2. Bundesliga

FCK gewinnt mit Wucht, Leidenschaft und Yardimci gegen Braunschweig

Der 1. FC Kaiserslautern hat sich gegen Eintracht Braunschweig zurück in die Spitzengruppe der 2. Bundesliga geschossen und kann jetzt gelassen auf dem Wurstmarkt feiern.

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Stand

Von Autor/in Michael Richmann

Es war ein FCK-Spiel. Und es wurde auf FCK-Weise entschieden. Ein wuchtiger Abschlag von Julian Krahl. Ein leidenschaftlicher Sprint von Erencan Yardimci. Ein wilder Zweikampf an der Strafraum-Kante zwischen Eintracht-Verteidiger Kevin Ehlers und dem mitgeeilten Ibrahim Kanaté, die beide irgendwie zum Ball wollten, mit ihrem kuriosen Zusammenprall jedoch de facto dafür sorgten, dass Yardimci plötzlich völlig frei vor dem herausstürmenden Ron-Thorben Hoffmann den Ball über den Braunscheiger Keeper hinweg ins Tor lupfen konnte (73.). "Das war in dem Moment richtig geschaltet, weil wir genügend Schnelligkeit auf dem Platz hatten", lobte Trainer Torsten Lieberknecht im Interview mit SWR Sport.

FCK mit schwieriger Anfangsphase

Es war dieser eine Moment, in dem Wucht, Leidenschaft, Glück und Cleverness zusammenfielen, der dafür sorgte, dass der 1. FC Kaiserslautern nach dem krachenden 0:3 beim 1. FC Magdeburg eine passende Reaktion zeigen konnte. Erst danach, als Braunschweig aufmachen musste und die Räume groß wurden, zeigten die Roten Teufel auch so etwas wie spielerische Klasse. Doch Yardimci (77.), Thierry Fidjeu-Tazemeta (79. & 80.), Semih Sahin (79. & 82.) und Mergim Berisha (90.+2) konnten die nun plötzlich so zahlreichen FCK-Chancen nicht zu einem zweiten Treffer nutzen.

Dass die Roten Teufel bis zu Yardimcis Tor eher verkrampft als verspielt wirkten, sahen sie beim FCK gelassen. Denn das Spiel war "sehr schwierig", meinte Mika Haas. Er sah "wenig gute Passstafetten" und eine Mannschaft, die "oft den Ball wegen irgendwelcher Unsauberheiten verloren" hatte. Umso mehr freute sich der Verteidiger, dass der FCK "hinten trotzdem ganz gut gestanden" ist.

FCK ließ zu viele Chancen ungenutzt

Für Lieberknecht war die Leistung seiner Mannschaft daher "sehr reif". "Auch wenn wir nach dem 1:0 früher den Deckel hätten draufmachen müssen". Davor sei es wichtig gewesen, "im Kopf klar zu bleiben, weil Braunschweig uns taktisch gefordert hat", erklärte der 53-Jährige. "Sie haben immer versucht, das System ein wenig anzupassen und umzustellen. Da war es für uns ganz wichtig, nicht in Hektik zu verfallen, weil wir letztes Jahr gemerkt haben, dass Eintracht Braunschweig auch sehr viel Konterstärke hat."

So ließ der FCK eigentlich nur eine nennenswerte Chance zu, die Julian Krahl jedoch stark vereitelte (76.). Mit elf Punkten stehen die Pfälzer auf Platz fünf und haben den Anschluss an die Spitzengruppe der 2. Bundesliga nicht vollends verloren. Nach der Länderspielpause können die Roten Teufel im Spitzenspiel beim 1. FC Heidenheim (9.10, 18:30 Uhr, live im Audiostream auf Sportschau.de) näher an die Aufstiegsplätze heranrücken. Vorher sind die Spieler jedoch zum traditionellen Besuch auf den Bad Dürkheimer Wurstmarkt geladen (Montag, 21.9. ab 16 Uhr). Auch dort wollen Krahl, Yardimci und Co. bei den FCK-Fans punkten - vermutlich auch mit Wucht, Leidenschaft und etwas Cleverness.