Nach Sieg gegen Union

"Möglich, etwas Großes zu erreichen": TSG Hoffenheim feiert die Effizienz

Der Weg in die Champions League muss nicht immer schön sein. Das hat die TSG Hoffenheim gegen Union Berlin eindrucksvoll bewiesen.

Teilen

Stand

Die TSG Hoffenheim hat beim 3:1-Sieg gegen Union Berlin - vor allem in der ersten Halbzeit - kein Feuerwerk abgebrannt. Allerdings bringen auch glanzlose Siege drei wichtige Punkte für dem Kampf um die Champions-League-Plätze. "Wir wussten vor dem Spiel, dass es unangenehm wird. Zum Glück haben wir unsere paar Torchancen genutzt", sagte Doppeltorschütze Andrej Kramaric im Interview mit SWR Sport.

42 Punkte und Platz drei sprechen eine deutliche Sprache. Zudem profitierten die Kraichgauer von der Niederlage des Konkurrenten RB Leipzig gegen Mainz 05. Damit hat Hoffenheim sechs Punkte Vorsprung auf die Europa-League-Plätze. Das stimmt auch Kramaric euphorisch: "Diese Saison ist es auf jeden Fall möglich, etwas Großes zu erreichen", sagte der 34-Jährige. "Es ist vielleicht der beste Kader der letzten zehn Jahre. Ich genieße jeden einzelnen Moment auf dem Platz.

Baumann mit Rettungstat

Dabei stand Hoffenheim zu Beginn heftig unter Druck. Oliver Baumann musste schon nach sieben Minuten Kopf und Kragen riskieren, weil Albian Hajdari im Spielaufbau ausgerutscht war und es so Rani Khedira ermöglichte, allein aufs Hoffenheimer Tor zuzulauufen. Es folgten Ecken von rechts, von links, erneut von recht und wieder von links - Hoffenheim konnte sich in dieser Phase kaum befreien und tat sich nach vorne ungewohnt schwer.

Die TSG brauchte fast eine halbe Stunde, um das erste Mal gefährlich zu werden. Doch Kramaric konnte Bazoumana Tourés Sahne-Pass nicht veredeln (28. Minute). Es bleibt jedoch eine Stärke des Teams von Christian Ilzer, dass sie nicht viele Chancen brauchen. Nach Leopold Querfelds Foul an Fisnik Asllani behielt Kramaric vom Elfmeterpunkt aus die Nerven (42.). Und nur drei Minuten später zeigte sich der Kroate bei seinem Kopfball-Tor ähnlich abgebrüht. "Es ist auf jeden Fall die Erfahrung", sagte Kramaric.

Hoffenheim erarbeitet sich den Sieg

Und auch ohne die spielerischen Highlights wussten die Hoffenheimer zu überzeugen - mit anderen Qualitäten. "Es war eine sehr intensive, harte Woche für uns. Und die gipfelte heute in einem Kampfspiel: sehr zäh und ausgeglichen. Ich glaube, der Schlüssel war heute, dass wir einerseits nicht für den einzigen großen Fehler bestraft worden sind. Und zum Anderen, dass wir in einer sehr ausgeglichenen und umkämpften Phase vor der Pause zwei Tore machen", sagte TSG-Trainer Ilzer.

Wäre Union-Verteidiger Diogo Leite nicht gewesen, der den Ball nach Tourés Hereingabe ins eigene Tor lenkte, hätte der einschussbereite Kramaric seine persönliche Bilanz wohl noch weiter ausgebaut (47.). So sagte die Statistik zu diesem Zeitpunkt, dass die TSG Hoffenheim mit nur zwei eigenen Schüssen auf das Berliner Tor dreimal erfolgreich war.

Hoffenheim vor Topspiel gegen den FC Bayern

Erst als das Spiel entschieden war, erlaubten sich die Hoffenheimer ein vergebene Möglichkeiten: Asllani schoss über das Tor (63.), Kramaric dann doch einmal daneben (83.) und Ihlas Bebou scheiterte dann Torwart Frederik Rönnow (90.+7). Dass Union Berlin nach 60 Minuten besser ins Spiel kam und Rani Khedira in der Zwischenzeit auf 1:3 verkürzt hatte (68.), konnte Hoffenheim verschmerzen.

So wurde der 3:1-Sieg zu einer Kampfansage an den FC Bayern. Denn die TSG Hoffenheim ist in der kommenden Woche (Sonntag, 17:30 Uhr, live im Audiostream auf sportschau.de) zu Gast beim Rekordmeister.

"Wir sind motiviert", sagte Kramaric mit Blick auf das Top-Spiel. "Ich hoffe, nicht übermotiviert. Wir wissen alle, wenn du übermotiviert bist, läuft es nicht so gut. Aber wenn wir da wieder eine Topleistung zeigen, können wir vielleicht auch dort Punkte holen." Und auch beim FC Bayern dürfte die Hoffenheimer Effizienz gefragt sein.