In der 90. Minute des Bundesligaspiels gegen Bayer 04 Leverkusen (3:3) wurde das Freiburger Stadion kurzzeitig zum Tollhaus. Gerade eben hatte Abwehrspieler Matthias Ginter den vermeintlichen Siegtreffer gegen die Werkself erzielt. Allerdings zählte das Tor aufgrund einer knappen Abseitsstellung zurecht nicht - und so musste sich die Mannschaft nach einem spektakulären Match mit einem Remis gegen die Rheinländer begnügen.
Freiburgs maue Bilanz gegen Topteams
Somit hat der SC Freiburg wieder einmal einen Sieg gegen ein Top-Team verpasst. Dass es gegen die Mannschaften, die über dem Sport-Club stehen, meist nicht reicht, ist seit Jahren ein Problem für Freiburg. Eine Weiterentwicklung hat auch in dieser Saison nicht so recht stattgefunden - zumindest wenn man auf die Zahlen schaut.
Die Bilanz des SC, der sich derzeit auf Rang acht befindet, lautet gegen die Gegner aus den Top neun: ein Sieg, fünf Unentschieden, sieben Niederlagen, acht Zähler, 15:29 Tore. Die Resultate sprechen eine deutliche Sprache, lediglich gegen den VfB Stuttgart am dritten Spieltag (3:1) konnten die Schwarzwälder einen Dreier feiern.
Geht es hingegen gegen Mannschaften auf den Bundesligarängen 10 - 18, so machen die Breisgauer meist ihre Hausaufgaben. Auch das ein Muster - und auch eine Qualität - die man vom Sport-Club seit längerem kennt. Hier lautet die bisherige Bilanz in dieser Spielzeit: acht Siege, zwei Remis, zwei Niederlagen, 26 Punkte, 22:13 Tore.
Spektakuläres Remis gegen Leverkusen Freiburgs historischer Torschütze Vincenzo Grifo: "Fühlt sich sehr schön an"
Beim 3:3-Spektakel gegen Bayer Leverkusen eröffnet Vincenzo Grifo den Torreigen für den SC Freiburg - und trägt sich mit seinem Rekordtreffer in die Geschichtsbücher des Sport-Clubs ein.
SC-Trainer Julian Schuster ist mit dem Leverkusen-Spiel zufrieden
Auch wenn der Erfolg gegen Leverkusen knapp verpasst wurde und auch möglich gewesen wäre, darf das Remis gegen den Champions-League-Teilnehmer und Meister von 2024 durchaus als Weiterentwicklung gewertet werden. "Es überwiegt allemal das Positive. Es war nach dem 0:2 in Frankfurt ein Schritt in die richtige Richtung", bewertete SC-Trainer Julian Schuster das 3:3-Remis im Gespräch mit SWR Sport. "Es bereut keiner, im Stadion dabeigewesen zu sein. Es war ein tolles Fußballspiel von zwei Mannschaften mit viel Qualität. Mir war wichtig, mit der Leistung voranzukommen - und das habe ich gesehen."
Es gehe, so der Coach, auch darum "richtig einzuschätzen, wer wir sind und was unsere Möglichkeiten sind". Seinem Team habe es sehr gut getan, nach vielen Englischen Wochen als Europa-League-Teilnehmer (im Achtelfinale geht es nächsten Donnerstag gegen Genk weiter, Anm. d. Red.) die vergangenen Wochen zum trainieren nutzen zu können. "Dann sieht man, zu was wir in der Lage sind", befand Schuster. "Wir haben Vertrauen und Glauben in unsere Qualität. Ich bin sehr froh über das, was wir gegen eine gute Mannschaft gezeigt haben."
Schuster gab seinen Schützlingen deshalb die Schulnote "Zwei", haderte aber trotzdem damit, dass am Ende einer spektakulären Partie mit einigen Wendungen nur ein Zähler stand. "Das i-Tüpfelchen hat gefehlt", bilanzierte der 40-Jährige. "Es war ein Spiel, in dem noch das vierte Tor hätte fallen können. Schade! Aber die gute Leistung war sehr, sehr wichtig für die kommenden Wochen."