Form-Aufbau und Fan-Nähe standen bei den Sommer-Testspielen von Mainz 05 im Vordergrund. Nach dem 11:0-Sieg Anfang Juli gegen die TSG Pfeddersheim feierte das Team von Trainer Urs Fischer am Samstag bei den Eisbachtaler Sportfreunden erneut einen Kantersieg. Jungstürmer Nelson Weiper steuerte drei Treffer zum 10:0 beim Oberligisten bei. Philip Tietz und Neuzugang Ransford-Yeboah Königsdörffer trafen jeweils doppelt. Kacper Potulski, Sota Kawasaki und Andreas Hanche-Olsen trugen sich ebenfalls in die Torschützen-Liste ein.
Für die Gastgeber aus dem Westerwald war es trotz der deftigen Niederlage ein Abend, von dem viele noch lange erzählen werden: Schon Stunden vor Anpfiff warten die Zuschauer auf dem Sportplatz in Nentershausen (Westerwaldkreis) auf ihren großen Moment: Fußballprofis zum Anfassen. Familien sitzen auf Bierbänken, Kinder tragen Trikots in Rot und Weiß. Für viele ist es die Gelegenheit, Stars, die sie sonst nur aus dem Stadion oder Fernsehen kennen, einmal ganz nah zu erleben.
Mainz 05 bedankt sich beim Partner-Verein
Auch für Mainz 05 war es eine gelungene Aktion, "weil Eisbachtal schon seit langem ein Partner-Verein von Mainz 05 im Ausbildungszentrum ist, wir seit Jahren ein enges Verhältnis haben und uns darauf verlassen können, dass da in der Jugend-Ausbildung gemeinsame Sache gemacht wird", sagte Sportdirektor Niko Bungert. "Dementsprechend wollen wir dem Verein und auch den Leuten in der Region ein bisschen was zurückgeben."
Gänsehaut im Westerwald: Fans ganz nah an Mainz 05
Für Anke Dirsen war die Begegnung mit den Profis ein echtes Highlight. "Man kriegt Gänsehaut, wenn man die ein Stück weit anfassen darf", sagte sie. Paula Keller geht häufiger ins Stadion, aber "so nah hat man sie ja doch noch nie erlebt". Jasper und Elias, zwei Einlauf-Kinder aus dem Nachwuchs der Eisbachtaler Sportfreunde, konnten ihre Vorfreude ebenfalls kaum verbergen. "Das galt auch für die Spieler: "Ich war schon die ganzen Tage davor aufgeregt, heute Morgen auch super aufgeregt", sagte David Arnolds.
Der Plan von Trainer Daniel Alves war klar: das Spiel genießen und von den Profis lernen. Das gelang ganz gut: Immer wieder setzten die Eisbachtaler Sportfreunde kleine Akzente nach vorne, erarbeiteten sich Möglichkeiten und versuchten, mutig mitzuspielen. "Es hat einfach super viel Spaß gemacht", freute sich Arnolds hinterher. Auch abseits des Platzes waren die Sportfreunde zufrieden: Zusatz-Einnahmen durch Zuschauer, Catering und Fan-Aktionen helfen dem Verein finanziell.
Eisbachtaler Sportfreunde konnten zwei Ziele erreichen
Das dritte Ziel, den Favoriten wenigstens ein bissen ärgern, wurde nicht erreicht: "Ich glaube, nach 30 Sekunden stand es direkt 0:1. Da dachte ich mir auch: 'Wo bin ich denn hier gelandet?‘", scherzte Arnolds. Auch das vierte Ziel mussten die Eisbachtaler in der Schlussphase abschreiben: "Natürlich hatten wir uns ein bisschen was vorgenommen, sagte Finn Müller. "Zweistellig muss nicht sein", ließ sich am Ende jedoch nicht verhindern.
Allerdings war das Ergebnis schnell abgehakt: Philipp Tietz, Robin Zentner und Co. hatten Zeit für Selfies und Autogramme, die Profis posierten mit Kindern, schrieben auf Trikots und Bällen. Und nach Abpfiff war für viele Zuschauer vor allem eines wichtig: das Erinnerungsfoto mit ihren Idolen. So war es für Mainz 05 ein weiterer Schritt in Richtung Saisonstart, für die Eisbachtaler Sportfreunde ein unvergesslicher Tag.