Vor Zweitliga-Start

Mit dem "akribischen Arbeiter" Senft - die KSC-Fans gehen begeistert in die neue Saison

Am Rande des KSC-Familientages zeigten sich viele Fans euphorisch. Besonders die taktische Auslegung des Neu-Trainers Maximilian Senft gegen Inter Mailand gibt Grund zur Vorfreude auf die neue Saison.

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Von Autor/in Mathis Hartenfeller

Bei sengender Hitze und in der knallenden Sonne bejubelten die Fans des KSC ihre Mannschaft für die neue Saison und übten schon mal die neuen Namen mit ihrem Stadionsprecher. Drei mal hallte von der Osttribüne unter anderem ein lautes "Maximilian..." - Senft!" durch das Wildparkstadion.

Karlsruhe, Heidenheim, Kaiserslautern, Stuttgart, Freiburg, Hoffenheim, Mainz

SWR Sport | Am 09. August ab 21.45 Uhr SWR Sport mit der 2. Liga: Der FCK, der FCH und KSC-Coach Maximilian Senft im Blickpunkt

Es geht wieder los. Am Wochenende startet die 2. Liga in die neue Saison. Studiogast in SWR Sport ist Maximilian Senft, der neue Trainer des Karlsruher SC.

Beim Familientag blicken viele Anhänger mit großer Spannung und einer neu gewonnenen Zuversicht der Spielzeit 2026/27 entgegen. Dafür verantwortlich ist allen voran eben jener Maximilian Senft - er war Gesprächsthema Nummer eins. Viele KSC-Fans zeigten sich von seiner Spielidee und dem taktischen Verständnis des Österreichers angesteckt. Gefragt nach den Saisonprognosen nannten die Anhänger der Badener von oberem Mittelfeld, über Relegation bis hin zum direkten Aufstieg nahezu alles.

Taktischer Kniff gegen Inter Mailand sorgt für Euphorie

Ein junger Fan, Timo, hat sich intensiv mit Maximilian Senft auseinandergesetzt. "Eigentlich waren wir Fans von Christian Eichner", erzählt Timos Mutter. Er trainierte den KSC immerhin 6 Jahre lang. Vor allem den Umgang mit ihm beim Abgang fand die KSC begeisterte Familie schwierig. "Trotzdem war zu erkennen, dass er seine Lieblinge hatte. Da brauchte es taktische Veränderung."

Und so kam in der Sommerpause mit Maximilian Senft ein für viele völlig Unbekannter. Auch für Timo war die Verpflichtung des erst 36-jährigen Trainers eine Überraschung. Seitdem beschäftigt er sich intensiv mit ihm und seinem Spielstil. "Die Taktik im Spiel gegen Inter fand ich schon klasse. Das ist im Ballbesitz zur Viererkette geworden und sonst eine Sechserkette. Da sind Fukuda auf der einen und Pinto Pedrosa auf der anderen Seite abgekippt." Trotz aller Begeisterung versuche sich der junge Fan nicht so stark vom Hype anstecken zu lassen. Für ihn gilt es realistisch an die neue Saison ranzugehen und einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. "Im Idealfall Platz Fünf - das wäre super für eine erste Saison unterm Senft."

Die Leistung des KSC gegen den amtierenden Meister aus Italien, Inter Mailand, scheint die meisten Blau-Weißen beeindruckt zu haben. Da fällt die klare 0:3 Niederlage im Baden-Duell gegen die TSG Hoffenheim für viele nicht ins Gewicht. Gegen Bielefeld soll es nach Meinung der Fans am besten genauso weitergehen: "Ich hoffe, dass er die Mannschaft so spielen lässt wie gegen Mailand. Da haben wir super gespielt. War zwar ein Testspiel, aber richtig geil", so ein glücklicher Fan. Andere wünschen ihm vor allem über die ganze Saison gesehen ein "gutes Durchhaltevermögen, starke Nerven".

Lob für Trainer Maximilian Senft auch aus der Mannschaft

Auch Neuzugang Tim Civeja hat "richtig Bock auf die zweite Liga". Der 24-Jährige kam in diesem Sommer aus Saarbrücken. Er ist Teil des KSC-Umbruchs. "Die Vorbereitung war gut, wir haben richtig viel gearbeitet."

Für Civeja ganz persönlich steht nach 110 Spielen in der Dritten Liga nun das Kräftemessen in der 2. Bundesliga im Vordergrund: "Da ist ganz viel Vorfreude. Mit dem Gedanken hierhergekommen zu sein um Zweite Liga zu spielen. Da freue ich mich sehr mich jetzt messen zu dürfen. Da sind richtig coole Spiele dabei." Besonders der zweite Spieltag gegen den 1. FC Kaiserslautern soll für den Mittelfeldspieler zum Highlight werden: "Direkt auf dem Betzenberg - das ist mit meiner Saarbrücker Vergangenheit natürlich ein besonderes Spiel, bei dem ich auf jeden Fall gewinnen möchte!"

Was es braucht um zu gewinnen, auch dafür hat der Torschütze aus dem Testspiel gegen Inter Mailand schon eine klare Vorstellung: "Da muss eine Energie in der Mannschaft entstehen und wir brauchen einen klaren Plan. Die Qualität, die ich in der Mannschaft sehe ist auf jeden Fall sehr hoch." Auch Civeja findet viele lobende Worte für seinen Trainer: "Natürlich merkt man, dass er noch jünger ist, aber das ist erfrischend. Mir gefällt es auf jeden Fall, auch von der Art wie wir trainieren. Viele kurze, intensive Einheiten." Trotzdem sei eine gewisse, professionelle Distanz zu ihm als Person spürbar. Gute Voraussetzungen also für ein harmonisches Miteinander beim KSC.

Viele gute Gespräche brachten Senft zum KSC

Ähnlich glücklich beschreibt auch Timon Pauls, Direktor Profifußball beim KSC, "seine" Auswahl: "Er ist ein akribischer Arbeiter. Totaler Fokus auf das Detail und er will um jeden Preis gewinnen." Es sei sehr spannend von außen zu beobachten, wie es in den ersten Trainings läuft, so der 34-Jährige. "Er ist ein Perfektionist, der nichts dem Zufall überlassen möchte." Auch mit seiner spannenden Geschichte und als nahbare Person, als Familienvater, passe Maximilian Senft perfekt zum KSC. Das galt es in vielen Gesprächen, die die beiden in Österreich führten herauszufinden und zu verstehen.

Beim Familientag in Karlsruhe ist sich Senft für kein Foto, für keinen Plausch mit den jüngsten KSC-Fans zu schade, obwohl eigentlich nur eine Autogrammstunde angedacht war. Aufgereiht saß die Mannschaft und schrieb Autogramme über Autogramme - viele Fans schnappten sich stapelweise die kleinen Karten ihrer Idole. Enttäuscht waren einige nur, dass ihr Schal oder Trikot nicht unterschrieben werden durfte. Gut also, dass zumindest ein Foto mit dem neuen Cheftrainer möglich war. Nun gilt es für den KSC die Vorbereitung in eine erfolgreiche Saison umzumünzen. Die Weichen im Verein scheinen zumindest gestellt.

Karlsruhe, Heidenheim, Kaiserslautern, Stuttgart, Freiburg, Hoffenheim, Mainz

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Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Mathis Hartenfeller
Das Interview führte
Henry Nischan