Kelven Frees ist im Trainingslager des FCK im südtirolischen Sterzing nicht zu übersehen. Mit seinen 2,02 Meter Körpergröße überragt er den Rest des Teams inklusive der Torhüter noch um einiges.
Wie seine Teamkollegen macht Frees in der Vorbereitung einen engagierten Eindruck. Der Innenverteidiger ist seinerseits froh, in dieser Spielzeit für die Roten Teufel aufzulaufen. "Ich bin sehr happy, hier zu sein. Die Mannschaft ist sehr, sehr toll", sagte er im Interview mit SWR Sport.
Frees beim FCK in der Rolle des Herausforderers
Beim FCK dürfte Frees bei der Besetzung der von Trainer Torsten Lieberknecht favorisierten Dreierkette zunächst in die Außenseiterrolle schlüpfen. Bei den Testspielen gegen den SV Sandhausen (5:3) und gegen Mainz 05 (1:4) nahm er jeweils zunächst auf der Bank Platz. Gegen den Bundesligisten bildeten Maxwell Gyamfi, Leon Robinson und Leih-Rückkehrer Jan Elvedi das defensive Trio. Doch Frees will natürlich möglichst viele Einsatzminuten sammeln: "Ich kann es kaum erwarten, dass die Saison losgeht."
Begeistert ist der Neuzugang schon vor dem Saisonstart vom Support. Rund 500 Fans haben den FCK nach Südtirol begleitet. Unterstützung, die für Frees "nicht selbstverständlich" ist. "Selber habe ich es noch nicht erlebt. Es ist sehr schön, das hier im Trainingslager zu erleben", sagte der Defensivmann. "Man sieht, für was der Verein steht."
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Mentalitätsspieler für den FCK
Und auf welche Art Profi dürfen sich die FCK-Fans im Saisonverlauf freuen? "Ich würde mich als Mentalitätsspieler beschreiben. Ich liebe die Euphorie und Energie auf dem Platz", sagte Frees über sich selbst. "Ich werde versuchen, mich in die Mannschaft einzubringen und meinen Job zu erledigen."
Mentalitätsspieler trifft es mit einem Blick auf die Daten ganz gut. Sechs gelbe Karten hat der 21-Jährige in zwölf Drittligaspielen schon für die Hoffenheimer eingesammelt. Dass es bisher noch nicht mehr Partien für die Kraichgauer geworden sind, liegt am Verletzungspech des Talents.
Schockmoment in Rostock
Der gebürtige Düsseldorfer war 2023 aus dem Nachwuchs der Fortuna nach Hoffenheim gewechselt und legte bei der TSG eine steile Entwicklung hin. Mit der U19 des TSG holte er auf Anhieb das Double und steuerte in 21 Spielen fünf Tore und drei Assists zum Meistertitel bei - eine starke Bilanz.
Anschließend rückte Frees in die zweite Mannschaft auf und stieg prompt in die 3. Liga auf. Der Innenverteidiger sollte dort - trotz seines jungen Alters - bereits eine Führungsrolle übernehmen. Doch es kam anders: Am 30. August 2025 trat die TSG bei Hansa Rostock und es kam zu einem folgenschweren Zweikampf, bei dem sich Frees einen komplizierten Knöchelbruch zuzog.
Die Bilder waren schockierend, doch Frees kämpfte sich innerhalb weniger Monate zurück. Seit Anfang des Jahres ist er wieder fit, sammelte Einsätze in der zweiten Mannschaft und wurde zwei Mal von Chef-Trainer Christian Ilzer fürs Bundesligateam nominiert - ohne bislang eingesetzt zu werden.
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Frees mit "absoluter Gänsehaut"
Die zweite Liga ist zwar noch Neuland für Frees, nach der Regionalliga und 3. Liga aber der logische nächste Schritt für den hochveranlagten Verteidiger. Nach dem ersten Zweitligaspiel am 8. August steht eine Woche später das Derby gegen den KSC auf dem Programm.
Ein besonderes Spiel für die Fans des FCK, für Frees ein Highlight unter vielen. "Für mich ist jedes Spiel ein wichtiges Spiel. Jeder Punkt zählt, jeder Sieg zählt. Alle Spiele werden für mich besonders sein", sagte der 21-Jährige, der von der emotionalen Art der Anhänger angetan ist: "Absolute Gänsehaut. Die Menschen hier leben den Fußball." Die Vorfreude ist dem Neuzugang anzumerken - das Abenteuer Betzenberg kann für Frees beginnen, wenn auch zunächst als Herausforderer.