im Keller-Knaller mit Alemannia Aachen zu tun.