Bundesliga

Matthias Ginters stressiges Jubiläum mit dem SC Freiburg

Matthias Ginter hat sein 400. Bundesliga-Spiel mit einem Sieg gegen Werder Bremen gefeiert. Es war jedoch nicht die sorgenfreie Party, die er sich gewünscht hat.

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Stand

Von Autor/in Michael Richmann

In seinem 400. Bundesliga-Spiel hatte Matthias Ginter Stress. Richtig Stress. "Es war gerade defensiv sehr, sehr viel zu tun, viele Flanken", sagte der 32-jährige Jubilar nach dem hart erkämpften 1:0-Zittersieg seines SC Freiburg gegen Werder Bremen. "Wir haben alles reingeworfen, immer wieder einen Schuss geblockt oder den Kopf reingehalten. Zum Glück hat es dann am Ende gereicht" - zum Sieg, zu mittlerweile 30 Punkten und zu Platz sieben.

Manzambi schwächt den SC Freiburg

Dass der Freiburger Abwehrchef so viel Stress hatte, lag an Johann Manzambi. Der stieg dem Bremer Olivier Deman (52.) auf die Wade. Schiedsrichter Deniz Aytekin zeigte ihm zunächst Gelb, korrigierte sich nach Ansicht der Videobilder jedoch auf glatt Rot.

Für Ginter war es "einfach ein unglücklicher Zusammenprall". Die Chance, für so eine Aktion vom Platz zu fliegen, ist seiner Meinung nach "halt 50:50". Objektiv gesehen, war es für Manzambi jedoch bereits der zweite Platzverweis, den man ruhigen Gewissens unter der Rubrik "übermotiviert" verbuchen kann.

"Ich verstehe die Schiedsrichter, weil es eine Sekunde oder eine halbe Sekunde ein Trefferbild gibt, wo der Fuß über dem Knöchel ist", sagte Ginter. "Auf der anderen Seite weiß jeder, der Fußball spielt, auch: Der wollte halt schießen und der Gegenspieler rutscht weg." Bereits im September hatte der 20-jährige Schweizer beim 3:1-Sieg in Stuttgart Gegenspieler Ramon Hendriks in der Nachspielzeit mit dem Fuß am Kopf getroffen.

SC Freiburg hadert mit der Chancen-Auswertung

Es lag jedoch auch an der schlechten Chancen-Auswertung. Denn nachdem Niklas Beste den SC Freiburg nach einem tollen Steilpass von Igor Matanovic mit einem wunderbaren Schlenzer in Führung geschossen hatte, hätten Matanovic (17.), Christian Günter (24.) und Maximilian Eggestein (58.) nachlegen müssen.

Torschütze Beste war trotzdem "mega happy". Es war der erste Pflichtspiel-Treffer in seinem 39. Spiel für den SC Freiburg. "Es hat lange gedauert. Ich habe den Ball aber super getroffen, das muss man auch sagen." Das Tor werde er "ganz entspannt" auf der Couch feiern - "also nichts Spektakuläres".

Ginter Freude über die "unwirkliche" 400

Nach dem Abpfiff fiel auch der Stress von Matthias Ginter ab und der Innenverteidiger fiel seinem Trainer Julian Schuster in die Arme - 400, was für eine Zahl. "Irgendwie unwirklich" sagte Ginter. "Gerade, wenn man als Kind die Bundesliga aus dem Fernsehen oder - damals noch - dem Videotext kennt. Jetzt selbst Teil davon zu sein, freut mich natürlich ungemein."

Am Dienstag kann Ginter das nächste große Ziel erreichen. Bei Hertha BSC möchte er nach 2015, 2016 und 2017 (jeweils mit Borussia Dortmund) zum vierten Mal ins Finale des DFB-Pokals einziehen. Das Duell beim Zweitligisten (ab 20:45 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de) würde Ginter dann gerne mit etwas weniger Stress - oder wenigstens zu elft - beenden.