Matchwinner gegen den VfB

Freiburgs Neuzugang Igor Matanović: In drei Minuten zum Traumstart

In seiner ersten Partie für den Sport-Club hat Igor Matanović den Freiburgern zum Sieg verholfen. Zwei Tore, ein Einstand nach Maß und nach dem Spiel auch noch ein Versprechen.

Teilen

Stand

Von Autor/in Ann-Kathrin Rose

Gerade einmal drei Minuten brauchte Igor Matanović, um beim Sport-Club richtig anzukommen. Ein Traumtor und dann auch noch einen verwandelten Elfmeter später konnte Matanović all das noch immer nicht richtig glauben. "Ich hätte noch nicht einmal geglaubt, dass ich im Kader bin", sagte der Freiburger Neuzugang nach dem 3:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart im Gespräch mit SWR Sport. Schließlich fehlte Matanović den Freiburgern in dieser Saison bisher wegen einer muskulären Verletzung und konnte erst am Dienstag wieder ins Training einsteigen. "Schusti kam gestern zu mir und sagte, ich muss noch überlegen", verriet der Matchwinner.

Schusters mit Händchen und Komplimenten

Trainer Julian Schuster hatte zunächst noch die Sorge, dass das Baden-Württemberg-Duell gegen den VfB für Matanović zu früh kommen könnte, bewies mit dessen Einwechslung knapp zwölf Minuten vor Schluss aber ein gutes Händchen. "Aber er hat gestern jeden Ball reingemacht und uns keine andere Chance gelassen", sagte Schuster nach der Partie - sichtlich beeindruckt von Trainingseindrücken und Matanovićs Performance im Spiel. "Wir hatten viele Flanken und Momente und haben ihn in der Box gebraucht - deshalb wollten wir ihn bringen", so Schuster. Gesagt, getan, geglückt.

Freiburg, Stuttgart

Sport-Club feiert ersten Saisonsieg Zwei Joker drehen für Freiburg das BW-Duell gegen Stuttgart

Der SC Freiburg hat ein am Ende wildes Baden-Württemberg-Duell gegen den VfB Stuttgart gewonnen und einen kompletten Fehlstart in die Saison noch abgewandt. Für den Freiburger Sieg sorgten zwei Joker.

Stadion SWR1

Wie wichtig dieser Sieg gegen den VfB für die Freiburger war, die nach zwei Niederlagen zu Saisonbeginn als Tabellenletzter in den Spieltag gegangen sind, war dem Coach anzusehen - und anzuhören. Nach dem Abpfiff hatte er die Arme hochgerissen, mit Team und Spielern mit Wucht und viel Energie abgeschlagen, und war beim Interview schließlich hörbar heiser. "Ich muss den Jungs ein Riesen-Kompliment machen. Das ist echt nicht einfach ergebnistechnisch - zurückzuliegen und dann wieder zurückzukommen", so Schuster.

Drei Tore, zwei Joker, ein Sieg

Denn sein Team hatte nach dem Hackentreffer von Ermedin Demirovic nach nur 20 Minuten zurückgelegen, wirkte gerade in der Anfangsphase bisweilen verunsichert und reagierte auf den souveränen Beginn der Stuttgarter anstatt zu agieren. "Da brauchst du Charaktere, da brauchst du Persönlichkeiten. Die haben wir zum Glück", so Schuster. Eine dieser Persönlichkeiten ist Matanović - einst in Karlsruhe, kam er von Eintracht Frankfurt in den Breisgau und feierte jetzt den Einstand nach Maß - mit dem Ausgleich drei Minuten nach seiner Einwechslung.

Derry Scherhant, auch er mit seinem ersten Tor für die Freiburger, erzielte das 2:1 (86.). Matanović trat dann noch zum Foulelfmeter an, wischte sich kurz vor der Ausführung noch einmal die Schweißperlen von der Stirn, verwandelte den Strafstoß dann aber eiskalt.

Matanovic wie einst Petersen

"Ich bin überglücklich, dass ich der Mannschaft helfen konnte, dass wir das Spiel gewinnen", sagte der Doppelpacker. Der damit in große, sportliche Fußstapfen trat. Denn im Januar 2015 war es Nils Petersen, der mit einem Hattrick beim 4:1 gegen Eintracht Frankfurt nicht nur einen starken Start hinlegte, sondern auch einen Ausblick darauf gab, wie er sich in die SC-Geschichte einschreiben wollte. Petersen ist das gelungen - und auch Matanović hat noch viel vor.

"Wenn wir heute Abend rausgehen, dann geht der Abend auf mich", sagte er und musste lachen. Genau wie Trainer Schuster. "Mal gucken, wo er noch einlädt", sagte der im Gehen. Die Erleichterung nach dem Sieg, sie war beim Coach und in den Gängen des Freiburger Stadions beinahe greifbar. "Es war nicht einfach", so Schuster. "Trotzdem diese Kontrolle zu haben - das war dann wirklich sehr gut von den Jungs." Und von Matanović, dessen erster Auftritt ein Versprechen war. Nicht nur für einen Mannschaftsabend des Sport-Clubs.

Matanovićs Versprechen ans Team

Der hat am Samstag übrigens nicht mehr stattgefunden. "Wir waren als Team nicht mehr draußen", sagte Matanović im Gespräch mit SWR Sport am Sonntagmorgen. "Es war dann auch schon zu spät. Aber die Mannschaft hat schon verdient, dass da von meiner Seite noch was kommt." Das also ist das nächste Versprechen von Igor Matanović.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Ann-Kathrin Rose
Das Interview führte
Michael Bollenbacher, Anna Klär