Skandalspiel zwischen Waldhof und dem FCK

"Das war wie der Hogwarts-Express" - Terrence Boyd zur Randale im DFB-Pokal

Nach den Krawallen und Pyrotechnik-Exzessen beim Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern läuft weiterhin die Aufarbeitung. Eine ganz neue Sicht bringt nun SVW-Stürmer Terrence Boyd ein.

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Stand

Erfrischend ehrlich oder doch eher etwas naiv? Terrence Boyd hat sich aktuell zu den Ausschreitungen beim und rund um das DFB-Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern (0:1 nach Verlängerung) im August geäußert und mit seinen Aussagen überrascht.

Terrence Boyd: "Alle Erwartungen übertroffen"

"Wenn ich diplomatisch antworten würde, würde ich einfach gar nichts sagen", meinte der Angreifer, der aktuell beim SVW unter Vertrag steht und vor ein paar Jahren noch für den FCK stürmte, am Rande des Sportlertalks in Schriesheim (Rhein-Neckar Kreis) gegenüber dem SWR zunächst, um dann aber doch seine Eindrücke der damaligen Geschehnisse mitzuteilen: "Aus Spielersicht, egal ob Lautern oder Mannheim, war das absolut geil. Diese ganze Atmosphäre - das hat ja alle Erwartungen übertroffen."

Rund um das Südwestduell in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals hatte im Mannheimer Carl-Benz-Stadion eine extrem aufgeheizte Atmosphäre geherrscht, die nach Abpfiff der regulären Spielzeit eskaliert war. Nach einer Rudelbildung der Spieler schossen einige FCK-Anhänger Böller in den Sitzplatzbereich. Daraufhin stürmten Mannheimer Fans auf den Platz. Berittene Polizisten mussten einschreiten, zeitweise drohte ein Abbruch der Partie.

Ein Szenario, das bei Boyd Eindruck hinterlassen hat. Der 35-Jährige sagte zwar, dass es "zu weit" gehe, "unabhängig davon, ob Lautern-Fans oder Mannheimer Anhänger schuld sind, Pyro in den Familienblock" zu schießen. Boyd meinte, dass seine Kinder bei dem Pokalspiel nicht im Stadion waren, weil "man ja weiß, was passieren kann".

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Das DFB-Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem FCK stand nach schweren Ausschreitungen vor dem Abbruch. Ein Szenario, dem von vielen Seiten entgegengewirkt werden sollte, sagt SWR-Sportreporter Michi Glang.

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Der erfahrene Stürmer sagte aber auch: "Aus Spielersicht war das wie der Hogwarts Express. Also es war absolut geil, weil die Stimmung so energiegeladen war, ob Lauterer oder Waldhöfer!"

"Pferde auf dem Platz, alles war geil"

Als Spieler habe er sich gefragt: "Wie viele Pyros haben beide Seiten denn hier reingeschmuggelt?" Boyd fand das Erlebnis jedenfalls "absolut geil - Pferde auf dem Platz, alles war geil". Verletzte, so der Routinier weiter, seien aber unter keinen Umständen zu tolerieren. 85 Zuschauer mussten im Anschluss an das Duell medizinisch betreut werden (acht von ihnen kamen zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus).

Ausschreitungen Thema im Gemeinderat Mannheim

Beim SV Waldhof dürfte man über die Äußerungen Boyds nicht allzu erfreut sein. Schließlich läuft die Aufarbeitung der Ereignisse weiterhin auf Hochtouren. Am Dienstag (13. Oktober) befasst sich der Gemeinderat in Mannheim mit den Folgen des Pokalspiels. Boyds Aussagen könnten somit zu einer Steilvorlage für diese Sitzung werden.

Erstmals publiziert am
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Redakteur/in
Johann Schicklinski
Das Interview führte
Paul Jonas Grunze