Mainz 05 ist mit einer 3:4 (2:2)-Niederlage gegen Bayer Leverkusen aus der Länderspielpause gekommen. Anthony Caci egalisierte per Doppelpack (33. Minute/42.) die frühe Bayer-Führung, für die Robert Andrich (5.) und Patrik Schick (9.) gesorgt hatten. Im zweiten Abschnitt schossen Jarell Quansah (55.) und Moussa Diaby (65.) Leverkusen zum Sieg. Der Anschluss durch Benedict Hollerbach (90.+2) kam zu spät.
Nach dem Abpfiff wurde vor allem eine Szene heiß diskutiert. Gerade, nachdem Nadiem Amiri die erste Mainzer Führung verpasst hatte, traf Quansah unter diskutablen Umständen. Schick hatte den Ball zuvor an die Hand bekommen, nach VAR-Eingriff blieb der Treffer aber bestehen. Warum, das konnte von den Mainzern niemand so genau sagen.
Auch nicht Trainer Urs Fischer, der nach der Entscheidung fassungslos die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hatte, die Szene nach Spielende aber nicht bewerten wollte. "Ich sollte heute nicht über den Schiedsrichter sprechen. Er hat so entschieden", sagte der Schweizer in der Pressekonferenz. "Dafür war unser Spiel heute zu wenig gut - Punkt. Und dann gilt es, über die Fehler zu sprechen, die wir heute gemacht haben."
Schwolow: "Frustrierend und unvollständig"
Auch dem Mainzer Torhüter Alexander Schwolow war das Unverständnis anzumerken. "Ich verstehe nicht, warum es nicht gepfiffen wird. Wenn die Hand unmittelbar vor dem Tor im Spiel ist, ist abzupfeifen. Das wurde hier nicht vorgenommen, es wurde sich lange angeschaut", sagte der 34-Jährige. "Ich weiß nicht, woran es am Ende gelegen hat. Für uns ist das natürlich sehr frustrierend und unverständlich."
Fakt ist: Wann eine Aktion in der Entstehung eines Tores als Handspiel gewertet wird, ist undurchsichtiger denn je. Beim Länderspiel zwischen Griechenland und Deutschland war unlängst der Treffer von Jonathan Burkardt annuliert worden, weil im Mittelfeld zuvor Tom Bischof der Ball auf den Arm gefallen war. Absicht war ihm dabei ebenso wenig wie Schick zu unterstellen. Warum das eine ein Handspiel ist und das andere nicht: Dafür geben die Verantwortlichen oft wortreiche Einlassungen ab. Alleine: Verstehen tun es die Fußball-Fans und ach alle anderen Beteiligten weniger denn je.
Mainz 05 kassiert zu viele Tore
Die Mainzer stehen mit sieben Punkten vorerst auf Rang acht. Fischer richtete den Blick statt auf den Schiedsrichter lieber auf das Auftreten seines Teams, das nach zuletzt zehn Gegentoren in drei Spielen deutlich an der defensiven Stabilität arbeiten muss. "Wir haben zweimal den Beginn der Halbzeiten verschlafen und individuelle Fehler gemacht, die zu Toren geführt haben", stellte Fischer fest.
"Wir sind denkbar ungünstig ins Spiel gestartet mit dem frühen Rückstand. Dann haben wir eine sehr gute Moral gezeigt. Ich denke, dass ist nicht selbstverständlich, so zurückzukommen", sagte Schwolow. "In der zweiten Halbzeit hatte Leverkusen dann einfach Qualitätsaktionen - wie Diaby das Ding da oben rein macht. Das hat uns dann so ein bisschen den Stecker gezogen." Mitspieler Eric Martel brachte es letztlich auf den Punkt: "Fakt ist, dass wir einfach zu viele Gegentore kassieren."