XXL-Länderspielpause

VfB-Legende mit UEFA-Kritik: "Nicht spieler- und vereinsfreundlich"

Die Ex-Nationalspieler Cacau und Hansi Müller sind keine Fans der verlängerten Länderspielpause. Das erklärten beide am Rande eines Spiels der "VfB-Legenden" in Schwaigern.

Teilen

Stand

Begeisterte Zuschauer, ein lockerer 11:2-Sieg und bestes Spätsommerwetter - für die VfB-Legenden-Elf um Hansi Müller, Kevin Kuranyi, Andreas Hinkel und Cacau bot der Tag der Deutschen Einheit einigen Grund für gute Laune. Mit der eigenen Leistung zeigte man sich durchaus zufrieden, im SWR-Interview auf dem Vereinsgelände des FSV Schwaigern zeigte man sich aber durchaus skeptisch beim Thema "lange Länderspielpause". Vor allem der damit eintretende Rhythmuswechsel für die Nationalspieler könne problematisch sein, so die einhellige Meinung der Altstars.

"Ich finde tatsächlich, es ist zu lang mitten in der Saison", befand Cacau. "So ein Mittelstädt, der ist jetzt drei Wochen nicht mit der Mannschaft im Training. Das ist fast so lange wie ein Sommerurlaub - das ist schon eine lange Zeit. Ich glaube, dass es eher schlecht ist, aber das wird sich in den nächsten Wochen zeigen", so der Ex-Nationalspieler.

Hansi Müller kritisiert UEFA

Eine Aussage, die auch der Europameister von 1980, Hansi Müller, teilte: "Die Spieler wollen jetzt in Fahrt kommen und in der Bundesliga spielen. Es sind gerade mal vier Spiele gespielt und jetzt hat man schon wieder vier Länderspiele. Das gab es bisher noch nie, das ist eine große Umstellung", so Müller. Er empfinde das als "schwierig".

Auch VfB-Trainer Sebastian Hoeneß sei davon nicht begeistert, so Müller weiter. "Da würden zwei Spiele reichen und nicht vier auf einmal. Die Spieler werden ja von den Vereinen bezahlt und nicht vom Verband. Deswegen finde ich die Initiative von der UEFA schon ein bisschen mutig und nicht gerade spieler- und vereinsfreundlich."

Mit den jüngsten Auftritten der deutschen Nationalmannschaft zeigten sich beide Ex-Profis aber durchaus zufrieden. "Die Leidenschaft und die Bereitschaft sind da. Jeder läuft, jeder spielt und gibt alles für die Mannschaft. Dass es in der Abstimmung noch nicht immer funktioniert, das ist normal", erklärte Cacau. Dennoch erwarte er nicht, dass Deutschland kurzfristig auf Top-Niveau mitspielen könne: "Man braucht Zeit, um da was zu entwickeln."

Cacau kann Undav-Nichtnominierung nachvollziehen

Die Nicht-Nominierung von Stuttgarts Publikumsliebling Deniz Undav könne er nachvollziehen, gab der 45-Jährige zu: "Es war kein toller Saisonstart für ihn. Er war bei der WM, die musste er verarbeiten, er hatte keine lange Pause und war wohl auch nicht 100 Prozent fit. Er wird zurückkommen."

Auch Hansi Müller zeigte verständnis für die Entscheidung von Jürgen Klopp. Mit Blick auf die Zukunft ist er aber optimistisch: "Wenn Deniz Undav beim VfB seine Leistungen bringt, dann wird er automatisch wieder dabei sein."

Für die deutsche Nationalmannschaft stand am Sonntagabend der vierte Auftritt innerhalb von zweieinhalb Wochen an. Das Rückspiel gegen Griechenland in Thessaloniki endete 0:0.

Erstmals publiziert am
Stand
Redakteur/in
Pirmin Styrnol
Das Interview führte
Amelie Ruhr und Pia Haller