Krise? Welche Krise? Es ist noch nicht lange her, da strauchelte der 1. FC Heidenheim gewaltig. 15 Gegentore kassierte die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt in den ersten vier Pflichtspielen der neuen Saison. Die Pokal-Blamage beim Regionalligisten SSV Jeddeloh II (2:5) war ein absoluter Tiefpunkt für den FCH und seinen Kult-Coach. Drei Wochen später sieht die Welt komplett anders aus. Auf die Partie gegen Jeddeloh II ließ das Schmidt-Team drei Siege in Serie in der 2. Liga folgen. Die letzten beiden Erfolge errang der Bundesliga-Absteiger zu Null. Auf das 1:0 in Fürth folgte am Sonntag (13.09.) ein hart erkämpfter 1:0-Heimsieg gegen Holstein Kiel.
Frank Schmidt: "Haben nicht den Kopf verloren"
"Die erste Halbzeit war ausgeglichen. Beide Teams haben sehr kompakt gespielt. Wir wussten, dass wir etwas verändern müssen - und das haben wir gemacht. Mehr Tempo, mehr Tiefe und auch mehr Risiko", analysierte FCH-Coach Schmidt nach der Partie im Gespräch mit SWR Sport. "Wir müssen das Tor früher machen, haben aber nicht den Kopf verloren. Wir sind drangeblieben und haben das Spiel durch einen Standard entschieden."
Schmidt attestierte seinem Team "schönen Offensiv-Fußball in der zweiten Halbzeit", der zu "vielen Chancen" geführt habe. Deswegen sei der Sieg "absolut verdient".
Jonas Föhrenbach: "Quote ist ausbaufähig"
Abwehrspieler Jonas Föhrenbach brach den Bann mit seinem Kopfballtor in der 84. Minute - der Treffer des Tages. "Ich freue mich sehr über das Siegtor", sagte Föhrenbach nach der Partie. "Meine Quote vor dem gegnerischen Tor ist ja ausbaufähig. Das wird den ein oder anderen Spruch geben."
Heidenheim erkämpfte sich den Heimerfolg durch eine starke zweite Hälfte. Angeführt vom eingewechselten Christian Conteh erspielten sich die Gastgeber, die ohne den erkrankten Stürmer Budu Zivzivadze auskommen mussten, in den zweiten 45 Minuten gleich mehrere Chancen. Trotzdem dauerte es bis zur Schlussphase, ehe Föhrenbach im Anschluss an einen Eckball für den FCH zuschlug.
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Obwohl die Heidenheimer Welt vor drei Wochen noch so dunkel schien, grüßt das Team nun mit zwölf Punkten aus fünf Spielen von Tabellenplatz drei. Der Start ist somit trotz aller Turbulenzen gelungen, fand Coach Schmidt, der sich darüber freute, dass sein Team erneut zu Null spielte.
Schmidt: "Man kann sich nicht irgendwo ein Rezept holen"
Der 52-Jährige mahnte aber an, den Erfolg richtig einzuordnen. "Alles braucht seine Zeit. Man kann sich nicht irgendwo ein Rezept holen und es einlösen, sondern man muss an Verbesserungen arbeiten", sagte Schmidt. "Nach der Partie gegen Jeddeloh II wussten wir nicht, wie wir die nächsten Spiele bestreiten sollen. Jetzt sieht man, dass es im Fußball schnell geht. Und genau deswegen sollten wir schön auf dem Boden bleiben."